Alle drei bis fünf Jahre wird der Duden aktualisiert – am kommenden Mittwoch ist es wieder so weit, dann werden die Neuerungen der 27. Auflage vorgestellt. Die Duden-Redaktion hat das Nachschlagewerk um 5.000 Wörter erweitert. Deutlich zeigt sich dabei die politische Debatte der vergangenen Jahre: mit Neuaufnahmen wie Flüchtlingskrise, Willkommenskultur, Schmähgedicht, Fake News und postfaktisch.  

Viele der neu aufgenommenen Wörter haben einen englischen Ursprung wie etwa Selfie, Emoji oder Tablet. "Es ist einfach Fakt, dass viele Dinge in unser Leben treten, die aus dem englisch-amerikanischen Raum kommen, wenn man zum Beispiel an technische Entwicklungen denkt", sagt Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum. Auch die Mode hat einige dieser Begriffe zu bieten, beispielsweise Hoodie, Undercut oder Jumpsuit. Zu Trendbegriffen zählen zudem Low Carb, Roadtrip, Hygge und Urban Gardening.

Zu den Neuerungen im umgangssprachlichen Bereich zählen Wörter wie verpeilen, rumeiern, runterwürgen, Ramschniveau, Tüddelkram oder Honk. Aus dem Technologiesektor werden Begriffe wie Selfiestick, Social Bot, Datenbrille, Filterblase, liken, facebooken und entfreunden in das Standardwerk aufgenommen.

Auch regionale Mundart ist künftig in dem Rechtschreibwerk zu finden: Die Redaktion hat etwa die in Berlin und Brandenburg gebräuchlichen Begriffe Späti (Abkürzung für Spätkauf) und icke (ich) mit aufgenommen.

Welche Wörter in den Duden kommen, wird auf Grundlage einer elektronischen Textsammlung entschieden, in die Zeitungsartikel, Gebrauchsanweisungen und Romane eingespeist werden. Computerlinguisten filtern dann die neuen Begriffe seit der vorigen Ausgabe heraus, über deren Aufnahme die Duden-Redakteure entscheiden. Der Duden wächst seit Jahrzehnten. Er enthält nun 145.000 Stichwörter, die Urfassung von 1880 hatte 27.000. Weggefallen ist eine geringe Zahl eingedeutschter Schreibweisen, die sich nicht durchgesetzt haben. Statt Majonäse ist jetzt zum Beispiel nur noch Mayonnaise zulässig.