SpracheRettungsroutine ist Wort des Jahres 2012

Auch in der Sprache zeigt sich die Krise: Die Wörter Rettungsroutine, Kanzlerpräsidentin und Schlecker-Frauen wurden von der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgewählt. von dpa

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff Rettungsroutine zum Wort des Jahres 2012 erklärt . Der Begriff spiegele das Thema der instabilen europäischen Wirtschaftslage wider und beschreibe die zahlreichen und wiederkehrenden Maßnahmen zur Stabilisierung, begründete die Jury die Entscheidung. "Alle paar Wochen werden neue Pakete geschnürt", sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Armin Burkhardt.

Der Jury zufolge ist das Wort Rettungsroutine auch wegen seiner widersprüchlichen Bedeutung der beiden Wortbestandteile sprachlich interessant: "Während eine Rettung im eigentlichen Sinn eine akute, initiative, aber abgeschlossene Handlung darstellt, beinhaltet Routine – als Lehnwort aus dem Französischen – eine wiederkehrende, wenn nicht gar auf Dauer angelegte und auf Erfahrungen basierende Entwicklung."

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Auf den zweiten Platz setzten die Sprachforscher den Begriff Kanzlerpräsidentin – als Bezeichnung für den Regierungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Rang drei nahm der Begriff Bildungsabwendungsprämie ein, der von Gegner des Betreuungsgeldes geprägt wurde. Auf den weiteren Plätzen folgten die Schlecker-Frauen, das Wort wulffen im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff sowie die Netzhetze als deutsche Bezeichnung für den Shitstorm.

Seit 1971 ermittelt die Gesellschaft das Wort des Jahres. Die Jury setzt sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern zusammen.

Die Jury hatte ihre zehn Wörter des Jahres aus mehr als 2.200 Vorschlägen ausgewählt. Auf ihre Häufigkeit im Sprachgebrauch komme es dabei nicht an, sagte Burkhart. Stattdessen werden Wörter und Wendungen gewählt, die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben. Vergangenes Jahr hatten sich die Sprachwissenschaftler für Stresstest entschieden.

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Leserkommentare
  1. Frag deine Bank, ob das Geld verwulfft worden ist...

    • BaqFish
    • 14. Dezember 2012 12:35 Uhr

    Ich bin erstaunt.
    Ich dachte schon bei dem Jugendwort 2012 "YOLO", dass ich dieses kaum gehört habe in diesem Jahr.
    An dieses Wort kann ich mich hingegen überhaupt nicht entsinnen.
    Wird hier also irgend ein Wort kreiert, welches die Situation des vergangenen Jahres beschreibt? Interessante Methode...

  2. Mal wieder kürt die Jury ein „Wort des Jahres“, das „die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt“ hat, aber bis zur feierlichen Bekanntgabe kaum jemand gehört hat. Und selbst danach bringt es „Rettungsroutine“ auf gerade mal 5000 Google-Treffer (Stand 12:35). http://prntscr.com/m5gms

    Zieht man die Wortkombination „Wort des Jahres“ ab, bleiben gerade noch 775 übrig. Und auch dabei sind unter den ersten 10 Verweisen noch 4 auf das Wort des Jahres (in Rätoromanisch, Tschechisch und Polnisch) sowie 1 Verweis, in dem das Wort in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet wird. Je weiter man sich durchklickt, umso höher der Anteil an Bezugnahmen auf das Wort des Jahres, die somit etwa zwei Drittel ausmachen dürften... http://prntscr.com/m5h3d

    • Kometa
    • 14. Dezember 2012 12:55 Uhr

    Wahrlich:
    Wewurt skihit: Wörter die nur wenig Auskunft geben über da vergangene Sprachjahr.
    Hätte man den Stil des Kanzlerin beschreiben und als kritisches Gehabe herausstellen wollen, wären sicherlich „Angie“ oder Tante Angie“ oder „Bundestante“ brauchbar gewesen.
    Die Gesellschaft hat sich ein Kränzchen gedreht:
    … von Wörtern, die kaum oder gar nicht benutzt wurden. Man sollte den Titel „Gesellschaft für deutsche Sprache“ zum Unwort des Jahre wählen.

    • Kometa
    • 14. Dezember 2012 13:00 Uhr

    Wahrlich! Wewurt skihit dem De/utscheen!
    Wörter die nur wenig Auskunft geben über das vergangene Sprachjahr.
    Hätte man bsplws. den Stil des Kanzlerin beschreiben und als kritisches Gehabe herausstellen wollen, wären sicherlich „Angie“ oder "Tante Angie“ oder „Bundestante“ brauchbar gewesen.

    Die "Gesellschaft" hat gekifft und sich ein Kränzchen gedreht: … von Wörtern, die kaum oder gar nicht benutzt wurden.
    Man sollte den Titel „Gesellschaft für deutsche Sprache“ zum Unwort des Jahres wählen.

    Welaga nu, waltant got, wewurt skihit.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Sprache | Angela Merkel | Christian Wulff | Betreuungsgeld | Bundespräsident | Bundeskanzler
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