Der renommierte Architekt Albert Speer junior ist tot. Das teilte sein Büro mit. Speer wurde 83 Jahre alt.

Speers Büro AS&P (Albert Speer und Partner) beteiligte sich unter anderem an der Expo 2000 in Hannover und am Neubau der Europäischen Zentralbank. Weltweit versuchte Speer, seine Philosophie von einer umweltgerechten, nachhaltigen Stadtplanung umzusetzen. Dazu gehörten für ihn eine Minimierung des Flächenverbrauchs und energieeffizientes Bauen. Einen Namen machte er sich vor allem im arabischen Raum durch seine Verbindung von traditionellem Städtebau und moderner Infrastrukturtechnologie. 

Speer wurde 1934 als ältestes von sechs Kindern in Berlin geboren. Sein Vater Albert Speer wurde in der Nazizeit zum Chefarchitekten und Rüstungsminister Adolf Hitlers ernannt. Er wurde bei den Nürnberger Prozessen zu 20 Jahren Haft verurteilt und starb 1981.

Nach dem Krieg absolvierte Speer junior zunächst eine Schreinerlehre, machte das Abitur nach und studierte dann in München Architektur. Anfang der 1960er-Jahre begann er in einem Architekturbüro in Frankfurt zu arbeiten und gründete 1964 sein eigenes Büro. Er gewann mehrere Wettbewerbe, darunter 1966 den Deubau-Preis. Unüblich war damals seine Zusammenarbeit mit Soziologen im Städtebau. Heute beschäftigt seine Frankfurter Firma mehr als 200 Mitarbeiter weltweit und hat eine Tochtergesellschaft in Shanghai. 

Speer wollte nicht mit seinem Vater in Verbindung gebracht werden, stellte sich aber dennoch seiner Familiengeschichte. Zusammen mit zwei seiner Geschwister beteiligte er sich etwa an Heinrich Breloers dreiteiligem Doku-Drama Speer und Er über Hitlers Chefarchitekten, das die ARD 2005 ausstrahlte.