Die US-Schauspielerin Rose McGowan hat Amazon vorgeworfen, gewusst zu haben, dass sie von Harvey Weinstein vergewaltigt worden sei. "Ich habe dem Leiter Ihres Studios gesagt, dass HW mich vergewaltigt hat. Immer und immer wieder habe ich es gesagt. Er sagte, das sei nicht bewiesen. Ich sagte, ich sei der Beweis", schrieb McGowan auf Twitter an Amazon-Chef Jeff Bezos. Die Filmstudios sollten aufhören, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger zu unterstützen.

Rose McGowan war unter den ersten Schauspielerinnen, die über die Belästigungen durch Weinstein sprachen. Sie hatte mehrfach angedeutet, dass Weinstein sie vergewaltigt habe. Auf Twitter sprach sie diese Anschuldigung nun offen aus.

Weinstein ließ über eine Sprecherin alle Vorwürfe zurückweisen. Die New York Times hatte zuvor berichtet, dass Weinstein der Schauspielerin außergerichtlich Geld gezahlt habe, um das Vorgefallene zu vertuschen. Die Autorengewerkschaft Writers Guild of America bezeichnete sexuelle Belästigung als ein "Markenzeichen" der Entertainment-Industrie. 

Amazon äußerte sich zu den Tweets der Schauspielerin nicht, gab jedoch kurz darauf bekannt, dass der Studioleiter Roy Price beurlaubt wurde. Die Filmproduzentin Isa Hackett hatte Price in einem Bericht des Hollywood Reporter sexuelle Belästigung vorgeworfen. Ein Anwalt Hacketts, Christopher Tricarico, bestätigte den Bericht. Hackett erwäge jedoch keine rechtlichen Schritte gegen Price oder Amazon. Sie hatte die Serie The Man in the High Castle für den Konzern produziert.

Amazon hatte in einer Stellungnahme mitgeteilt, gemeinsame Projekte mit der Weinstein Company zu überdenken. Derzeit gibt es davon zwei: die Serie The Romanoffs und ein Drama, in dem Julianne Moore und Robert De Niro mitspielen sollen.