Papst-RücktrittRatzinger hat das Papstamt verweltlicht

Der Papst-Rücktritt ist ein gewaltiger Tabubruch. Er bringt das sakrale Gebilde Kirche auf das Niveau irdischer Vernunft, sagt der Medienwissenschaftler Jochen Hörisch. von Jochen Hörisch

Papst Benedikt XVI. während der Aschermittwochsmesse. Zwei Tage zuvor hatte er seinen Rücktritt angekündigt.

Papst Benedikt XVI. während der Aschermittwochsmesse. Zwei Tage zuvor hatte er seinen Rücktritt angekündigt.   |  © GABRIEL BOUYS,GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images

Ein Papst ist nicht irgendein Regierungschef, der nach einer Verfehlung zurücktreten kann beziehungsweise zurückgetreten wird. Er ist vielmehr der Stellvertreter Christi auf Erden. Nun ist ausgerechnet ein Papst zurückgetreten, der in voller Übereinstimmung mit der katholischen Tradition ein entschieden sakramentales Verständnis der Kirche und des Priester-, Bischofs- und Papstamtes hat.

In klarer Abgrenzung von seinem Vorgänger Johannes Paul II., der trotz schwersten Leidens das Kreuz des päpstlichen Amtes bis zum Ende trug, begibt sich Benedikt XVI. auf ein weltliches Niveau. Er tritt zurück – so wie die evangelische Bischöfin Margot Käßmann nach einer Autofahrt unter Alkohol.

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Das ist und bleibt tief irritierend. Es sind mit eigentümlicher Regelmäßigkeit die kampfbereiten Traditionalisten, die Ironiefreien, die Selbstdistanzunfähigen, die das ruinieren, wofür sie sich begeistern. Den größten Kritikern der katholischen Kirche konnte nichts Besseres geschenkt werden als die extrem konservativen und vielleicht gerade deshalb skandalanfälligen Kulturkämpfer Mixa, Groer, Williamsen, Meißner, Müller – und eben auch Papst Benedikt XVI., der diesen politisch, kulturell und theologisch erzkonservativen Figuren ersichtlich nahe stand. Das Feindbild der Kirchenfeinde erwies sich als robust, weil plausibel. Soviel Zerstörung katholischer Bestände durch erzkonservative Kirchenfürsten gab es schon lange nicht mehr.

Jochen Hörisch

Jochen Hörisch ist Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. Er veröffentlichte unter anderem das Buch Gott, Geld, Medien in der edition suhrkamp; in dem 2006 ebenfalls in der edition suhrkamp erschienen Band Die Ratzinger-Funktion ist er mit einem Beitrag vertreten.

Dem Pontifikat von Benedikt XVI. sind die größten Kirchenkritiker dankbar. Der Heilige Geist wehte offenbar nicht verlässlich dort, wo der Heilige Vater weilte. Nach dem gewaltigen Tabubruch des Papst-Rücktritts stehen nun selbstredend weitere Tabus zur Überwindung an. Wenn ein traditionsbewusster Papst sich selbst überwindet und einen säkular-profanen Rücktritt vorexerziert, warum sollte die Katholische Kirche dann nicht auch bei anderen Fragen souveräne Schritte wagen? Beim Zölibat etwa, der Schwangerschaftsberatung, der Priesterweihe für Frauen, der Homophobie des Männerbundes Kirche, der Exkommunikation von Geschiedenen, der Überwindung undemokratischer Strukturen oder der Ökumene. Ratzingers Entscheidung hat die pathologieanfälligen Strukturen einer geschlossenen Sakral-Institution halbwegs auf das Niveau irdischer Vernunft gebracht.

Leserkommentare
    • lxththf
    • 21. Februar 2013 20:21 Uhr

    einfach nur respektlos.
    Egal was man der Kirche alles vorwerfen kann (und die Liste ist nicht kurz) so sollten Sie sich vor Augen halten und führen, welchen Stellenwert diese Institution, der Glaube, das Papat für viele Millionen Menschen hat und es hat mehr verdient, als einfach nur in den Dreck gezogen zu werden.
    Es gibt einen Grund, warum so viele Menschen bereitwillig (ja, dass ist immernoch freiwillig) Mitglied in der Katholischen Kirche sind. Hoffnung, Seelsorge, psychologische Betreuung in Krisensituation, humanitäre Hilfe, ethische Aufruf und der ganze Rattenschwanz an humanitären Einrichtungen gehören dazu. Krankenhäuser, Altenpflege, Kindergärten, Bahnhofsmissionen und andere Einrichtungen. Also einfach ein bisschen mehr Respekt bitte.

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    "Es gibt einen Grund, warum so viele Menschen bereitwillig (ja, dass ist immernoch freiwillig) Mitglied in der Katholischen Kirche sind."

    Hier in Deutschland ist die Situation folgende:
    - ungetauftes Kind => teilweise große Probleme, einen Kindergartenplatz zu finden.
    - ungetauftes Kind => immer noch Außenseiter, mindestens in der ländlichen Grundschule.
    - ungetauftes Kind => kein BMX-Rad zur Kommunion / Konfirmation
    - ungetaufter Erwachsener, der in der Pflege arbeiten möchte => großes Problem

    Mit Volljährigkeit sind wir dann automatisch (!) in der Kirche, werden als Mitglied in der Statistik geführt und zahlen Kirchensteuer.

    Wer austreten will, muss zum Amt und zwischen 20 und 70 Euro bezahlen (!).

    Wie viele "Freiwillige" gäbe es denn ohne diese Automatismen?

    Wäre die Mitgliedschaft "Opt-In" und die Kirchen hätten mehr als 20% der deutschen Bevölkerung als Mitglied - DANN hätte ich Respekt.

  1. Joseph Ratzinger ist letztlich sich selbst treu geblieben. Mit Demut,Bescheidenheit,Ehrlichkeit und Verantwortungsbewußtsein der Kirche und sich selbst gegenüber.Dafür Chapeau! Man kann sicher über manche seiner, oder von ihm mitgetragener Entscheidungen, oder seine Amtsführung geteilter Meinung sein, aber er hat sich persönlich nicht überhöht.Das Amt war nie etwas anderes als ein Amt des vorübergehenden Sachwalters, ein Amt auf Zeit. Das Amt eines Dieners - nicht mehr, aber auch nicht weniger.Ob dies alle seine Vorgänger, das gesamte Umfeld, die Organisation, dies auch so verstanden haben und verstehen?? Über die vielschichtigen möglichen Hintergründe des Rücktritts mag man spekulieren. Letztlich kommt man auf den Eingangssatz zurück - Joseph Ratzinger ein kleiner,großer Mensch mit Charakter! Was die Kirche an wahrhafter Rückbesinnung, an Neu-Orientierung, an alles überragender Zielsetzung wirklich braucht, konnte allerdings auch er nicht leisten.
    Heiner Geißler hat es kurz und prägnant formuliert:
    Was würde Jesus (zu dieser Kirche) heute sagen ???!!!

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  2. 19. Respekt

    "Es gibt einen Grund, warum so viele Menschen bereitwillig (ja, dass ist immernoch freiwillig) Mitglied in der Katholischen Kirche sind."

    Hier in Deutschland ist die Situation folgende:
    - ungetauftes Kind => teilweise große Probleme, einen Kindergartenplatz zu finden.
    - ungetauftes Kind => immer noch Außenseiter, mindestens in der ländlichen Grundschule.
    - ungetauftes Kind => kein BMX-Rad zur Kommunion / Konfirmation
    - ungetaufter Erwachsener, der in der Pflege arbeiten möchte => großes Problem

    Mit Volljährigkeit sind wir dann automatisch (!) in der Kirche, werden als Mitglied in der Statistik geführt und zahlen Kirchensteuer.

    Wer austreten will, muss zum Amt und zwischen 20 und 70 Euro bezahlen (!).

    Wie viele "Freiwillige" gäbe es denn ohne diese Automatismen?

    Wäre die Mitgliedschaft "Opt-In" und die Kirchen hätten mehr als 20% der deutschen Bevölkerung als Mitglied - DANN hätte ich Respekt.

    3 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 21. Februar 2013 21:00 Uhr

    na aber wenn das mal nicht ein unüberwindbares Hindernis ist. Ich glaube nicht, dass die Situationsbeschreibung auf ganz Deutschland zutrifft, denn interessanterweise befinden sich viele Bekannte in meinem Umfeld, die im Pflege- Krankenhaus und Erziehungsbereich arbeiten und die Probleme sind da gering.
    Es mag viele Gegenden geben und ich möchte Ihre persönlichen Erfahrungen, oder derjenigen Ihrer Bekannten nicht in Frage stellen, sondern einfach nur die Perspektive erweitern.
    PS: ungetaufte Kinder = Jugendweihe und Bargeld ;)
    Kann es sein, dass es vielleicht einfach auch an dem Ost/Westgegensatz liegt?

    "Kann es sein, dass es vielleicht einfach auch an dem Ost/Westgegensatz liegt?"

    Kann es sein, daß ein paar Beispiele, daß es nicht immer und überall so ist, unerheblich sind?

    Wie wäre es, Sie gingen auf meine Argumente ein, die die Gesamtsituation betreffen?
    Argumente, die auf für jeden überprüfbaren Behauptungen beruhen?

    Möchten Sie mir widersprechen, wenn ich formuliere:
    Wenn man in Deutschland konfessionslos leben möchte, dann trägt man von Geburt ins zum Tod das Risiko benachteiligt zu werden?

    Können Sie mir sagen, warum das so sein und bleiben muss?

    • _bla_
    • 23. Februar 2013 12:56 Uhr

    Mit Volljährigkeit sind wir dann automatisch (!) in der Kirche, werden als Mitglied in der Statistik geführt und zahlen Kirchensteuer.

    Sie sind auch schon der Volljährigkeit Mitglied und werden in der Statistik geführt. Mit der Volljährigkeit ändert sich nichts.

    @19: Mitglied der Kirche ist wer 1. getauft ist und 2. beim Arbeitgeber brav sein Kreuzchen bei rk./ev. gemacht bzw. seine Religionszugehörigkeit angegeben hat. Nix automatisch mit 18. Wenn das bei Ihnen der Fall sein sollte dann rufen Sie mal bei Ihrem StB an und lassen sie den das richtig stellen.

  3. Die Besorgnis des Germanisten um die Verweltlichung des Papstamtes und um einen weiteren Verlust der Glaubwürdigkeit muss nicht allzu hoch eingeschätzt werden. Vernünftige Entscheidungen - und um eine solche handelt es sich hier beim freien Rückzug des Papstes - stabilisieren gerade die sakramentale Verfassung der Kirche. Menschen, die Amt und Person trennen können, die der "Sache", der Botschaft des Evangeliums Vorrang vor der eigenen Position einräumen, die zeigen, dass der Papst der "Diener" an der Gemeinschaft der Katholiken ist, verdienen uneingeschränkten Respekt. Das ist auch der weit überwiegende Tenor der veröffentlichten Presse. Die katholische Kirche wird ihren Anspruch als "Zeichen des Heils und der Einheit der Christen" nicht dadurch verlieren, dass sich der oberste Repräsentant in einer vorbildlichen Weise als gebrechlicher, gegenüber dem Anspruch Gottes demütiger Mensch verhält. Die übergroße Mehrheit der Katholiken, seien sie eher konservativ oder liberal, bewundert und achtet die Entscheidung dieses großen Papstes, dessen theologisches Werk wohl auch manchem Germanisten verborgen geblieben ist. Jeder - auch bissige Kommentatoren - sollten nicht nur zum Rückzug, sondern auch zum Innehalten bereit sein. Vorsicht ist besser als ein vorschnelles Urteil.

    11 Leserempfehlungen
    • lxththf
    • 21. Februar 2013 21:00 Uhr

    na aber wenn das mal nicht ein unüberwindbares Hindernis ist. Ich glaube nicht, dass die Situationsbeschreibung auf ganz Deutschland zutrifft, denn interessanterweise befinden sich viele Bekannte in meinem Umfeld, die im Pflege- Krankenhaus und Erziehungsbereich arbeiten und die Probleme sind da gering.
    Es mag viele Gegenden geben und ich möchte Ihre persönlichen Erfahrungen, oder derjenigen Ihrer Bekannten nicht in Frage stellen, sondern einfach nur die Perspektive erweitern.
    PS: ungetaufte Kinder = Jugendweihe und Bargeld ;)
    Kann es sein, dass es vielleicht einfach auch an dem Ost/Westgegensatz liegt?

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  4. "Kann es sein, dass es vielleicht einfach auch an dem Ost/Westgegensatz liegt?"

    Kann es sein, daß ein paar Beispiele, daß es nicht immer und überall so ist, unerheblich sind?

    Wie wäre es, Sie gingen auf meine Argumente ein, die die Gesamtsituation betreffen?
    Argumente, die auf für jeden überprüfbaren Behauptungen beruhen?

    Möchten Sie mir widersprechen, wenn ich formuliere:
    Wenn man in Deutschland konfessionslos leben möchte, dann trägt man von Geburt ins zum Tod das Risiko benachteiligt zu werden?

    Können Sie mir sagen, warum das so sein und bleiben muss?

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    • lxththf
    • 21. Februar 2013 21:32 Uhr

    und das massiv und ich habe bereits den Erklärungsansatz genannt. (im Osten hat die Kirche vielleicht eine andere Stellung auf Grund der DDR). Die meisten Menschen die ich kennengelernte habe, sei es in der Schule, im Studium oder bei der Arbeit gewesen sind konfessionslos. Sie alle kamen aus unterschiedlichsten Teilen der Republik und da ist es irritierend, dass Sie hier der Meinung sind, für ganz Deutschland sprechen zu wollen.
    Wie ich bereits sagte. Ich möchte Ihnen Ihre Erfahrungen nicht absprechen und genauso sollten Sie es vielleicht mit den meinen halten? Meine Großeltern waren damals Kirchenmitglieder und sind problemlos ausgetreten.
    Es gibt Regionen (mir schwebt das bayrische Klischee vor) bei denen die Kirche tief gesellschaftlich verwurzelt ist, aber es gibt eben auch Berlin, Brandenburg, Sachsen, NRW, usw.
    Kindern mag also hier und da ein Nachteil entstehen, wenn sie konfessionslos sind, das kann es aber genauso umgekehrt. Die Katholiken die ich kennenlernte hatten es auf Grund ihres Glaubens nicht immer einfach und mussten sich im Leben viel anhören, vor allem aber immer wieder ihren Glauben, die Institution und den Papst rechtfertigen und irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass man das Ganze eben nicht nur Schwarz/Weiß sehen sollte und das Konstrukt katholische Kirche sehr komplex ist.

    ich lebe und arbeite seit fast 60 Jahren in Bayern und bin vor 20 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Außer den üblichen kleinen Dreckhaufen, in die man als Ungläuber mal so tritt, ist mir eigentlich kein negatives Erlebnis bewußt. Mein Sohn konnte sich in der Schule frei zwischen katholischer, evangelischer und ethischer Gewissensbildung entscheiden und hat das auch mit Gewinn getan. Also ich kann das eigentlich nur empfehlen.

    > Möchten Sie mir widersprechen, wenn ich formuliere:
    > Wenn man in Deutschland konfessionslos leben möchte,
    > dann trägt man von Geburt ins zum Tod das Risiko
    > benachteiligt zu werden?

    Hm ... ich bin lupenreiner Atheist ... und mir ist meine Benachteiligung noch gar nicht aufgefallen. Unsere Kleine ist im katholischen Kindergarten - da war das Taufbuch egal - anders wäre auch die Anwesenheit ihrer muslimischen SpielkameradInnen nicht zu erklären.

    Ich kann mich also über die von Ihnen geschilderten Verhältnisse nur wundern.

    Bitte teilen Sie mir noch mit, wo genau Sie wohnen, damit ich da bloß nicht aus Versehen hinziehe ... Zum Troste: Im übrigen Deutschland ist es nicht so schlimm wie bei Ihnen ;-) :-)

  5. Es gab bereits einen Papstrücktritt, nämlich vor 700 Jahren. Und das Papsttum wurde deshalb nicht verweltlicht. Auch haben Pius XII, Paul VI und Johannes Paul II Rücktrittsschreiben sozusagen im Tornister gehabt. Bspw. wäre Pius XII automatisch zurückgetreten gewesen, hätten sich die Nazis an ihm vergriffen. Papst Benedikts Rücktritt aus Altershinfälligkeit wiederum ist jener Vernunft geschuldet, die er in seinen Schriften vielfach als eine mit dem Glauben im Einklang stehende Lebensmaxime propagiert hat. Ein persönlicher Bruch ist also nicht erkennbar. Und Bnedikts Begründung hat höhere Plausibilität als der banale Anlass einer Alkoholfahrt wie im Falle von Frau Käßmann.

    Im übrigen wird sich weisen, welche Wirkung Papst Benedikts Rücktritt noch entfalten wird. Der angekündigte Rückzug in eine quasimönchische Lebensform in Abgeschiedenheit wird möglicherweise eine stille spirituelle Kraft entfalten, die den im Verbogenen betenden ehemaligen Papst zu einer Ikone christlicher Demut und Gottergebeneheit verklären wird. Über Papst Benedikt ist ganz sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen. Und vom Verfasser dieses Artikels ohnehin nicht.

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    • Esilram
    • 21. Februar 2013 22:11 Uhr

    Eustochium, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Danke für Ihren Leserbeitrag!!!!!

    @ eustochium
    Der Rücktritt Benedikts ist mit dem des Papstes Coelestin V. nicht zu vergleichen, der vermutlich durch Intrigen erzwungen war. In Dantes Divina commedia ist dieser Papst jedenfalls als Feigling in der Hölle zu finden.
    Ob Benedikts Rücktritt mutig oder feige war, kann man wohl nicht eindeutig beantworten. Mutig, insofern als es keinen echten Präzedenzfall gibt (wohl aber eine kirchenrechtliche Grundlage). Man mag gespannt sein, auf Benedikts zukünftige Rolle gespannt sein. Wie verhält es sich mit dem Unfehlbarkeitsdogma, wenn es in Zukunft einen Papst und einen Expapst gibt.
    Ob der Rücktritt angesichts der Vatileaks-Affäre als feige zu bezeichnen ist, werden wir nicht erfahren, denn ich glaube nicht, dass der geheime Report, von dem la Republica über einen Informanten Kenntnis haben soll, jemals veröffentlicht wird. Aber wer weiß schon, wer der neue Papst wird und wie der mit dem Thema umgeht?
    Eine Verweltlichung des Papstamtes durch den Rücktritt halte ich für eine abenteuerliche These - ebenso den Vergleich mit Margot Käßmann. Insofern enttäuscht der reißerisch aufgemachte Artikel.
    In jedem Fall ist der Rücktritt Benedikts ein Signal des Wandels im Vatikan. Von nun an wird es auch einem späteren Papst leichter möglich sein, in diesem bemerkenswerten Schritt Joseph Ratzinger zu folgen.

    • fxreif
    • 21. Februar 2013 21:19 Uhr

    Dass der Autor des Artikels sich mit der Kirche und dem Papsttum schwer tut - bzw. nichts versteht - lässt sich schon daran ablesen, dass er schreibt, dass der Papst "Stellvertreter Christi auf Erden" sei. Das ist blanker Unsinn! Der Papst versteht sich als Nachfolger auf dem Stuhl des Apostels Petrus mit dem Auftrag, den Glauben und die Lehre über die ganze Welt zu verbreiten. Leider wird über das wohltätige Wirken der Kirche nicht besonders berichtet, passt ja auch nicht zum doch so aufgeklärten Zeitgeist.
    Wenn der Schreiber im Vergleich zum Papst nur über einen Bruchteil an Demut u. Verantwortungsgefühl verfügte, hätte er sich und den Lesern diesen Artikel erspart.

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