Zahlreiche Politiker und Hilfsorganisationen haben sich betroffen über den Tod des Autors und Moderators Roger Willemsen gezeigt. "Wir verlieren mir ihm einen der bekanntesten und vielseitigsten deutschen Intellektuellen und einen engagierten Weltbürger", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Willemsen habe als Intellektueller "in die Breite" gewirkt und auch der Politik einen Spiegel vorgehalten. In den gesellschaftlichen Debatten werde er sehr fehlen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und SPD-Chef Sigmar Gabriel würdigten Willemsen als einen pointierten und streitbaren Intellektuellen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hob Willemsens aufmerksame und kritische Begleitung der jüngeren Geschichte hervor. "Egal ob Fernsehen, Radio, Bühne oder Buch – stets hat er neue Akzente gesetzt und Denkanstöße geliefert", sagte sie.

Auch der Linken-Politiker Gregor Gysi würdigte Willemsen als einen der herausragenden Journalisten und Publizisten Deutschlands. "Bestechend waren seine Intelligenz und Klugheit, seine Bildung, seine Beobachtungsgabe, seine Genauigkeit und seine Reaktionsschnelligkeit", erklärte Gysi.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) schrieb, Willemsen sei ein Demokrat "durch und durch" gewesen:

Auch mehrere Hilfsorganisationen, die Willemsen unterstützt hatte, bekundeten ihre Trauer in den sozialen Netzwerken, darunter terre des femmes und Amnesty International:

"Weltreisender und Welterklärer"

In einer Mitteilung des Schweizer Fernsehens (SRF), für das Willemsen die Sendung Literaturclub leitete, heißt es: "Er war gelassen, neugierig und leidenschaftlich im Umgang mit den Büchern und den Gästen der Sendung, den Kritikerinnen und Kritikern."

Als "zentralen Intellektuellen Deutschlands" und "brillanten Autor" würdigte ihn auch der Verlag S. Fischer. Willemsen sei auch ein "außerordentlicher Kämpfer für die Menschen" gewesen, erklärte der verlegerische Geschäftsführer Jörg Bong. Sein Werk sei Teil der Identität von S. Fischer.

Joachim Knuth, NDR Programmdirektor Hörfunk sagte: "Roger Willemsen war ein Weltreisender und Welterklärer mit einem ungemein breiten Wissens- und Erfahrungshorizont. Als exzellenter Rhetoriker konnte er diese Kenntnisse auch einem breiten Publikum vermitteln. Die Programme unserer Orchester und insbesondere NDR Kultur hat der leidenschaftliche Journalist Willemsen über Jahre hinweg bereichert. Er war klug, humorvoll, inspirierend – er wird uns sehr fehlen."

Auch das ZDF, wo er von 1994 bis 1998 die Talkshow Willemsens Woche moderierte, würdigte Roger Willemsen als "bemerkenswerten Menschen und Kollegen":

Erfolge feierte Roger Willemsen vor allem als Fernsehmoderator und mit essayistischen Reisebüchern wie Die Enden der Welt. Zuletzt landete er mit seinem Buch Das Hohe Haus (2014) einen Bestseller. Dafür hatte er ein Jahr lang das Geschehen im Bundestag als Zuhörer von der Tribüne aus verfolgt.

Im Gedenken - Fragen an Roger Willemsen Der Autor und Fernsehmoderator Roger Willemsen ist tot. 2009 haben wir ihm Leserfragen über seine Fernseherfahrungen, Buchrezensionen auf Amazon und die Scheinpolitik der Parteien gestellt.