Bei einer Razzia in mehreren Bundesländern und im Ausland haben Fahnder eine mutmaßliche Bande von Kunstfälschern hochgehen lassen. Sie sollen seit 2005 mehr als 400 gefälschte Gemälde verkauft und mehrere Millionen Euro verdient haben, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte. Zwei von sechs Verdächtigen wurden festgenommen und kamen in Untersuchungshaft. Die Beschuldigten im Alter von 41 und 67 Jahren gelten als Spitze der Gruppe.

Den russischen, israelischen und deutsch-tunesischen Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Kunstgemälde der russischen Avantgarde – wie etwa von Wassily Kandinsky – gefälscht zu haben. Sie sollen den Stil der Künstler nachgeahmt und die gefälschten Werke mit Echtheitszertifikaten ausgestattet haben. Die Fälschungen wurden laut BKA in Deutschland und im Ausland verkauft oder ausgestellt, die Verdächtigen sollen pro Bild vier- bis siebenstellige Euro-Beträge kassiert haben. Den Großteil erwarben demnach private Sammler in Deutschland.


Rund 100 Fahnder durchsuchten am Mittwoch und am Donnerstag 28 Wohnungen, Geschäftsräume, Lager und Kunstgalerien und stellten mehr als 1.000 Objekte sicher. Ziel waren unter anderem Gebäude in Wiesbaden, Mainz, Stuttgart, München, Hamburg und Köln. Auch in Israel und der Schweiz waren Fahnder aktiv. "Uns ist mit diesen Ermittlungen ein wichtiger Schlag gegen die international agierende Fälscherszene gelungen", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke.