In New York ist mit dem Pulitzerpreis die begehrteste Ehrung für US-Journalisten vergeben worden. Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderem die Washington Post und das Wall Street Journal ausgezeichnet. Der wichtigste Pulitzerpreis in der Kategorie Dienst an der Öffentlichkeit ging an die Lokalzeitung The New York Daily News und das Investigativbüro ProPublica für ihre Recherche zu strukturellem Rassismus des New Yorker Police Department, das jahrzehntelang Regelungen zur Zwangsräumung missbraucht hatte.    

Auch die Enthüllungen der Panama Papers wurden ausgezeichnet. Der Preis für erklärende Berichterstattung ging stellvertretend an das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), den kalifornischen Medienkonzern McClatchy und die Zeitung Miami Herald. Auch die Süddeutsche Zeitung war maßgeblich an den Enthüllungen beteiligt, die Pulitzerpreise zeichnen allerdings nur US-Journalismus aus.

Indirekt gehöre die Ehrung aber auch allen anderen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzerpreisgremiums, Mike Pride, bei der Verleihung: "Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war", so Pride. Im April 2016 hatten die Journalisten über rund 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihre Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Preise für große und kleine Zeitungen

Die New York Times bekam insgesamt drei Pulitzerpreise für Reportage, Fotos und internationale Berichterstattung. Auch die Chicago Tribune und das Magazin New Yorker wurden ausgezeichnet, aber auch kleinere Medien wie die Charleston Gazette-Mail aus West Virginia und die East Bay Times in Kalifornien erhielten Preise.

Der US-Autor Colson Whitehead gewann für seinen von der Kritik gefeierten Sklaverei-Roman The Underground Railroad den Pulitzerpreis für Literatur. Whitehead hatte im vergangenen Jahr bereits den National Book Award der USA erhalten. In der Kategorie Sachbuch gewann Matthew Desmond mit dem Werk Evicted: Poverty and Profit in the American City, in dem er wie die Gewinner des Hauptpreises Zwangsräumungen in den USA zum Thema macht.

Seit 100 Jahren wird der mit 10.000 US-Dollar dotierte Pulitzerpreis an Journalisten und Kulturschaffende vergeben, derzeit in 22 Kategorien. Seit 1917 vergibt die Jury Preise für den Dienst an der Öffentlichkeit, den besten Leitartikel, die beste Biografie oder Autobiografie und besondere Leistung im Theater und in der Geschichtswissenschaft. Der jüngste Pulitzerpreis wird seit 2007 an herausragende Lokaljournalisten verliehen.