Der Theaterregisseur Dimiter Gotscheff ist im Alter von 70 Jahren in Berlin gestorben. Gotscheff zählt zu den wichtigsten Bühnenregisseuren im deutschsprachigen Raum. Er starb in der Nacht zum Sonntag an einer kurzen schweren Krankheit.

Die Inszenierungen des gebürtigen Bulgaren waren regelmäßig auf dem Berliner Theatertreffen zu sehen. Mehrfach wurde der Regisseur für seine Arbeiten ausgezeichnet. Er ist Träger des Peter-Weiss-Preises der Stadt Bochum. Vor zwei Jahren bekam er den Theaterpreis Berlin. Für Das Pulverfass wurde er 2009 für den Faust Theaterpreis nominiert.

Zuletzt hat Gotscheff am Deutschen Theater (DT) Shakespeare gezeigt. Laut Sprecherin Gaby Schweer sei für die Zukunft eine Inszenierung nach Samuel Becketts Warten auf Godot geplant gewesen. Am Deutschen Theater arbeitete Gotscheff seit der Spielzeit 2006/07. Zu seinen Arbeiten dort zählt unter anderem Die Perser, das in dem Theater für kommenden Sonntag auf dem Spielplan steht.

"Wir sind erschüttert und unsagbar traurig", schrieb der Intendant des Deutschen Theaters, Ulrich Khuon, in einem Nachruf auf der Internetseite des Berliner DT. Es sei ein "unfassbarer Verlust". Über eine Trauerfeier werde man sich in den nächsten Tagen verständigen. Intendant Khuon erklärte: "Er hat die Arbeit und das Leben dieses Hauses über viele Jahre hinweg künstlerisch geprägt, als radikal und politisch tief denkender und empfindender Regisseur und Mensch." Gotscheff habe "die besondere Gabe einer verschmitzten Doppelbödigkeit und Selbstironie" gehabt.   

"Ein politisch denkender Mensch"

"Die Theaterwelt verliert einen ihrer profiliertesten Regisseure", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Gotscheff sei ein "künstlerisch prägender Kopf und ein engagierter und politisch denkender Mensch" gewesen.

Laut Deutschem Theater kam Gotscheff in den 1960er Jahren nach Ost-Berlin, wo er am Deutschen Theater und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz wirkte. 1979 verließ er den Angaben zufolge wegen der Ausbürgerung von Wolf Biermann die DDR. Nach einem Aufenthalt in seiner Heimat Bulgarien arbeitete er in den 1980er Jahren wieder an deutschsprachigen Bühnen.