Fotograf Michel Comte : Stil ohne Stilistik

Seit Jahrzehnten beeinflusst Michel Comte die Modefotografie. Doch nicht Kleider stehen bei ihm im Fokus, sondern Persönlichkeiten, wie eine Ausstellung in Berlin zeigt.

Auf eine bestimmte Stilistik lässt sich der Fotograf Michel Comte nicht festlegen. Vielmehr passt er mit einiger Experimentierfreude seine Bildsprache den Persönlichkeiten seiner Motive an. Der 1954 geborene Schweizer ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Modefotografen, seine Bildästhetik prägte die Neunziger und beeinflusst bis heute die Fotografie. Seine Porträts von Sophia Loren, Jörg Immendorff oder Iggy Pop, aber auch einige Fotoreportagen, sind bis zum 1. Juni in der Galerie Camera Work in Berlin zu sehen.

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Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Keine eigene Handschrift

Halte die Fotografien von Michel Comte für wahrlich nichts besonderes. Weder ist eine eigene Handschrift zu erkennen (eher nur Plagiate von anderen Modefotografen z.B. Avedon), noch gibt es hier eine durchgehende Linie. Ein bisschen mit teurem Equipement rumgeknipst und das war's dann auch.

Popularität ist nicht äquivalent mit Qualität

Ich muss mich der Kritik des ersten Kommentars anschließen. Unter den hier vorgestellten Arbeiten sind kaum bemerkenswerte Portraits vorhanden. Außer Immendorf und Jeremy Irons sind die Portraits zumeist schnappschüssig, langweilig komponiert, kitschig und wirken aufgesetzt. Stereotypes In-die-Kamera-Lächeln ist arg abgenutzt und halb geschlossene Augen (weil der Fotograf den richtigen Moment verpasst, vgl. Daryl Hannah) - zeugen weder von Kunst noch von gutem Handwerk. Ein Blick auf die Homepage von Comte lässt ebenfalls keine Preziosen entdecken - schade.

Ich hätte es nicht gewagt solche Arbeiten überhaupt zu veröffentlichen. Die Popularität des Modells allein macht noch lange kein sehenswertes Portrait.

Ronald Daedalus Vogel
- Charakter Portrait Fotografie -

Ich musste lachen

Einer der begnadetsten Fotografen unserer Zeit und hier melden sich drei "Profis" zu Wort und reden ihn klein. Neid und Missgunst. Aber eventuell kriegen Sie die ganzen Menschen von Comte ja auch noch vor die Kamera und zeigen dann mal, wie es gemacht wird. Ich meine, dass die ganzen Leute sich von Comte fotografieren lassen und ließen, das lag ganz bestimmt nur an seinem Namen. ^^

cheers