Der Führungsstreit beim Nachrichtenmagazin "Spiegel" ist laut Medienberichten entschieden: Wolfgang Büchner werde als Chefredakteur freigestellt, schreiben sowohl der Branchendienst turi2 als auch der NDR. Die Entscheidung gilt offenbar ab sofort. Der Auflösungsvertrag solle noch diese Woche unterschrieben werden.  

Auch Geschäftsführer Ove Saffe werde den Verlag nach einer maximal sechsmonatigen Übergangsfrist verlassen, hieß es unter anderem bei Meedia

Büchners Vertrag werde zum Jahresende mit einer Abfindung aufgelöst. Nach einem Bericht des Handelsblatts war Büchner bereits vergangenen Mittwoch mitgeteilt worden, der Verlag werde sich von ihm trennen. Am Donnerstag soll sich Büchner krank gemeldet haben, vor dem Wochenende sei er dann noch einmal im Verlagshaus erschienen – wohl, "um die Modalitäten der geplanten Trennung zu besprechen", wird ein Mitarbeiter aus dem Verlag zitiert.

Die Führungskrise schwelte seit Monaten. Insbesondere die Redakteure des Magazins waren mit den Reformplänen Büchners nicht einverstanden. Er wollte Print und Online stärker verzahnen. Saffe hatte den Chefredakteur in diesem Kurs unterstützt. 

Eine Stellungnahme des Verlags gibt es noch nicht. Damit ist auch die Nachfolge noch unklar. Vize-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer  werden die größten Chancen eingeräumt. Geklärt werden muss offenbar noch, wie der Spiegel-Online-Chefredakteur in das Konstrukt eingebunden wird.