UnescoHimmelscheibe von Nebra gehört zum Welterbe

Die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra gilt als die älteste Abbildung des Sternenhimmels. Die Unesco hat ihr jetzt den Status eines Welterbes zugesprochen.

Die Himmelsscheibe von Nebra und das Lorscher Arzneibuch sind in das Register des Weltdokumentenerbes Memory of the World aufgenommen worden. Das entschied ein internationales UN-Komitee bei einer Konferenz in der südkoreanischen Stadt Kwangju. Die Unesco sammelt in dem Register bedeutsame Aufzeichnungen aus der Geschichte der Menschheit. 

Die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe aus Nebra in Sachsen-Anhalt gilt als früheste bekannte Abbildung des Sternenhimmels. Sie zeugt nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission von einem großen Verständnis für die Astronomie aus einer schriftlosen Zeit. Die Himmelsscheibe belege, dass die Menschen in der Bronzezeit über exaktes Wissen kosmischer Zusammenhänge verfügten, sagte der Vorsitzende des deutschen Nominierungskomitees, Joachim-Felix Leonhard.

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Das Arzneibuch des Klosters Lorsch in Hessen zählt zu den ältesten Sammlungen von Rezepten und Klostermedizin aus dem Mittelalter. Der Eintrag des Lorscher Arzneibuches vervollständige als erstes mittelalterliches Dokument dieser Art eine Reihe medizinischer Handschriften aus verschiedenen Epochen und Regionen der Welt, sagte Leonhard. Dazu zählten etwa auch Aufzeichnungen aus Korea, der Türkei, Indien und China.

Karl Marx als Welterbe

Erfolgreich war Deutschland auch mit zwei Gemeinschaftsnominierungen mit den Niederlanden und Österreich. Aufgenommen wurden das Kommunistische Manifest und der erste Band des Kapitals von Karl Marx sowie das Grundgesetz des Heiligen Römischen Reichs, die Goldene Bulle. 

Aufgenommen wurden auch die Bestände des Internationalen Suchdienstes (ITS/International Tracing Service), dessen Zentrum für die Dokumentation und Forschung zur nationalsozialistischen Verfolgung, Zwangsarbeit und den Holocaust im hessischen Bad Arolsen angesiedelt ist. Die Nominierung des ITS wurde laut Leonhard auch von deutscher Seite als wichtiger "Beitrag zur Vergangenheitspolitik" unterstützt.

Alle zwei Jahre kann jedes Unesco-Mitglied zwei Vorschläge zur Aufnahme in das "Gedächtnis der Menschheit" einreichen. Es umfasst den Angaben zufolge nun 299 Einträge. Deutschland ist mit 17 Einträgen vertreten. 

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    • Quelle dpa, fz
    • Schlagworte Karl Marx | Unesco | Astronomie | Holocaust | Sammlung | Service
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