Wenn Journalisten der Prominenz einer Person misstrauen, greifen sie zu einer List: Sie hängen ihr eine erklärende Klammer an, die der Prominente fürderhin durch jeden Artikel schleift und die seine Berühmtheit beglaubigt.

Im Fall des Mannes, der am Mittwochabend im Bendlerblock Autogramme gibt, der Karl Theodor zu Guttenberg einen "Wunderminister" nennt und geradeheraus sagt, dass Krieg herrscht in Afghanistan – wer also diesen breitschultrigen, braungebrannten Mann nicht so recht zuordnen kann, dem hilft seit Jahren die Presse auf die Sprünge: "Ralf Möller (Gladiator)." Klar soweit?

Gladiator (Regie: Ridley Scott) meint einen Actionfilm, von Oscars überschüttet, neun Jahre ist das her. Ralf Möller (Gladiator) spielte darin eine Nebenrolle, schwang das Schwert und schwieg zumeist ergeben, wenn der Hauptdarsteller (Russell Crowe) ins Bild kam. Vielleicht hat das genügt. Und da Journalisten auch etwas Abwechslung brauchen, schreiben sie zuweilen: Ralf Möller (Hollywoodstar). Denn er lebt seit 17 Jahren in Kalifornien (USA), und sobald ein deutscher Schauspieler dort wohnt, heißt es, habe er es geschafft (Yeah).

Er wird eingeladen ins Frühstücksfernsehen , gibt freundlich Auskunft zu gesunder Ernährung (Kohlenhydrate, Gemüse, Proteine), zum Geheimnis des Erfolgs (Mr. Universum 1986) und dem großen Vorbild (Arnold Schwarzenegger). Er spielt in Werbespots für Kleinbusse (VW), reist mit Reportern in seine Heimatstadt (Recklinghausen). Und auch sonst ist ständig etwas los: ob Außenwette ( Wetten Dass...? ), neuer Fernsehfilm (RTL) oder Großkampagne (Du bist Deutschland), Ralf Möller ist dabei, selten mitten drin, aber sichtbar platziert. Falls mal nichts los ist, erfindet er ein Duftset (RM), denn überhaupt keine Action ist doof. Und schon steht in der Zeitung: Ralf Möller (Gladiator) bringt Duftlinie auf den Markt.

Vor vier Jahren ist Möller mal Angela Merkel (CDU) auf der Berlinale begegnet, und er (Möller) unterstützte sie fortan auf ihrem Weg ins Kanzleramt. So steht er wenig später in ihrer Parteizentrale (Konrad-Adenauer-Haus) rum, trifft auch Ursula von der Leyen (Projekt Starke Typen ) und im vergangenen Jahr Franz-Josef Jung, setzt ihn auf einen Cross-Trainer (Puls war gut) und übergibt ihm Fitnessgeräte (30.000 Euro) für die Soldaten in Afghanistan (Krisengebiet). Dort war auch wieder etwas los.