Der traditionsreiche Brockhaus steht vor dem Aus. Der Medienkonzern Bertelsmann will seine Lexikonsparte aufgeben. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bis Mitte 2014 soll zunächst der Direktvertrieb eingestellt werden. Das Geschäft mit dem Buchhandel reiche nicht zum wirtschaftlichen Überleben aus, hieß es. Die Onlineaktualisierungen sollen noch sechs Jahre fortgeführt werden. 


"Die Zukunft der Marke Brockhaus ist noch unklar", sagte Pressesprecher Matthias Wulff. Denkbar sei, eine Lizenz zu vergeben. "Denn Brockhaus ist eine gute Marke." Verlagsgründer Friedrich Arnold Brockhaus hatte das erste Conversationslexikon 1810 fertiggestellt. Bertelsmann hatte die Marke erst 2009 nach der Zerschlagung des Bibliographischen Instituts & F.A. Brockhaus AG gekauft.

Die Marke Brockhaus gehört zum Wissenmedia Verlag. Der ist wiederum Teil des Direktvertriebsunternehmens InmediaOne. Das wird in den kommenden zwölf Monaten seine Arbeit schrittweise einstellen. Ein Großteil der 300 Arbeitsplätze an den Standorten Gütersloh und München werde wegfallen. Dazu kämen etwa 300 selbstständige Handelsvertreter, sagte Fernando Carro, bei Bertelsmann verantwortlich für das Direktkundengeschäft. Ein Sozialplan soll erarbeitet werden.