BallettEhemalige Primaballerina Konstanze Vernon gestorben

Sie galt als Tanzikone und Grande Dame des Balletts. Konstanze Vernon, einstige Gründungsdirektorin des Bayerischen Staatsballetts und Primaballerina, wurde 74 Jahre alt.

Die Gründungsdirektorin des Bayerischen Staatsballetts, Konstanze Vernon, ist tot. Die 74-Jährige starb am Montag nach kurzer, schwerer Krankheit in einer Münchner Klinik, wie die Ballettstiftung Heinz Bosl und das Staatsballett am Dienstag bekannt gaben. Vernon war von 1963 bis Anfang der 1980er Jahre Primaballerina der Bayerischen Staatsoper. Sie hatte erst am 2. Januar ihren 74. Geburtstag gefeiert.

Jahrzehntelang prägte Vernon, die 1939 als Konstanze Herzfeld in Berlin geboren wurde, den Tanz in München und weit über die Stadtgrenzen hinaus; erst als Primaballerina der Bayerischen Staatsoper, dann als Gründungsdirektorin des Staatsballetts. Sie galt als Ikone des Tanzes, Grande Dame und Botschafterin des Balletts.

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"Mit Konstanze Vernon verlieren wir eine der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Tanzszene, die darüber hinaus höchstes internationales Ansehen genoss", sagte Vernons Nachfolger als Leiter des Bayerischen Staatsballetts, Ivan Liska.

Vernon gründete 1978 die Ballettstiftung Heinz Bosl

Vernon habe Generationen des künstlerischen Nachwuchses geprägt, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der nach eigenen Angaben eng mit der Tänzerin befreundet war. "Als Musik- und Ballettstadt hat München der künstlerisch kompromisslosen, vitalen, auch ehrgeizigen, leidenschaftlichen und mit ansteckender Fröhlichkeit gesegneten Persönlichkeit viel zu verdanken, vor allem die Perspektive, eine bedeutsame Stadt in der internationalen Ballettszene zu bleiben."

Ihre Ausbildung begann Vernon als Sechsjährige bei der berühmten russischen Pädagogin Tatjana Gsovsky, mit 14 Jahren wurde sie Mitglied des Berliner Balletts und mit 17 dessen jüngste Solistin – bis der Ballettdirektor der Bayerischen Staatsoper sie entdeckte. Heinz Rosen holte sie als Solistin nach München. 18 Jahre lang tanzte sie dort als Primaballerina mit ihrem Tanzpartner Heinz Bosl.

Vernon kümmerte sich bereits während ihrer aktiven Zeit immer auch um den Nachwuchs. Im Jahr 1978 gründete sie eine Ballettstiftung und gab ihr den Namen ihres verstorbenen Tanzpartners Bosl. Damit legte sie den Grundstein für eine völlig neue Tanzausbildung in Bayern. Vernon unterrichtete auch zunächst stundenweise an der Hochschule für Musik und Theater in München, nach Abschluss ihrer aktiven Laufbahn bekam sie dort eine Professur.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
    • Schlagworte SPD | Ballett | Christian Ude | Nachwuchs | Oberbürgermeister | Rose
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