MedienJournalist Claus Jacobi gestorben

Er begann bei der ZEIT, war später Chefredakteur zahlreicher Publikationen in den 1960er und 1970er Jahren. Jetzt ist er mit 86 in seiner Heimatstadt Hamburg gestorben.

Der Journalist Claus Jacobi ist tot. Er starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 86 Jahren in Hamburg, wie ein Sprecher des Medienhauses Axel Springer bestätigte. Am Anfang seiner Karriere arbeitet er für die ZEIT. Bei Axel Springer gehörte Jacobi viele Jahre zu den führenden Köpfen. Zuvor war er in den 1960er Jahren Chefredakteur des Spiegels.

Seine journalistische Karriere begann Jacobi 1946: Er war Volontär, Redakteur und politischer Korrespondent des Spiegels in Bonn und Washington. Von 1962 bis 1968 führte er das Magazin als Chefredakteur gemeinsam mit Johannes K. Engel. 

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Weitere Spitzenpositionen folgten: Nach einem Ausflug zum Stern fing der gebürtige Hamburger, Sohn eines Kaufmanns, 1970 bei der Welt am Sonntag an. 1973 kam er zur Chefredaktion der Wirtschaftswoche. Von dort aus ging er 1974 erneut zu Springer, wo er an der Redaktionsspitze von Welt und Welt am Sonntag stand.

Auch die Bild-Zeitung prägte er mit, seine Kolumne hieß Mein Tagebuch. Jacobi veröffentlichte mehrere Bücher.

"Ein Jahrhundert-Journalist ist tot", hieß es in einem Nachruf auf Bild.de. Er sei "die funkelndste Feder von Axel Springer" gewesen, "einer wie keiner."

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Leserkommentare
    • eklipz
    • 18. August 2013 6:47 Uhr

    dennoch - es verhält sich wie mit Adorno. Sein Schaffen sicher größtenteils bemerkenswert, menschlich aber durchaus fragwürdig. Jacobi wohl denunzierte nie jemanden wie es Adorno mit Golo Mann auf übelste Art tat, dennoch sind Äußerungen seinerseits mehr als fragwürdig. Siehe sein Eintrag in der wikipedia und insbes. die dort unten verlinkte Seite zu Stefan Niggemeier.

    quellen:
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/claus-jacobi-guenter-kiessling-die-...
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/zum-100-geburtstag...

    Eine Leserempfehlung
    • vdh
    • 18. August 2013 8:27 Uhr

    Jaco hat NIE einen Ausflug zum "stern" gemacht. Nachdem er sich 1968 mit Augstein wegen der Spiegel-Berichterstattung über die "APO'" überworfen hatte, bot ihm sein Freund Richard Gruner die Chefredaktion des "stern" an. Jaco willigte ein. Doch im Frühjahr 1969 trennte sich Gruner von seinen Verlagsanteilen und so wurde der Vertrag mit Jaco obsolet. Axel Springer griff zu, und so wurde J. am 1.1. 1970 Chefredakteur der WAMS. Er war ein stets überzeugendes Vorbild für uns Reporter; und sein Sarkasmus wurde gerühmt! Einen Redakteur der WAMS fragte er einmal - nach Durchsicht dessen jüngsten Manuskriptes: Schreiben Sie eigentlich gern? Auf dessen bejahende Antwort sagte Jacobi: "Warum lernen Sie es dann nicht?"
    Mein Beileid gilt seinen Kindern Ninika, Tom und Sven.

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  • Quelle ZEIT ONLINE. dpa, hs
  • Schlagworte Medien | Claus Jacobi | Axel Springer | Bild-Zeitung | Redakteur | Spiegel
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