Aladdin Sane blickt zurück

Der 16-jährige David Robert Haywood Jones – bevor er Bowie hieß – auf einem Werbefoto für die Band The Kon-rads 1963 | © The David Bowie Archive/V&A Images
Wie sieht es wohl aus im Keller von Aladdin Sane? Die Kuratoren des Londoner Victoria and Albert Museum durften als erste ins David-Bowie-Archiv hinuntersteigen und haben mehr als 300 Stücke hervorgeholt, an denen sich erzählen lässt, wie Bowie in fünf Dekaden Popgeschichte geschrieben hat. Fotos, Filme, Kostüme, Zeichnungen, Texte und Musik sind vom 23. März bis 11. August zu bestaunen. Aber was ist schon Ziggy Stardusts Anzug ohne das fantastische Geschöpf darin? Wir zeigen Bilder der Ausstellung David Bowie is.
- Datum 21.03.2013 - 16:27 Uhr
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Schon verrückt: in dem kleinen, erzkonservativen und tiefkatholischen Dorf, in dem ich aufwuchs und das noch immer in der norddeutschen Tiefebene vor sich hindümpelt, sah ich vor einigen Wochen eine Schaufenster-Deko im Stil von "Alladdin Sane" - dem Bowie-LP-Cover mit dem berühmten Z-Blitz im Gesicht.
30 Jahre zurück versetzt erinnerte ich mich mit Grauen daran, wie es war, als "Freak" dort verurteilt zu werden, nur weil ich "Bowie-Fan" war. Das ging so weit, dass die Eltern meiner besten Freundin - ebenfalls schon früh mit dem Virus "Bowie" infiziert so wie ich etwa im Alter von 10, 11 Jahren - uns als "abartig und krank im Kopf" beschimpften!
Auch in der Schule war es zur damaligen Zeit (Anfang der 80er) nicht leicht, ihn musikalisch zu vertreten. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir den Vorwurf anhören musste, ich könne ja wohl nur lesbisch sein, wenn ich auf Bowie stünde, denn der sei ja schließlich schwul! (Was für eine bestechende Logik!)
Schon seltsam: war ich all die Jahre - mit Ausnahme meiner besten Freundin - allein auf weiter Flur mit meiner Liebe zu David Bowie, seiner Musik, seiner Kunst - bin ich umso verwunderter, dass sein neues Album "The Next Day" in Deutschland auf Platz 1 einstieg (ein absolutes Novum!), was ja ganz offensichtlich bedeutet, dass es außer mir noch ein, zwei andere Bowieaner da draußen geben muss.
Für die - und mich - kann ich nur dringend wünschen, dass die Ausstellung "David Bowie is..." auch nach Deutschland kommt!
Auch das neueste Album erzeugt in mir nur den Wunsch etwas anderes zu hören. Bowie singt Bowie und inszeniert sich selbst. Vielleicht sollte er sich besser in David Boarding umbenennen.
Meine Güte, der ware echt engel-hübsch.
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