Satiriker und Moderator Jan Böhmermann © Rolf Vennenbernd/dpa

Fernsehserien und die privaten TV-Sender sind diesmal die großen Gewinner beim Grimme-Preis. Wie das Grimme-Institut im Essener Grillo-Theater bekannt gab, sind unter den 15 ausgezeichneten Formaten vier private Produktionen. Im vergangenen Jahr waren ausschließlich öffentlich-rechtlichen Sender unter den Preisträgern. Der undotierte Grimme-Preis ist der renommierteste Fernsehpreis in Deutschland. Er wird seit 1964 alljährlich im westfälischen Marl verliehen.

Über eine Auszeichnung können sich in diesem Jahr Jan Böhmermann, Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann freuen. Für #Varoufake im Neo Magazin Royale bei ZDFneo gibt es einen Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung. 

Ein Spezialpreis für die Moderation und Redaktion der Sendereihe Marhaba – Ankommen in Deutschland von n-tv geht an Constantin Schreiber, der auch für arabische Sender arbeitet. Zum ersten Mal wurde damit ein Format ausgezeichnet, das zunächst ausschließlich für das Netz produziert und dort zur Verfügung gestellt wurde.

RTL gewann eine der renommierten TV-Auszeichnungen für die achtteilige Spionageproduktion Deutschland 83. Die Ufa-Produktion begleitet einen jungen DDR-Soldaten, der im Jahr 1983 als Spion in den Westen eingeschleust wird und dabei in die Machenschaften der Geheimdienste gerät.

Olli Dittrich für "Schorsch Aigner" ausgezeichnet

In der Kategorie Fiktion geht eine Auszeichnung an die dritte Staffel der Serie Weissensee (MDR/Degeto). Einen Spezialpreis erhalten die Macher der Serie Weinberg (TNT Serie). Mit dem einzigen in dieser Kategorie vergebenen Preis für ein Einzelstück zeichnet die Jury Patong Girl (ZDF) aus. Olli Dittrich gewann mit der WDR-Produktion Schorsch Aigner – der Mann, der Franz Beckenbauer war seinen vierten Grimme-Preis.

Fünf Preise werden in der Kategorie Information und Kultur vergeben: Für die Langzeitdokumentation Göttliche Lage (WDR/Arte) über den sozialen Wandel in einem Dortmunder Stadtviertel werden Michael Loeken und Ulrike Franke (Buch und Regie) ausgezeichnet. Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier (Buch und Regie) erhalten eine Auszeichnung für Vom Ordnen der Dinge (ZDF/Arte). Für Die Folgen der Tat (WDR/SWR/NDR) über die Morde der RAF und deren Folgen zeichnet die Jury Julia Albrecht und Dagmar Gallenmüller (Buch und Regie) aus.

"Streetphilosophy" erhält Innovationspreis

Mit dem zum ersten Mal verliehenen Preis für eine Besondere Journalistische Leistung innerhalb der Kategorie Information und Kultur wird Daniel Harrich stellvertretend für das Team von Tödliche Exporte (SWR) ausgezeichnet. Die Jury lobt die "außergewöhnliche investigative Recherche" zum Thema des illegalen Waffenhandels und die "beispielhafte Aufbereitung des zusammengeführten Materials in verschiedenen Fernsehformaten".

Der 2016 zum ersten Mal verliehene Innovationspreis in der Kategorie Unterhaltung geht an das Format Streetphilosophy von rbb und Arte. "In einer halben Stunde großen Philosophen und/oder großen Fragen nachzuforschen – das ist außergewöhnlich", lobte die Jury.