Während einer Redaktionskonferenz haben die Ressortchefs des Spiegel sich geschlossen gegen eine Personalie gestellt, die der designierte Chefredakteur Wolfgang Büchner plante: Büchner solle den stellvertretende Bild-Chefredakteur Nikolaus Blome nicht zu seinem Stellvertreter beim Spiegel machen, trugen die Ressortleiter nach Informationen des Branchenportals meedia während der gut besuchten Versammlung vor, deren Stimmung als "feindselig" beschrieben wurde. 

Büchner soll in der Sache hart geblieben sein, hieß es. Er müsse seinen Stellvertreter bestimmen können, sagte er demnach. 

Nicht nur die Ressortchefs, sondern auch die in der Mitarbeiter KG zusammengeschlossenen Redakteure lehnen Blome ab. Nach meedia-Informationen könnten die Ressortchefs einen Kompromiss akzeptieren, nach dem Blome zwar nicht Büchners Vize, aber – wie von Büchner ebenfalls beabsichtigt – Leiter des Berlin-Büros beim Spiegel wird. 

Ein Streitpunkt ist derzeit, ob die Mitarbeiter KG erst kurzfristig von dem Plan Büchners erfahren hatte oder schon länger eingeweiht war. Büchner und Geschäftsführer Ove Saffe sollen in der Konferenz gesagt haben, die Personalie sei nach den "Grundregeln des Hauses" zustande gekommen. Das würde bedeuten, die Führung der KG wäre informiert gewesen. 

Zuletzt hatte der Spiegel eine sehr kritische Haltung zur Bild-Zeitung eingenommen: Vor nicht allzu langer Zeit war eine Titelgeschichte "Die Brandstifter" erschienen, die sich ausführlich mit der Arbeitsweise und Wirkung der reichweitenstärksten deutschen Boulevardzeitung beschäftigte.

Für Mittwoch soll die Mitarbeiter KG zu einer Info-Veranstaltung eingeladen haben.