Der bundesweit bekannte Hamburger Sprayer OZ ist während des Graffitisprühens tödlich verunglückt. Der 64-Jährige sei bei einem Unfall mit einer S-Bahn getötet worden, sagte eine Sprecherin der Hamburger Polizei.

Die Leiche wurde nach Angaben der Bundespolizei am Donnerstagabend zwischen den Stationen Berliner Tor und Hauptbahnhof entdeckt. Am Unglücksort habe eine Sprühdose gelegen. Das Schriftzeichen des Sprayers war an einer Stromschiene zu sehen. 

Unter dem Pseudonym OZ hatte der Mann seit 1977 im Hamburger Stadtgebiet bunte Graffiti und seinen charakteristischen Schriftzug auf Wänden, Stromkästen, Gullideckeln, Verkehrsschildern, U-Bahnen und an anderen öffentlichen Orten hinterlassen – 120.000 Graffiti sollen es sein. Dafür stand er wiederholt unter dem Vorwurf der Beschädigung fremden Eigentums vor Gericht, musste Geldstrafen zahlen oder im Gefängnis sitzen.

Seine Taten hatten die Debatte befördert, ob Graffiti als Kunst oder Sachbeschädigung zu werten sei. In der Graffiti-Szene galt OZ als Legende. Ein Bildband dokumentierte sein Schaffen, ein Essayband widmete sich seinem Tun, Ausstellungen zeigten sein Werk. Prominente Künstler setzten sich für ihn ein. Anderen galt OZ hingegen nur als Schmierfink.