US-Komiker Bill Cosby ist erstmals des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ihm drohen nun zehn Jahre Haft. Cosby werde sich für einen Fall aus dem Jahr 2004 verantworten müssen, sagte ein Staatsanwalt in Norristown in Pennsylvania. "Mr. Cosby hat das Opfer gedrängt, Pillen zu nehmen und Wein zu trinken. Danach war sie bewegungsunfähig und Mr. Cosby hat sie sexuell missbraucht", sagte der Staatsanwalt.

Andrea Constand war eine der ersten Frauen, die ihren Missbrauchsfall öffentlich machte. Die Universitätsangestellte warf Cosby vor, sie mit einer Tablette in seinem Haus in Philadelphia betäubt und anschließend vergewaltigt zu haben. Die beiden kannten sich von der Temple University. Cosby räumte unter Eid ein, mit der Frau geschlafen zu haben. Er bestreitet jedoch eine Straftat.

Cosby stimmte einer Kaution in Höhe von einer Million US-Dollar zu, um zunächst nicht ins Gefängnis zu müssen. Im Gericht habe er eine erste Anzahlung in Höhe von 100.000 Dollar (92.000 Euro) in bar hinterlegt, bestätigte ein Gerichtssprecher. Zudem habe er seinen Reisepass abgeben müssen, um das Land nicht verlassen zu können, berichtet CNN. Eine erste Anhörung, in der er sich schuldig oder nicht schuldig bekennen kann, soll am 14. Januar stattfinden.

Andrea Constand ist nur eine von insgesamt 50 Frauen, die dem 78-jährigen Schauspieler sexuellen Missbrauch vorwerfen. Im Juli 2015 hatten 35 Frauen ihre Vorwürfe im New York Magazine öffentlich gemacht. Zu Cosbys mutmaßlichen Opfern gehören Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen des Showgeschäfts. Die Fälle reichen bis in die 1960er Jahre zurück.

Cosby verklagte seinerseits sieben der Frauen wegen Verleumdung. Neben Verleumdung wirft er ihnen vor, ihm vorsätzlich seelisches Leid zugefügt zu haben. Die Missbrauchsvorwürfe seien ein Versuch, seinen Ruf zu ruinieren und sich finanziell an ihm zu bereichern.