© DIE EPILOG

Die Idee zur neuen Zeitschrift gedieh beim Bier in einer Weimarer Kneipe. Zwei junge Männer trafen sich dort kurz vor dem Ende ihres Masterstudiums: Mads Pankow und Fabian Ebeling schrieben ihre Abschlussarbeiten in Medienkultur, als der Traum vom eigenen Magazin entstand.

Ein halbes Jahr später liegt DIE EPILOG zum Preis von sechs Euro im Bahnhofsbuchhandel und in manch anderem Zeitungsladen aus. Die Auflage des ersten Hefts ist mit 10.000 Exemplaren erstaunlich hoch angesetzt. Mutig, angesichts eines monothematischen Magazins, das seine Leser vor allem zu einem Verleiten will: zum Denken.

Eine Zeitschrift zum Gesellschaftswandel kündigt der Untertitel an, die erste Ausgabe fordert mit reichlich Entschlossenheit und ein wenig Lakonie: "Nicht resignieren! Irgendwas geht immer."

Das Layout der EPILOG ist aufgeräumt, es erinnert an Magazine wie brand eins oder Dummy: Viel Weißraum und Symmetrie, die mitunter von Fotos durchbrochen wird. Auch im inhaltlichen Aufbau ist eine Liebe zur klaren Ordnung erkennbar. Unter vier Schlagwörtern nähern sich die Autoren dem gefährlich vagen und uferlosen Thema des Wandels: Gesellschaft, Medien, Ästhetik und Zeit. Zu jedem der Begriffe finden sich drei Texte sowie ein "Theorieschnipsel". Er holt jeweils einen Denker in die Gegenwart.

Die Texte des Magazins versuchen sich in der Disziplin der Überhöhung. Sie reichern Fragen der Alltagskultur mit eigenen und fremden Gedanken an. Facebook und Foucault? Klar gibt es da eine Verbindung. Der Zeitgeist-Philosoph schrieb schon 1976 über die Freude am öffentlichen Bekenntnis. Nichts anderes sei der virtuell gehobene Daumen, die Like-Funktion des sozialen Netzwerks, so die Autorin. Auch Pierre Bourdieu, Platon, Seneca und Cicero finden Erwähnung im Text. Er beweist kluge Gedanken, kommt auf elf Seiten aber überproportioniert daher.