Im Herbst 1950 erschütterten Explosionen die Berliner Innenstadt, das Stadtschloss auf der Spreeinsel wurde gesprengt. Im Zweiten Weltkrieg war der Bau stark beschädigt worden und ausgebrannt, nun entledigten sich die DDR-Oberen des ungeliebten Relikts der Monarchie. Seit es 1443 errichtet wurde, war das Schloss Schauplatz historischer Ereignisse, vor allem im frühen 20. Jahrhundert: Kaiser Wilhelm schwor 1914 vom Balkon aus seine Untertanen auf den Ersten Weltkrieg ein, vier Jahre später rief Karl Liebknecht von dort die sozialistische Republik aus.