Volksverräter ist das Unwort des Jahres 2016. Der Begriff sei "ein typisches Erbe von Diktaturen, unter anderem der Nationalsozialisten", begründete die Jury die Wahl. Als Vorwurf gegen Politikern sei das Wort "in einer Weise undifferenziert und diffamierend, dass ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürgt".

Die sprachkritische Aktion aus Darmstadt wählt das Unwort des Jahres. Sie will das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern. Sie lenkt den Blick auf sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen im öffentlichen Sprachgebrauch, um damit zu alltäglicher sprachkritischer Reflexion aufzufordern.

Die Jury nominierte in diesem Jahr neben Volksverräter kein weiteres Unwort. Sie begründete dies damit, dass sie der mit der Wahl ausgedrückten Kritik an dem derzeit in sozialen Netzwerken, aber auch in der Politik "zunehmenden Sprachgebrauch mit faschistischem und fremdenfeindlichem Hintergrund" mehr Gewicht verleihen wolle.

In den vergangenen Jahren lauteten die Unwörter des Jahres Gutmensch (2015), Lügenpresse (2014) und Sozialtourismus (2013).