"Volkswagening – jetzt auch bei Samsung?" Die Nachricht lief gerade über einige Branchenticker. Sofort war klar, was der Begriff  
#volkswagening,

der sich auch als Hashtag durchsetzte, meint.

Die Ingenieure, Mathematiker und digitalen Entwickler von Volkswagen tüftelten 2008 so lange herum, bis sie eine Software entwickelten, die Emissionswerte in Dieselmotoren manipulierte. Kaum war das Mogelprodukt geschaffen, wurde es in VW-Autos in den Jahren 2009 bis heute verbaut. Das klappte jahrelang ganz gut. Dann flog der Betrug auf und wurde in Medienberichten erklärt. Von einer Manipulationssoftware war die Rede. Von falschen Abgaswerten. Fehlermessungen. Das Phänomen wird ganz klar dem Wolfsburger Autohersteller zugeordnet.

Mit der Wortkreation Volkswagening wird ein Verfahren umschrieben, das in der Industrie in etwas abgewandelter Form seit Längerem gang und gäbe ist. Insider nannten diese Form des Betrugs am Konsumenten bislang Greenwashing.

Mit Greenwashing werden Artikel, die weder umweltfreundlich, noch biologisch oder nachhaltig sind, per Marketingstrategie grün gewaschen. Das funktioniert so, dass man die Zutat eines Produktes, die in der Tat ökologisch unbedenklich ist, in den Mittelpunkt der Werbekampagne stellt und die bedenklichen Stoffe zwar in der Zutatenliste aufführt, aber nicht in der Werbung erwähnt. Den meisten Konsumenten reicht dieser kleine Trick oftmals schon aus, um sich zum Konsum überreden zu lassen. Die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie arbeitet gern mit dieser Methode. Was früher die Extraportion Milch oder die Extravitamine waren, sind heute die Extraportion Bio-Arganöl, Bio-Aloe-vera, Bio-Vanille und Bio-Diesunddas.

Es gibt allerdings auch Produkte, bei denen sich selbst eine einzige biologische Ingredienz negativ auf das Image auswirken würde. Welcher echte Kerl will schon ein Bier mit Bio-Gerste? Wo es doch das Reinheitsgebot gibt, das dem Trinker vormacht, dass nichts als pure Reinheit in einem Liter Bier für nicht einmal zwei Euro steckt. Ein Unternehmen entwickelte die Idee, für jede Flasche Bier irgendwo, wo es niemand nachprüfen kann, ein Stück Wald aufzuforsten. Das nennt man dann wohl krombachern.

Sehr beliebt ist auch das Verfahren, ein Siegel zu erfinden und sich selbst zu verleihen. Die fleischverarbeitende Industrie und die Kleidungsindustrie drucken allerhand Symbole und Zeichen auf ihre Produkte, mit denen sie sich ökologische Nachhaltigkeit durch Zertifikate bescheinigen. Besonders raffiniert im Greenwashing sind jene Unternehmen, die gesetzlich geforderte Mindeststandards umsetzen und diese Selbstverständlichkeit als Eigeninitiative verkaufen.