Der Pritzker-Preis für Architektur geht in diesem Jahr an den Japaner Toyo Ito. Der 71-Jährige vereine in seinen Entwürfen "konzeptuelle Innovation mit großartig umgesetzten Bauten", begründete Jury-Präsident Peter Palumbo die Entscheidung. Mit seinem "einzigartigem Talent" habe Ito mehr als 40 Jahre lang "eine außergewöhnliche Architektur" geschaffen.  

Ito dankte dem Komitee, fügte allerdings hinzu, dass er selbst nie ganz zufrieden sei mit seiner Arbeit. "Wenn ein Bau fertig ist, werden mir jedenfalls schmerzhaft meine eigenen Unzulänglichkeiten bewusst, und das wird in Energie umgewandelt, um mich dem nächsten Projekt zu stellen", schrieb der Architekt.

Zu seinen wichtigsten Werken zählt Ito die 2001 in der japanischen Stadt Sendai fertiggestellte Mediatheque. Die erdbebensicher gebaute Bibliothek und Kunstgalerie ist von schrägen Zylindern durchzogen, die das schwere Beben von 2011 schadlos überstanden. Von ihm stammt auch das Stadion für die World Games 2009 in Taiwan. Für die Ausstellung "Berlin- Tokyo/Tokyo-Berlin" (2006) in dem Berliner Museum Neue Nationalgalerie gestaltete Ito die obere Halle als eine riesige begehbare Skulptur.

Mit Ito erhält zum sechsten Mal ein Japaner den Pritzker-Preis, der als Nobelpreis der Architektur gilt. Zusätzlich zu einer Bronzemedaille erhalten die Gewinner ein Preisgeld von 100.000 Dollar. Die Verleihung des Preises soll am 29. Mai in Boston stattfinden.