Rechtsprechung : Rechtsphilosoph Ronald Dworkin ist tot

Sein Thema waren die Bürgerrechte, seine Theorie zur Menschenwürde machte ihn bekannt. Jetzt starb der Rechtsphilosoph Dworkin im Alter von 81 Jahren.

Der Rechtsphilosoph Ronald Dworkin ist tot. Der Amerikaner starb nach Angaben des Suhrkamp-Verlages, der seine Werke in Deutschland veröffentlicht hat, in London. Dworkin wurde 81 Jahre alt. Er gehörte zu den einflussreichsten Denkern seines Landes.

Der Philosoph wurde vor allem durch seine Theorie des "law as integrity" bekannt. Darin wandte er sich gegen den sogenannten Positivismus in der Rechtsprechung, der Rechte von Bürgern nur dann als gegeben sieht, wenn sie in Gesetzestexten festgehalten wurden. Dworkin vertrat hingegen die Ansicht, dass die Würde des Menschen gewisse natürliche Rechte verleihe, die nicht festgeschrieben sein müssten. Zudem entwickelte er einen "egalitären Liberalismus", dessen Theorie die Gleichheit als Bedingung von Freiheit betont.

Er erhielt viele Preise, etwa den Bielefelder Wissenschaftspreis (2006) und den norwegischen Holberg-Preis (2007). Mitte November wurde Dworkin in Rom mit dem Balzan-Preis geehrt, der mit einer Million Schweizer Franken dotiert ist.

Zuletzt war er Professor für Philosophie an der New York University. Er publizierte Arbeiten zum Thema Altern und Bürgerrechte. Verschiedene seiner Bücher erschienen auch in europäischen Sprachen sowie auf Japanisch und Chinesisch.

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