Die Fotografin Hilla Becher ist tot. Die Künstlerin starb am Samstag im Alter von 81 Jahren in Düsseldorf, bestätigte ihr Verlag Schirmer/Mosel.

Gemeinsam mit ihrem 2007 verstorbenen Mann Bernd war sie mit Aufnahmen von Hochöfen, Wasser-, Förder- und Kühltürmen, Silos und Fabrikhallen in Europa und den USA bekannt geworden. Sammlungen ihrer Fotografien finden sich in zahlreichen Museen im In- und Ausland. "Wir haben diese Arbeit aus schierer Lust an Bildern begonnen", sagte Hilla Becher im Jahr 2005 über ihre Arbeit.

Menschenleer, emotionslos, sachlich und kühl sind die Schwarz-Weiß-Serien, mit denen das Ehepaar weltberühmt wurde. "Ihr Verdienst ist kein geringerer als die Erfindung und Etablierung einer neuen Wahrnehmungsästhetik", schrieb ihr Verlag. Durch ihr Werk sei die Fotografie als eigenständige Gattung der Kunst in den sechziger Jahren in Deutschland entdeckt worden.

Ihr Ehemann hatte an der Düsseldorfer Kunstakademie die Professur für Fotografie inne und war Begründer der einflussreichen Becher-Schule, aus der unter anderem Andreas Gursky und Thomas Struth hervorgingen. Das Ehepaar lehrte gemeinsam und arbeitete bei der Ausbildung der Studenten eng zusammen. 

Für ihr wegweisendes Lebenswerk wurden Bernd und Hilla Becher vielfach ausgezeichnet – vom Goldenen Löwen der Biennale in Venedig bis zum Goslarer Kaiserring. Noch vergangenes Jahr nahm Hilla Becher in Düsseldorf den Großen Rheinischen Kulturpreis entgegen.