Sprachwissenschaft: "Opfer-Abo" ist Unwort des Jahres
Ein Ausspruch des Schweizer Fernsehmoderators Jörg Kachelmann ist zum Unwort des Jahres 2012 gewählt worden. Er hatte Frauen ein "Opfer-Abo" unterstellt.
Das Unwort des Jahres 2012 lautet "Opfer-Abo". Das teilte die Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich mit.
Der Begriff wurde von Jörg Kachelmann geprägt: Der Schweizer Moderator hatte im Herbst davon gesprochen, dass Frauen in der Gesellschaft ein "Opfer-Abo" hätten. Mit ihm könnten sie ihre Interessen in Form von Falschbeschuldigungen – unter anderem der Vergewaltigung – gegenüber Männern durchsetzen. "Das ist das Opfer-Abo, das Frauen haben", sagte Kachelmann dem Spiegel. "Frauen sind immer Opfer, selbst wenn sie Täterinnen wurden. Menschen können aber auch genuin böse sein, auch wenn sie weiblich sind", sagte der Moderator.
Die Jury kritisierte den Begriff dafür, dass er Frauen "pauschal und in inakzeptabler Weise" unter den Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein. Das hält die Jury für "sachlich grob unangemessen". Sie verweist in ihrer Begründung darauf, dass nur fünf bis acht Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen tatsächlich die Polizei einschalteten und dass es dabei in nur drei bis vier Prozent der Fälle zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren komme. "Das Wort verstößt damit nicht zuletzt auch gegen die Menschenwürde der tatsächlichen Opfer", so die Jury.
"Pleite-Griechen" und "Lebensleistungsrente"
Auf den weiteren Plätzen der Unwort-Liste landeten "Pleite-Griechen" und "Lebensleistungsrente". Der Begriff "Pleite-Griechen" diffamiere ein ganzes Volk in "unangemessener und unqualifizierter Weise", teilten die Sprachforscher mit. Das Wort "Lebensleistungsrente" sei eine "irreführende bis zynische Bezeichnung für ein Vorhaben, bei dem unter sehr restriktiven Bedingungen eine geringfügige Zusatzleistung des Staates versprochen wird".
Zum Unwort des Jahres 2011 war "Döner-Morde" gewählt worden, 2010 "alternativlos" und 2009 "betriebsratsverseucht".
Neben der unabhängigen, sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) auch das Wort des Jahres gewählt. Für 2012 wurde der Begriff "Rettungsroutine" bekanntgegeben. Das Wort stehe für die immer wiederkehrenden Maßnahmen zur Rettung des Finanzsystems, so die Jury.






Die Formulierung "Er hatte Frauen ein "Opfer-Abo" unterstellt" ist Blödsinn.
Den Frauen wird in bestimmten Situationen, wo es um Rechte und um Verfahren und Rechtsprüche des Missbrauchs, der Vergewaltigungsvorwürfe undihre Aufarabeietung, der Benachteiligung usw. eine Opfer-Abo beschert; das hatte Kachelmann wohl gemeint.
Es war eine Kritik an Gerichten, an Rechtsverfahren, an Richter-Eigenverfahren, an Rechtsanwälten, an Opferverbänden - nicht um eine generelle, gesellschaftliche Fixierung. Sein Prozess, die ihm zugemuteten Verfahren, die Mühsal, sich Recht zu verschaffen... waren beispielhaft für eine T e n d e n z! (Mehr nicht!)
"Opfer-Abo oder Opfer-Rabatt - kommen als Begriffe hoffentlich wieder in die Diskussion, die sie verdienen.
"Sich gegen Diskriminierung und Unrecht zu wehren, ist kein Opferabo, sondern Grundrecht."
Das ist Kachelmann ja offensichtlich gelungen und er hat die Sache - eben ein wenig verkürzt - auf den Punkt gebracht und zurechtgerückt.
Der selbsternannten Jury fällt noch nicht mal auf, dass bei dem Begriff der Lebensleistungsrente in zynischer Weise nur die Erziehungsleistung von Frauen als Lebensleistung deklariert wird und zugegeben mit einem Nichts honoriert wird. Die Beteiligung der Väter an der Kindererziehung wird dabei zugleich pauschal negiert und ist noch nicht mal lebensleistungsrentenfähig. Die Lebensleistungsrente ist politischer Zynismus mit einem Opfer-Abo für Frauen.
Der Begriff der "Pleite-Griechen" war und ist sicherlich wesentlich gravierender für alle Europäer ....
... dass die Lebensleistungsrente nur Frauen beantragen dürfen. Wo steht das?
... dass die Lebensleistungsrente nur Frauen beantragen dürfen. Wo steht das?
Das Unwort des Jahres sollte eigentlich menschenverachtenden Sprachmissbrauch aufdecken. Ein Spitzenkandidat dafür wäre ganz sicher "positive Diskriminierung": ein Unwort, das suggerieren soll, sexistische Diskriminierung sei ganz in Ordnung, wenn sie nur Männer trifft - weil die als Diskriminierte eben NICHT publizistisch das Opfer-Abo (sic!) für sich in Anspruch nehmen können.
Aber eine solche Wahl setzt eine Jury voraus, deren Blick für menschenverachtende Sprachverdrehungen nicht schon selbst durch ebensolche getrübt ist.
... dass die Lebensleistungsrente nur Frauen beantragen dürfen. Wo steht das?
Es kommt auf die Sicht des Opfers an:
Vergewaltigung: Ewig geprägt.
Falsch Beschuldigung, wird meist vorher aufgeklärt: Ruf ruiniert, aber nicht für immer Albträume und Angstzustände.
Zudem setze ich nichts gleich, aber ich sehe, dass man gerne etwas so verstehen will, um einfach vom wirklichen Thema abzulenken, welches ich kritisierte: Hier werden Menschen brutal vergewaltigt und wir erfinden ein Wort das alle Menschen, ob gelogen oder wahr ausgesagt, unter den gleichen Anfangsverdacht stellt.
Aber ich sehe, dass das für einige Menschen hier scheinbar überhaupt keine Rolle spielt.
Wenn jemand sagt "alle Türken sind Verbrecher" ist das Geschrei groß, sagt jemand "alle Frauen benutzen das Opfer-Abo", dann nickt jeder und sagt "Ist doch was wahres dran". Das ist so irrsinnig, vor allem dass es scheinbar nicht bemerkt wird.
Ich lese mir hier die Kommentare durch und denke, dass scheinbar ein paar Menschen noch auf dem Stand der "Opfermentalität" allein für sich sind (Wir armen Männer, böse Emanzipation - zum Glück ist das eine schwindende Minderheit in der Realität (und meist sogar nur ein Altersbereich), dank an alle emanzipierten Männern!). Wer falsch beschuldigt wird (und das passiert auch Frauen im alltäglichen Leben) muss für die Wahrheit kämpfen, dann aber alle Verursacher auf ein Geschlecht und eine Aktion zu begrenzen ist dumm und einfältig. Deshalb ist das "Opfer-Abo" scheinbar wirklich gut gewählt, weil zu viele das Wort bis heute wohl nicht als Unwort sehen.
der Grund für die relativ breite Zustimmung liegt eigentlich wo ganz anders.
Ich hab das grad mit Kollegen diskutiert und wir sind uns da einig; inklusive Kollegin notabene:
Es ist nicht unbedingt oder nur das Wort selbst - es ist die immer krampfhaftere Suche nach 'politischer Korrektheit', die in ihrer Penetranz mit der Zeit dazu führt, dass man schon automatisch auf Gegenposition geht.
Man mag das kritisieren. Aber es ist Psychologie. Denken Sie an die Wirkung von Reklame: Wenn da irgendwas beworben wird - es mag tatsächlich noch so gut sein - schaltet sich doch spontan der interne Werbeblocker ein. Oder denken Sie an die DDR: hat jemand die parteiliche Dauerberieselung tatsächlich ernst genommen? Vermutlich nichtmal die Autoren.
So gesehen sind derlei Wort-Aktionen - genauso wie die von Frau Schröder - in höchsten Masse kontraproduktiv, weil sie de facto genau das Gegenteil bewirken, was sie eigentlich sollen.
Das im Übrigen auch als Tip an 'die Zeit'.
geben ich Ihnen recht. Allerdings habe ich doch 2 Widersprüche:
Das "Opfer-Abo" ist m.E. nicht gut gewählt, da bis heute den Begriff eigentlich kaum einer kannte und es auch bei allen überhaupt kein Thema war. Das ist nun anders; aber eben auf andere Art und Weise, als man in der Jury vielleicht hoffte. Schön finde ich dazu, dass Sie das Wort "scheinbar" in diesem Zusammenhang benutzen.
Zu einem anderen Zitat von Ihnen möchte ich Ihnen etwas erwidern, weil es nicht so einfach stehenbleiben kann. Ihr Zitat:
>Vergewaltigung: Ewig geprägt.
Falsch Beschuldigung, wird meist vorher aufgeklärt: Ruf ruiniert, aber nicht für immer Albträume und Angstzustände.<
Ein guter Bekannter von mir wurde vor rund 20 Jahren von einer 16-jährigen der Vergewaltigung beschuldigt (er selbst war 24 Jahre). Obwohl er sofort beweisen konnte, dass er unschuldig war, weil er zu dem angeblichen Tatzeitpunkt in einem Flugzeug saß, saß er monatelang in U-Haft. Folge: Job weg, Ruf - wie Sie ja sagen - ruiniert. Aber sonst nichts? Irrtum. Denn die Spätfolge: Er fand keinen neuen Job, da sich die "Tat" herumgesprochen hatte. Seine Beziehung ging zugrunde, er wurde depressiv und nahm sich rund 2 jahre später das Leben. Übrigens, das 16-jährige Mädchen wurde lediglich verwarnt. Sie hatte ihn angezeigt, weil er nichts von ihr wissen wollte, sie aber "unsterblich" in ihn verliebt war.
Diese wahre Geschichte ist keine Rechtfertigung für irgendetwas. Leidglich eine Antwort auf Ihre Pauschalierungen.
erscheint mir doch diese Annahme:
"Falsch Beschuldigung, wird meist vorher aufgeklärt: Ruf ruiniert, aber nicht für immer Albträume und Angstzustände."
1. Es gibt Fälle, die werden erst nach Jahren aufgeklärt... Jahre im gefängnis, existenz vernichtet - und das soll nicht gravierend sein?
2. Viele berufstätige Männer achten mittlerweile darauf, nicht mehr allein mit einer Frau im Zimmer oder auch nur im Aufzug zu sein. Auch ein Generalverdacht kann traumatisieren - bzw. die Angst aufgrund dieses generalverdachts zum Opferder MÖGLICHKEIT einer Falschbeschuldigung zu werden.
Ich verstehe die BERECHTIGTE Wut der Frauen auf Vergewaltiger sehr gut und ebenso, dass das Wissen SEHR beeinträchtigend ist, dass so ein Verbrechen überhaupt passieren kann.
Vielleicht täte es der Kommunikation zwischen den geschlechtern nicht schlecht, wenn akzeptiert würde, dass die Folge davon auch für Männer SEHR beeinträchtigend sein kann...
... und die Beeinträchtigungen beider Geschlechter wiederum Beeinträchtigungen für das jeweils andere nach sich zieht.
Damit will ich Vergewaltigungen NICHT relativieren, aber wenn JEDES Sprechen über Falschbeschuldigungen relativiert wird, ist irgendetwas nicht mehr ehrlich in der Diskussion.
Ich finde es ziemlich widerlich, wie sie die Folgen einer Falschbeschuldigung für die unschuldigen Männer verharmlosen. Anders als andere Verbrechensopfer erhalten die nämlich keinerlei Unterstützung, im Gegenteil: verleumde nur frech, es bleibt immer etwas hängen (ob Seneca auch schon Menschenmit Opfer-Abo kannte?)
So gut wie immer sind Job, Partner, Kinder weg, und zwar dauerhaft. Erst kürzlich wurde ein Krankenpfleger fälschlich der sexuellen Belästigung beschuldigt - die Aufklärung hat gerade mal eine Woche benötigt, entlassen war er trotzdem schon (ging auch durch die Presse). So schnell geht das.
Falschbeschuldigungen sind kein Kavaliersdelikt, also unterlassen Sie Ihre Verharmlosungen.
Können Sie eigentlich nicht differenzieren? Eine Ex-Freundin meines Freundes hat meinen Ex-Freund beschuldigt, das gemeinsame Kind missbraucht zu haben. Und das in der Absicht, ihn zum Selbstmord zu bringen, damit sie sein Vermögen erben konnte. Glücklicherweise hat er das nicht getan, sondern hat erfolgreich (wenn auch begleitet von vielen Demütigungen und unter Mitnahme sämtlicher irgendwie erreichbaren finanziellen Vorteile seitens der Kindesmutter) eine Beziehung zu seinem Kind aufzubauen, was ganz sicher nicht möglich gewesen wäre, wenn an den Vorwürfen etwas gewesen wäre.
Auch derjenige der einmal wegen falscher Beschuldigung in der JVA saß, ist ewig geprägt und gesellschaftlich ruiniert. Hätten sie gern einen möglichen Sexualstraftäter, auch wenn er freigesprochen wurde, als Nachbarn, als Partner? Keiner vergewaltigten Frau ist geholfen, wenn man Unschuldige ins Gefängnis steckt.
Was das Unwort anbelangt: Es kommt auch auf den Kontext an. Wer würde einer vergewaltigten und traumatisierten Frau nicht zubilligen, abfällige und zu pauschalierende Bemerkungen über Männer zu machen?
Das Opfer war hier aber Kachelmann. Auch wenn seine Wortwahl unglücklich erscheint, ist sie aus seiner Sicht - als mutmaßliches Opfer einer Falschbeschuldigung und Freiheitsberaubung - doch nicht wirklich vorwerfbar.
"Scheinbar" scheint sich anscheinend durchzusetzen - bitte vergessen Sie nicht, dass "scheinbar" einen Trugschluss bezeichnet, während "anscheinend" eine Tatsache beleuchtet.
Ja, was ist schon ein ruinierter Ruf - als Vergewaltiger. Ihnen ist schon klar, was das heisst: Vergewaltiger. Klingt ja bei Ihnen, als handle es sich um ein Kavaliersdelikt. Wie kann man es sich nur anmassen, sich bei einer solchen Beschuldigung(!) zur Wehr zu setzen. Klar, Kachelmann wäre gesellschaftlich besser beraten gewesen, hätte er das Wort "Täter-Abo" für Männer geprägt. Ich greif einfach ihren (hinkenden, weil es einfach nicht wahr ist, dass alle nicken, wenn jemand sagt, dass alle Frauen ein Opfer-Abo gelöst hätten) Türken-Vergleich auf: Wenn jemand sagt, es gibt Türken, die Verbrechen begehen, ist das ok. Wenn aber jemand sagt, es gibt Frauen, welche die derzeit vorherrschende gesellschaftliche Grundstimmung hinsichtlich des Komplexes Macht/Sexualität/Selbstbestimmung dafür ausnützen, um sich selbst als wehrloses Opfer in den Fängen zähnefletschender Wölfe zu stilisieren (aka Opfer-Abo), dann ist das Geschrei gross. Frauen sind ja so gute Menschen, ethisch und moralisch gar nicht zu solch niederträchtigen Handlungen und Einwürfen fähig, oder?
Man sollte einfach fair sein: Genauso, wie Kachelmann ein niederträchtiger Vergewaltiger sein könnte, wer weiss das schon, könnte seine Ex genau das gemacht haben: Sich als Opfer stilisiert haben - wer weiss das schon.
der Grund für die relativ breite Zustimmung liegt eigentlich wo ganz anders.
Ich hab das grad mit Kollegen diskutiert und wir sind uns da einig; inklusive Kollegin notabene:
Es ist nicht unbedingt oder nur das Wort selbst - es ist die immer krampfhaftere Suche nach 'politischer Korrektheit', die in ihrer Penetranz mit der Zeit dazu führt, dass man schon automatisch auf Gegenposition geht.
Man mag das kritisieren. Aber es ist Psychologie. Denken Sie an die Wirkung von Reklame: Wenn da irgendwas beworben wird - es mag tatsächlich noch so gut sein - schaltet sich doch spontan der interne Werbeblocker ein. Oder denken Sie an die DDR: hat jemand die parteiliche Dauerberieselung tatsächlich ernst genommen? Vermutlich nichtmal die Autoren.
So gesehen sind derlei Wort-Aktionen - genauso wie die von Frau Schröder - in höchsten Masse kontraproduktiv, weil sie de facto genau das Gegenteil bewirken, was sie eigentlich sollen.
Das im Übrigen auch als Tip an 'die Zeit'.
geben ich Ihnen recht. Allerdings habe ich doch 2 Widersprüche:
Das "Opfer-Abo" ist m.E. nicht gut gewählt, da bis heute den Begriff eigentlich kaum einer kannte und es auch bei allen überhaupt kein Thema war. Das ist nun anders; aber eben auf andere Art und Weise, als man in der Jury vielleicht hoffte. Schön finde ich dazu, dass Sie das Wort "scheinbar" in diesem Zusammenhang benutzen.
Zu einem anderen Zitat von Ihnen möchte ich Ihnen etwas erwidern, weil es nicht so einfach stehenbleiben kann. Ihr Zitat:
>Vergewaltigung: Ewig geprägt.
Falsch Beschuldigung, wird meist vorher aufgeklärt: Ruf ruiniert, aber nicht für immer Albträume und Angstzustände.<
Ein guter Bekannter von mir wurde vor rund 20 Jahren von einer 16-jährigen der Vergewaltigung beschuldigt (er selbst war 24 Jahre). Obwohl er sofort beweisen konnte, dass er unschuldig war, weil er zu dem angeblichen Tatzeitpunkt in einem Flugzeug saß, saß er monatelang in U-Haft. Folge: Job weg, Ruf - wie Sie ja sagen - ruiniert. Aber sonst nichts? Irrtum. Denn die Spätfolge: Er fand keinen neuen Job, da sich die "Tat" herumgesprochen hatte. Seine Beziehung ging zugrunde, er wurde depressiv und nahm sich rund 2 jahre später das Leben. Übrigens, das 16-jährige Mädchen wurde lediglich verwarnt. Sie hatte ihn angezeigt, weil er nichts von ihr wissen wollte, sie aber "unsterblich" in ihn verliebt war.
Diese wahre Geschichte ist keine Rechtfertigung für irgendetwas. Leidglich eine Antwort auf Ihre Pauschalierungen.
erscheint mir doch diese Annahme:
"Falsch Beschuldigung, wird meist vorher aufgeklärt: Ruf ruiniert, aber nicht für immer Albträume und Angstzustände."
1. Es gibt Fälle, die werden erst nach Jahren aufgeklärt... Jahre im gefängnis, existenz vernichtet - und das soll nicht gravierend sein?
2. Viele berufstätige Männer achten mittlerweile darauf, nicht mehr allein mit einer Frau im Zimmer oder auch nur im Aufzug zu sein. Auch ein Generalverdacht kann traumatisieren - bzw. die Angst aufgrund dieses generalverdachts zum Opferder MÖGLICHKEIT einer Falschbeschuldigung zu werden.
Ich verstehe die BERECHTIGTE Wut der Frauen auf Vergewaltiger sehr gut und ebenso, dass das Wissen SEHR beeinträchtigend ist, dass so ein Verbrechen überhaupt passieren kann.
Vielleicht täte es der Kommunikation zwischen den geschlechtern nicht schlecht, wenn akzeptiert würde, dass die Folge davon auch für Männer SEHR beeinträchtigend sein kann...
... und die Beeinträchtigungen beider Geschlechter wiederum Beeinträchtigungen für das jeweils andere nach sich zieht.
Damit will ich Vergewaltigungen NICHT relativieren, aber wenn JEDES Sprechen über Falschbeschuldigungen relativiert wird, ist irgendetwas nicht mehr ehrlich in der Diskussion.
Ich finde es ziemlich widerlich, wie sie die Folgen einer Falschbeschuldigung für die unschuldigen Männer verharmlosen. Anders als andere Verbrechensopfer erhalten die nämlich keinerlei Unterstützung, im Gegenteil: verleumde nur frech, es bleibt immer etwas hängen (ob Seneca auch schon Menschenmit Opfer-Abo kannte?)
So gut wie immer sind Job, Partner, Kinder weg, und zwar dauerhaft. Erst kürzlich wurde ein Krankenpfleger fälschlich der sexuellen Belästigung beschuldigt - die Aufklärung hat gerade mal eine Woche benötigt, entlassen war er trotzdem schon (ging auch durch die Presse). So schnell geht das.
Falschbeschuldigungen sind kein Kavaliersdelikt, also unterlassen Sie Ihre Verharmlosungen.
Können Sie eigentlich nicht differenzieren? Eine Ex-Freundin meines Freundes hat meinen Ex-Freund beschuldigt, das gemeinsame Kind missbraucht zu haben. Und das in der Absicht, ihn zum Selbstmord zu bringen, damit sie sein Vermögen erben konnte. Glücklicherweise hat er das nicht getan, sondern hat erfolgreich (wenn auch begleitet von vielen Demütigungen und unter Mitnahme sämtlicher irgendwie erreichbaren finanziellen Vorteile seitens der Kindesmutter) eine Beziehung zu seinem Kind aufzubauen, was ganz sicher nicht möglich gewesen wäre, wenn an den Vorwürfen etwas gewesen wäre.
Auch derjenige der einmal wegen falscher Beschuldigung in der JVA saß, ist ewig geprägt und gesellschaftlich ruiniert. Hätten sie gern einen möglichen Sexualstraftäter, auch wenn er freigesprochen wurde, als Nachbarn, als Partner? Keiner vergewaltigten Frau ist geholfen, wenn man Unschuldige ins Gefängnis steckt.
Was das Unwort anbelangt: Es kommt auch auf den Kontext an. Wer würde einer vergewaltigten und traumatisierten Frau nicht zubilligen, abfällige und zu pauschalierende Bemerkungen über Männer zu machen?
Das Opfer war hier aber Kachelmann. Auch wenn seine Wortwahl unglücklich erscheint, ist sie aus seiner Sicht - als mutmaßliches Opfer einer Falschbeschuldigung und Freiheitsberaubung - doch nicht wirklich vorwerfbar.
"Scheinbar" scheint sich anscheinend durchzusetzen - bitte vergessen Sie nicht, dass "scheinbar" einen Trugschluss bezeichnet, während "anscheinend" eine Tatsache beleuchtet.
Ja, was ist schon ein ruinierter Ruf - als Vergewaltiger. Ihnen ist schon klar, was das heisst: Vergewaltiger. Klingt ja bei Ihnen, als handle es sich um ein Kavaliersdelikt. Wie kann man es sich nur anmassen, sich bei einer solchen Beschuldigung(!) zur Wehr zu setzen. Klar, Kachelmann wäre gesellschaftlich besser beraten gewesen, hätte er das Wort "Täter-Abo" für Männer geprägt. Ich greif einfach ihren (hinkenden, weil es einfach nicht wahr ist, dass alle nicken, wenn jemand sagt, dass alle Frauen ein Opfer-Abo gelöst hätten) Türken-Vergleich auf: Wenn jemand sagt, es gibt Türken, die Verbrechen begehen, ist das ok. Wenn aber jemand sagt, es gibt Frauen, welche die derzeit vorherrschende gesellschaftliche Grundstimmung hinsichtlich des Komplexes Macht/Sexualität/Selbstbestimmung dafür ausnützen, um sich selbst als wehrloses Opfer in den Fängen zähnefletschender Wölfe zu stilisieren (aka Opfer-Abo), dann ist das Geschrei gross. Frauen sind ja so gute Menschen, ethisch und moralisch gar nicht zu solch niederträchtigen Handlungen und Einwürfen fähig, oder?
Man sollte einfach fair sein: Genauso, wie Kachelmann ein niederträchtiger Vergewaltiger sein könnte, wer weiss das schon, könnte seine Ex genau das gemacht haben: Sich als Opfer stilisiert haben - wer weiss das schon.
... der ich nur zustimmen kann.
"dann nickt jeder und sagt "Ist doch was wahres dran"" Ja? ich nicht und ich kenne einige die das auch nicht taten.
Aber darum gehts m. E. nicht nur. Die "Pleite Griechen" waren in der Lage, Politik zu beeinflussen, "Hektik" zu erzeugen machen und so Stimmjungen zu beeinflussen. In der potentiell bewegenden, negativen Kraft also viel größer.
Und das ist der Punkt. Weltanschauung durchsetzen kann nicht der Zweck so eines Gremiums sein, welches sich wissenschaftlich nennt.
Sonst gibts Wissenschaft anch politischem oder parteilichem Bedürfnis. Hatten wir schon mal. Wissenschaft soll zum Nachddenken anregen aber nicht vorschreiben, was man sagt.
Der Unterschied: Griechenland war pleite aber man reduziert die Menschen nicht und schreibt sie in der Form nicht ab. Opfer-Abo ist subjektive Auffassung von einer Person, die nur eins ist, nämlich prominent.
Und auch die haben das Recht, Mist zu reden. Aber wir haben das Recht, nicht mit ihnen auf eine Stufe gestellt zu werden.
"dann nickt jeder und sagt "Ist doch was wahres dran"" Ja? ich nicht und ich kenne einige die das auch nicht taten.
Aber darum gehts m. E. nicht nur. Die "Pleite Griechen" waren in der Lage, Politik zu beeinflussen, "Hektik" zu erzeugen machen und so Stimmjungen zu beeinflussen. In der potentiell bewegenden, negativen Kraft also viel größer.
Und das ist der Punkt. Weltanschauung durchsetzen kann nicht der Zweck so eines Gremiums sein, welches sich wissenschaftlich nennt.
Sonst gibts Wissenschaft anch politischem oder parteilichem Bedürfnis. Hatten wir schon mal. Wissenschaft soll zum Nachddenken anregen aber nicht vorschreiben, was man sagt.
Der Unterschied: Griechenland war pleite aber man reduziert die Menschen nicht und schreibt sie in der Form nicht ab. Opfer-Abo ist subjektive Auffassung von einer Person, die nur eins ist, nämlich prominent.
Und auch die haben das Recht, Mist zu reden. Aber wir haben das Recht, nicht mit ihnen auf eine Stufe gestellt zu werden.
Ja, Herr Wutbürger.
Strohhalm im Auge des Anderen und Balken bei sich selbst nicht bemerkt.
Danke für das Aufzeigen der einfachen Gegebenheit bei solchen Kommentaren. Wer hier Wutbürger ist, da er wegen eines wegen mangels an Beweisen abgeblasenen Gerichtsprozess, die gesamten Frauen, die sich bei einer Vergewaltigung an die Polizei wenden unter "Opfer-Abo" zusammenfasst, ist ja wohl eher klar.
Hier werden alle Opfer mit erfasst.
Klar, hier in Deutschland ist alles besser für Frauen und alles schlechter für Männer - falsche Welt, was?
"Danke für das Aufzeigen der einfachen Gegebenheit bei solchen Kommentaren. Wer hier Wutbürger ist, da er wegen eines wegen mangels an Beweisen abgeblasenen Gerichtsprozess, die gesamten Frauen, die sich bei einer Vergewaltigung an die Polizei wenden unter "Opfer-Abo" zusammenfasst, ist ja wohl eher klar."
Ihnen offenbar nicht:
Wie ich schon geschrieben hatte, hat sich Herr Kachelmann über die Gesellschaft und ihr Bild von Frauen als potentielle Opfer geäußert.
Nochmal kurz:
Hat sich über die Gesellschaft geäußert.
Nicht über Frauen.
"Danke für das Aufzeigen der einfachen Gegebenheit bei solchen Kommentaren. Wer hier Wutbürger ist, da er wegen eines wegen mangels an Beweisen abgeblasenen Gerichtsprozess, die gesamten Frauen, die sich bei einer Vergewaltigung an die Polizei wenden unter "Opfer-Abo" zusammenfasst, ist ja wohl eher klar."
Ihnen offenbar nicht:
Wie ich schon geschrieben hatte, hat sich Herr Kachelmann über die Gesellschaft und ihr Bild von Frauen als potentielle Opfer geäußert.
Nochmal kurz:
Hat sich über die Gesellschaft geäußert.
Nicht über Frauen.
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