Proteste in der TürkeiFernsehmärchen vom harmlosen Wasserwerfer

Unsere Autorin Mely Kiyak traut ihren Augen nicht: In Istanbul beobachtet sie, wie türkische Medienbeiträge über die Demonstrationen systematisch manipuliert werden. von 

Die türkische Polizei geht mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor.

Die türkische Polizei geht mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor.  |  © Osman Orsal/Reuters

Morgens früh der Anruf: "Am Taksim ist was los, schalte den Fernseher ein!" –  "Welchen Sender soll ich einschalten, welchen?" – "Versuch es mit Halk TV." Dieser Sender, übersetzt Volks-TV, sendete in der Nacht von Tayyip Erdoğans Ankunft eine Pinguin-Dokumentation. Aus Protest, weil zuvor ein anderer Sender in der Nacht des Angriffs auf die Demonstranten im Gezi-Park diese Tiersendung statt einer Live-Übertragung zeigte.

Ich suche Halk TV im Internet und finde einen Live-Stream. Dann sehe ich die ersten Bilder. Auf dem Taksim stehen die Toma, so heißen die gepanzerten Wasserwerfer der Polizei. Eine Moderatorin führt mit einem Protestierer aus dem Gezi-Park ein Telefongespräch. Der Mann schreit wütend: "Wir bleiben, wir gehen nicht!"

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Seine Stimme wird immer lauter.

Das Fernsehbild ist ein Fiasko, man kann sich kaum konzentrieren. Das Gespräch wird per Telefonschalte aus dem Gezi-Park geführt, gezeigt wird jedoch der Taksim Platz; es sind Live-Aufnahmen von Dienstag Vormittag. Das Gespräch handelt von der brutalen Räumung des Platzes einige Stunden zuvor. Der Bildschirm ist zweigeteilt. Auf der einen Hälfte der Platz. Auf der anderen Hälfte die Moderatorin im Studio. Aus dem Off der Protestierer aus dem Gezi-Park. Unten läuft ein Werbebanner.

Dann Schalte aus dem Studio. Die Moderatorin versucht mit einem Gesprächspartner, die Livebilder  von 9.00 Uhr einzuordnen.

Moderatorin: "Jetzt im Moment sieht man, wie 1.000 Polizisten gegen 10 Jugendliche kämpfen."

Gesprächspartner: "1.000 Polizisten? Es sind 10.000 Polizisten."

Moderatorin: "Ja, gut, 10.000 Polizisten."

Die Fernsehleute versuchen, die stundenlangen Übertragungen mit etwas Sinnvollem zu füllen. Die Talkshows und Fernsehschalten dauern Stunden an, überall ausuferndes Gequatsche, in der Zeitung hingegen hat kaum ein Artikel mehr als 3.000 Zeichen. So kommt es, dass aus 1.000 Polizisten 10.000 gemacht werden, gezeigt wird aber ein Wasserwerfer.

Mely Kiyak
Mely Kiyak

Jahrgang 1976, ist Publizistin und Schriftstellerin. Zuletzt bereiste sie die verschiedenen politischen Brennpunkte in der Türkei. Über ihre Begegnungen in Istanbul, Anatolien und an der türkisch-syrischen Grenze berichtet sie regelmäßig in der Serie Türkische Tage auf ZEIT ONLINE. Vor wenigen Wochen erschien von ihr "Istanbul Notizen" im neu gegründeten Digitalverlag Shelff.

Von der Räumung des Platzes selbst gibt es zu diesem Zeitpunkt keine Bilder, nur Erzählungen darüber, wie man am Metroausgang ohne Vorwarnung mit Gas empfangen wird. Es gibt eine Szene in der Liveschaltung gegen 10.00 Uhr auf dem Taksim, die mich irritiert. Ein Wasserwerfer verfolgt beharrlich drei Menschen, die Schutzschilde vor sich hertragen. Eine halbe Stunde lang schaue ich zu, wie die Wasserwerfer immer wieder daneben zielen und die drei Männer stets genügend Zeit haben, sich neu zu formieren und Molotow-Cocktails zu werfen.

Ich kann es nicht glauben. Wie kann ein Wasserwerfer, der Tage zuvor in einer zügigen Aktion innerhalb kürzester Zeit den ganzen Platz und Park wegfegte, so beharrlich mit einem halberigierten Strahl ständig danebentreffen? Und wenn er trifft, fällt der Beschossene gar nicht um. Werden da gerade Bilder produziert? Wer sind diese drei angeblich Jugendlichen? Parallel zu den Bildern sagt die Moderatorin das, was die Regierung verlauten ließ: Es ginge lediglich darum, Banner, Transparente und Schilder zu entfernen.

Warum aber steigt kein Polizist aus und nimmt den Männern die Schilder weg? Sollen diese Bilder sagen: Schaut her, alle reden von brutalen Protesten, aber so brutal ist das Ganze nicht? Einer aus dem Studio sagt: "Es hat etwas von einem Szenario." Das bleibt so stehen. In den sozialen Netzwerken kursiert das gleiche Gerücht, diese Bilder seien gestellt. 

Leserkommentare
  1. Ich traue meinen Augen auch nicht unbedingt,wenn ich das Märchen vom friedlichen Demonstranten höre.

    Gibts da keine Mitte?

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    Ich bitte alle Leser sich selbst von ,,Halk tv" ein Bild zu machen.

    Im Vergleich dazu halte ich die BILD-Zeitung für sehr bildend, informierend und tolerant.

    Ja, wieder das Gleiche wie schon einige Foristen zuvor: Opfer verhöhnen und kriminalisieren, ablenken von der berechtigten Anklage eines arroganten, machtfixierten Regierungschefs und die Demonstranten, wenn sie sich wehren, der Gewaltausübung bezichtigen. So funktioniert brainwash.

    Ich weiss, demonstrieren ist in Deutschland unfein. Ich möchte aber an die Fragen vieler erinnern, die bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet konnten: "Warum hat man Hitler nicht rechtzeitig aufgehalten?", "Warum haben alle zugesehen?" ..... Weltweit musste sich in der Geschichte Freiheit bitter erkaempft werden. Ok. Einige Laender dürfen heute den von ihren Vorvaetern hart erkaempften Luxus "Freiheit" geniessen. Sie lehnen sich bequem zurück und kritisieren andere, die anderorts auf diesem Planeten genau für diese Ideale Gesundheit und Leben riskieren. Natürlich kommt das für den modernen Deutschen heute nicht mehr in Frage. Schliesslich ist das ja anstrengend ..... und unfein. Ich gratuliere dem türkischen Volk für seine Wachsamkeit, sein Gespür für Unrecht und für seine Entschlossheit dagegen anzukaempfen. Seine Kinder werden es ihm danken.

  2. Ich bitte alle Leser sich selbst von ,,Halk tv" ein Bild zu machen.

    Im Vergleich dazu halte ich die BILD-Zeitung für sehr bildend, informierend und tolerant.

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    Antwort auf "ich auch?"
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    Wenn die Bild-Zeitung aber das einzige Medium ist, das informiert, würde ich sie trotzdem lesen. Was bringen mir "seriöse" Medien, die im Zweifel ihren Auftrag der unabhängigen Berichtserstattung nicht erfüllen.

    Über Pinguine kann ich auch auf Wikipedia lesen.

  3. Das ist der Propaganda-Sender der CHP schlechthin!

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  4. Wen es interessiert: Selbst die Ultras von Fenerbahce, Besiktas und Galatasaray haben sich "verbrüdert" mit Demonstranten. Es wurde gefeiert, dass selbst die Fans der verfeindeten Fussballclubs gemeinsam gegen Erdogan vorgehen. Das wurde als "Beweis" für Erdogans "Diktatur" angebracht...

    Nun, jeder von Ihnen hat Zugang zum Internet und er kann sich gerne Bilder und Dokus auf Youtube ansehen. Das sind wirklich "friedfertige" Fans... Die sind ja nur für Randale, Massenschlägereien und sehr viele Tote verantwortlich. Was sagt es eigentlich über die Demonstranten aus, wenn sich solche Gruppierungen anschließen? Und wer glaubt, dass diese Gruppierungen "friedlich" protestiert haben, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Übrigens, die Ultra-Aslans (Galatasaray) sind ausgestiegen...

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    << Nun, jeder von Ihnen hat Zugang zum Internet und er kann sich gerne Bilder und Dokus auf Youtube ansehen. Das sind wirklich "friedfertige" Fans... Die sind ja nur für Randale, Massenschlägereien und sehr viele Tote verantwortlich. Was sagt es eigentlich über die Demonstranten aus, wenn sich solche Gruppierungen anschließen? Und wer glaubt, dass diese Gruppierungen "friedlich" protestiert haben, dem ist nicht mehr zu helfen. <<

    Ich glaube kaum, dass die Ultras in Sachen Gewalt qualitativ wie quantitativ auch nur im entferntesten mit den türkischen Repressionsbehörden mithalten können.
    Man muss die Ultras nicht mögen, aber immerhin ist deren "Quote", auf der Seite autoritärer Regime (damit ist nicht nur Erdogans Herrschaft gemeint) zu stehen und deren Macht zu sichern und die Bevölkerung zu unterdrücken, um ein vielfaches geringer als das der Polizei.

    Es sind keine Beweise für Erdogans Diktatur, dass diese Menschen gemeinsam auf die Straße gehen. Es ist ein Beweis dafür, dass die Proteste eine breite Unterstützung im Volk haben und von allen Seiten des politischen Spektrums.
    Beweise dafür, dass Erdogans Politik durchaus diktatorische und zentralistisch religiöse Züge hat finden Sie an anderer Stelle. Beispiel wären, dass mehr Schriftsteller und Redaktuere in türkischen Gefängnissen sitzen als in jedem anderen Staat. Dass die Presse und Polizei offensichtlich zentralistisch gesteuert werden. Dass gerade Richter verhaftet werden. Dass jedes Jahr hundert Ehrenmorde von Menschen ohne jedwede Ehre begangen und von öffentlicher Stelle vertuscht werden.

  5. "Sie sagen, wie verstünden nichts von Kunst, wir verstünden nichts von Kultur. Sie glauben, wir sind Schwarze!"

    In Deutschland ist das ein rassistischer Vergleich!
    Ein Land mit einem solchen Führer darf nicht zu Europa gehören!

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    und die Erdogan-kritischen Demonstranten unterstützen, denn:
    "Ein Land mit einem solchen Führer darf nicht zu Europa gehören!"
    ---
    Volle Zustimmung! Ungarns Orban, der die Verfassung ausgehebelt hat , reicht uns bereits!!
    In diesem Falle bin ich wirklich sehr froh, dass die Kanzlerin mit dem EU-Beitritt unbeirrt auf die Bremse getreten ist.

    “Ich möchte wetten, dass einmal ein deutscher Kanzler oder eine Kanzlerin im nächsten Jahrzehnt mit dem Kollegen aus Paris auf Knien nach Ankara robben wird, um die Türken zu bitten, Freunde, kommt zu uns.”
    postete EU-Komissare Oettinger in der BILD-Zeitung.
    Das ging sogar den EU-Bürokraten, bei denen er seinen Gnadenhummer bekommt, zu weit."
    http://quotenqueen.wordpr...

    Ich möchte wetten, dass Oettinger sich jetzt feige verkriechen wird.
    Vorschlag:
    Die ZEIT könnte ja mal ein diesbezügliches Interview mit ihm führen ...

    Mit der Aussage "(...) wir sind Schwarze" ist mit "Schwarze" kein rassenideologischer Terminus in diesem Kontext gemeint, sondern eher ein soziologischer. Denn bis dato wird in der Türkei gerne zwischen den "beyaz Türk" (weiße Türken) und zwischen "siyah Türk" (schwarzen Türken) unterschieden. Die weißen Türken sind die wohlhabenden oberen 10% der Türkei die in den Großstädten leben und sich im oberen sozialen Milieu* befinden. (*soziale Milieu, siehe Pierre Bourdieu). Die schwarzen Türken sind die, die im tiefen ländlichen Anatolien leben und nach der Ansicht der weißen Türken nicht kultiviert sind. Eben diese schwarzen Türken leben im unteren sozialen Milieu und wurden in den Jahrzehnten vor Erdogans Regierungsantritt von der Wirtschaftselite diskriminiert und in der öffentlichen sowie medialen Meinung als Bergtürken degradiert. Erdogan hat in den zehn Jahren seiner Regierung diese schwarzen Türken zu neuem Wohlstand und zur Teilhabe in der wirtschaftlichen, administrativen und akademischen Welt geholfen. Daher wird ihm auch gerne der Titel des "Ministerpräsident der siyah Türken" angehängt.

    "...In Deutschland ist das ein rassistischer Vergleich!
    Ein Land mit einem solchen Führer darf nicht zu Europa gehören!..."

    ... wenn man in Deutschland sozialisierten Türken/ Kurden mit rudimentärer lingualer, gesellschaftlicher, historischer, politischer und kultureller Kompetenz in Sachen Türkei einzig wegen ihrer Herkunft einen Expertenbonus zuschreibt.

    Wenn Erdogan hier von "schwarz" spricht, nimmt er Bezug auf eine in der türkischen Gesellschaft klassische, vom orthodox-kemalistischen Establishment betriebene Spaltung der Menschen in (staatstragende) "weiße" Türken aus den urbanen Mittel- und Oberschichten und den mit Naserümpfen beäugten (anatolischen) "schwarzen" Türken, im Sinne eines Synonyms für einfaches, (vermeintlich) ungebildetes und rückständiges "Fußvolk", zu dessen "Führung" man als "moderner, zivilisierter weißer Türke" berufen sei.

    Erdogan prangert hier also diese besondere türkische Variante eines mentalen "herrenmenschlichen" Habitus an, den man im Westen historisch-literarisch (und in der Retrospektive verschämt) als "Bürde des weißen Mannes" bezeichnet - und intendiert somit rundweg das Gegenteil dessen, was Sie aus der undifferenzierten zusammenfassenden "Übersetzung" einer völlig überforderten Autorin schlussfolgern.

    "In Deutschland ist das ein rassistischer Vergleich!
    Ein Land mit einem solchen Führer darf nicht zu Europa gehören!"

    Es ist doch nicht das Land verantwortlich dafür, wenn der Präsident solche Töne spuckt. Bei solchen Forderungen wäre es ja höchste Zeit, Ungarn (wegen Órban), Frankreich (wegen Sarkozy) und Spanien (wegen Rajoy) gleich mit aus der EU —Verzeihung, aus Europa— herauszukatapultieren. Man kann aber, wie es ja bereits passiert, Erdoğan und Anhängsel zu Recht kritisieren. Alles andere wäre Kollektivbestrafung.

  6. << Nun, jeder von Ihnen hat Zugang zum Internet und er kann sich gerne Bilder und Dokus auf Youtube ansehen. Das sind wirklich "friedfertige" Fans... Die sind ja nur für Randale, Massenschlägereien und sehr viele Tote verantwortlich. Was sagt es eigentlich über die Demonstranten aus, wenn sich solche Gruppierungen anschließen? Und wer glaubt, dass diese Gruppierungen "friedlich" protestiert haben, dem ist nicht mehr zu helfen. <<

    Ich glaube kaum, dass die Ultras in Sachen Gewalt qualitativ wie quantitativ auch nur im entferntesten mit den türkischen Repressionsbehörden mithalten können.
    Man muss die Ultras nicht mögen, aber immerhin ist deren "Quote", auf der Seite autoritärer Regime (damit ist nicht nur Erdogans Herrschaft gemeint) zu stehen und deren Macht zu sichern und die Bevölkerung zu unterdrücken, um ein vielfaches geringer als das der Polizei.

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    Die Bevölkerung unterdrücken?

    Ihnen ist bewusst, dass die ,,Demonstranten" nicht mehr als 10.000, ja meinetwegen 20.000 betragen.

    Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass bei einer Einwohnerzahl von 15 millionen menschen wie in Istanbul 10.000 menschen nicht mehr als 0.% sind, oder?

    Diktatur geht anders.

  7. 7. Bitte?

    Die Bevölkerung unterdrücken?

    Ihnen ist bewusst, dass die ,,Demonstranten" nicht mehr als 10.000, ja meinetwegen 20.000 betragen.

    Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass bei einer Einwohnerzahl von 15 millionen menschen wie in Istanbul 10.000 menschen nicht mehr als 0.% sind, oder?

    Diktatur geht anders.

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    Sie definieren eine Diktatur über den Prozentsatz von Protestlern an der Gesamtbevölkerung?

    Na, dann war das Dritte Reich ja offenbar die allerschönste Demokratie.
    Können Sie sich vorstellen, daß viele Menschen sich alleine schon aus Angst fernhalten, trotzdem aber gegen Erdogan sind?
    Und wer weiß, was die Wasserwerfer da verspritzen; auf einigen Fotos erkennt man eindeutig eine rote Färbung des Wassers.
    Auch gegen S21 werden nicht alle aktiv demonstriert habe - bei der Chance, dort sein Augenlicht zu verlieren und kräftig verdroschen zu werden.

    Die Demonstranten sind sehr mutige Menschen. Und natürlich ist Erdogan auf dem Weg zum Diktator. Genau wie Putin.

    @sooderso123 - Sie wissen sicherlich, daß 10-20.000 Demonstranten in den meisten Ländern ziemlich viel bedeuten, vor allem gerade dann, wenn der Staat mehr oder weniger starke diktatorische Züge trägt. Zivilgesellschaftlicher Protest ist in dieser Form in der Türkei in den letzten Jahren nicht zu beobachten gewesen, es ist klar, daß die Demonstranten von Arabellion und Sozialprotesten in Südeuropa inspiriert wurden. Diese Bewegung ist noch lange nicht zuende.
    Und wenn Sie die Taksim-Proteste in diesem Kontext sehen, wird der Vergleich zur Bevölkerungszahl unerheblich.
    Bedenken Sie: Im September 1989 demonstrierten in Leipzig 10.000, im Oktober Hunderttausende.

    << Die Bevölkerung unterdrücken? <<

    Ja, das ist gemeinhin die Aufgabe von Repessionbehörden wie der Polizei. In der Türkei in Form des "tiefen Staates" besonders brutal ausgeprägt, mit zahlreichen Massakern und Verfolgungen in der Vergangenheit.
    Gewalt, die mit denen von Hooligans nicht vergleichbar ist.

    Und das es Erdogan immernoch nötig hat, Journalisten einzuknasten und Druck auf die Presse auszuüben, die zu tief bei den Verbechen des Staates bohren und weitere Menschenrechte einzuschränken, wirft kein gutes Licht auf den Status Quoi, oder?

    Solche Inszenierungen wie der von Kiyak geschilderte Einsatz der TOMA, die sich Scharmützel mit freistehenden(!) "PKK-Anhängern" liefern, statt diese zu umfassen oder einfach mittels Wasserstrahl, umzupusten, wären dann sicher auch nicht nötig.
    Sie sind zumindest einer Demokratie unwürdig.

    << Ihnen ist bewusst, dass die ,,Demonstranten" nicht mehr als 10.000, ja meinetwegen 20.000 betragen.
    Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass bei einer Einwohnerzahl von 15 millionen menschen wie in Istanbul 10.000 menschen nicht mehr als 0.% sind, oder? <<

    Glauben Sie ernsthaft, dass die türkische Polizei + Inlandsgeheimdienst fast 2 Wochen brauchen, um 20.000 Demonstranten von einen Platz zu vertreiben?
    Wenn dem so wäre, würde ich Erdogan raten sich nach anderen Sicherheitskräften umzusehen, da die vorhandenen offenbar völlig unfähig sein müssen.
    Also: Entweder die türkische Polizei ist gnadenlos unfähig, oder Sie schreiben Quatsch.

    Nach Ihrer Definition von Diktatur, ist China und war die DDR also eine Demokratie. In keinem Fall erreichte die Zahl von Demonstranten auch nur annaehernd 50%, also eindeutig ein Ausdruck von demokratischer Regierungsform. Das sagt viel aus ueber Ihr Verstaendnis von Demokratie. Und haben Sie gesehen, bei Occupy in Frankfurt waren keine Millionen von Menschen, daraus koennen wir also schliessen, dass die deutsche Bank auch die Regierungsgeschafte uebernehmen sollte, weil dies implizit die Masse des Volkes so will. Wow, was fuer eine Logik.

    als ich mit meinem Vater beim Essen meine Meinung über dieses Thema mit anderen Personen besprach, viel er sofort mit diesen Worten zu mir im Flüsterton ein "sei ruhig, wer weiß wer ein Geheimpolizist ist"...

    das ist die Türkei und das ist sie nicht erst seit Erdogan...

    er macht einfach dort weiter wo die vorherigen aufgehört haben...

    wenn Heute auch nur 5000 protestieren solten, ist daß eigentlich schon Beweiß dafür, wie stark die Angst der "humanistischen" Bevölkerung von einem Islamischen Staat fortgeschritten ist...

    und noch mein Persöhnliche Meinung zu den in Europa lebenden Menschen, die alles was Erdogan auch machen sollte hier im Forum beführworten (wenigsten aeuserlich, denn ich bezweifle, daß sie es in ihrem Privatleben tuen) wann werdet ihr aus dem Zug austeigen...

  8. Sie definieren eine Diktatur über den Prozentsatz von Protestlern an der Gesamtbevölkerung?

    Na, dann war das Dritte Reich ja offenbar die allerschönste Demokratie.
    Können Sie sich vorstellen, daß viele Menschen sich alleine schon aus Angst fernhalten, trotzdem aber gegen Erdogan sind?
    Und wer weiß, was die Wasserwerfer da verspritzen; auf einigen Fotos erkennt man eindeutig eine rote Färbung des Wassers.
    Auch gegen S21 werden nicht alle aktiv demonstriert habe - bei der Chance, dort sein Augenlicht zu verlieren und kräftig verdroschen zu werden.

    Die Demonstranten sind sehr mutige Menschen. Und natürlich ist Erdogan auf dem Weg zum Diktator. Genau wie Putin.

    41 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Bitte?"
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    Jetzt sagen Sie bestimmt: Viele Menschen demonstrieren in Moskau gegen die Menschenrechtsaktivisten. Viele unterstützen also Putin, da kann Putin ja nur ein lupenreiner Demokrat (Merkel hielt George Bush für einen lupenreinen Demokraten) sein. Aber nur weil es viele extrem dumme Menschen gibt, die sich von den Mächtigen einspannen lassen, legitimiert das noch lange nicht deren Herrschaft.

    Ich sage, dass keine regierung auf dieser erde im sinne der opposition regiert, ausser in Nordkorea vielleicht.

    Selbstverständlich werden da schnell ,,Diktator!" rufe laut.

    • lm.84
    • 13. Juni 2013 4:21 Uhr

    Es scheint Mode geworden zu sein heute alles schnell als "Diktatur" zu deklarieren (das zeigen auch Ihre Kommentarempfehlungen). Dabei ist eine gute Diktatur nicht zwingend schlechter als eine schlechte Demokratie (wie die unsere).

    In Ihrem Sprachgebrauch hat "Diktatur" und "Diktator" sowieso keinen Sinn, da es für alles und jeden gebraucht wird..

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