Michael Moore "Ich liebe mein Amerika über alles!"

Der amerikanische Regisseur Michael Moore spricht über seinen neuen Film, den Kapitalismus, Aktienpakete und warum ihm sein Heimatland endlich zuhören muss.

"Polemik ist nicht schlecht", sagt der Filmemacher Michael Moore

"Polemik ist nicht schlecht", sagt der Filmemacher Michael Moore

ZEIT ONLINE: Herr Moore, der Titel Ihres neusten Films lautet Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte. Dabei stellt sich die Frage: Wer liebt hier wen?

Michael Moore: Na, ganz einfach: Kapitalisten lieben Geld, aber eben leider nicht nur ihr eigenes, sondern auch das der anderen Leute. Irgendetwas kann doch nicht stimmen, wenn ein einziges Prozent der Weltbevölkerung zusammen mehr Geld besitzt als die Summe der ärmsten 95 Prozent.

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ZEIT ONLINE: Was ist der Ursprung dieses Übels?

Moore: Raffgier. Wenn es um Reichtum geht, gibt es das Wort "genug" leider nicht, die Leute wollen einfach immer mehr.

ZEIT ONLINE: Und die Lösung?

Moore: Ein demokratisches, ökonomisches System. Solange es das nicht gibt, wird sich auch nichts an dieser Lage ändern.

ZEIT ONLINE: Wie soll sich die breite Masse für diese doch wirtschaftlichen Themen interessieren?

Moore: Indem ich in meinem Film eine richtige Balance zwischen Unterhaltung und Provokation finde. Mir ist bewusst, dass die Leute in Zeiten der Krise hauptsächlich ins Kino gehen, um ihre Probleme zu vergessen und nicht, um an diese erinnert zu werden. Wenn der Film keinen Spaß macht, schaut ihn sich auch keiner an. Wenn man will, dass Leute zuhören, darf man Politik nicht vor die Unterhaltung stellen.

ZEIT ONLINE: Sie kritisieren in Ihrem Film insbesondere das System der Banken. Wie investieren Sie Ihr eigenes Geld?

Moore: Gar nicht! Ich habe noch nie Aktien gekauft und werde dies auch in Zukunft unterlassen. Der Hauptgrund dafür ist, dass meine Frau und ich aus der Arbeiterklasse kommen und keine Ahnung von Aktien haben. Uns wurde beigebracht, unser hart verdientes Geld nicht in Sachen zu investieren, von denen wir nichts verstehen.

Leser-Kommentare
    • zd
    • 12.11.2009 um 14:27 Uhr

    es kann sein, dass moore, wie er selbst behauptet ueber 100ige fakten spricht. das problem ist aber, dass er andere fakten auszulaesst. und das ist schlimer als luege. denn eine luege wird irgendwann auffliegen, aber ausgelassene fakten ist es viel schwere herauszufinden.

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    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

    ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

    ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

  1. 2. @zd

    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

  2. 3. Fakten

    "Moore: Das, was ich auf den Tisch lege, ist zu hundert Prozent korrekt. Dafür halte ich jederzeit meine Hand ins Feuer."

    Ich hoffe Mr. Moore hat eine gute Versicherung, die schwere Verbrennungen bezahlt. Moores "Dokumentationen" sollte man mit Vorsicht genießen. Erst recht aber, die "Dokumentationen", die gegen Moore schießen.

  3. ...ist das Stichwort. Wenn es in seinem Film darum nicht geht, dann taugt der Film nur wenig. Denn erst, wenn man versteht, daß jede Bank für 100 Euro, die ich ihr gebe 900 weitere Euro aus dem hut ZAUBERN darf und als Kredit vergeben kann - erst dann versteht man, welch ein krankes System das ist. NUR 10% unseres Geldes existieren...90% GIBT ES NICHT!!!!!

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    • rudi07
    • 13.11.2009 um 0:49 Uhr

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

    • rudi07
    • 13.11.2009 um 0:49 Uhr

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

  4. ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

    • rudi07
    • 13.11.2009 um 0:49 Uhr
    6.

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

    Antwort auf "GIRALGELD..."
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    Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

    Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

  5. Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

    Antwort auf "Kommentar Nr. 6"

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