ZEIT ONLINE: Was machen Sie denn dann mit Ihrem Geld? Schließlich sind Sie ein äußerst vermögender Mann.

Moore: Ein Teil liegt ganz klassisch auf einem Sparkonto mit einem Zinssatz zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Außerdem besitze ich ein eigenes Haus. Meine Großeltern haben mir nämlich beigebracht, dass die beste Investition ein Eigenheim ist. Es war schon immer Tradition in meiner Familie, lieber selbst etwas zu leisten, anstatt das Geld für sich arbeiten zu lassen.

ZEIT ONLINE: Ist die Börse Ihrer Meinung nach also schlecht für unsere Gesellschaft?

Moore: Nein, nicht zwangsläufig. Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir uns so schnell weiterentwickelt hätten, wenn Menschen wie Henry Ford oder Thomas Edison nur nach einem Weg gesucht hätten, wie sie mehr Geld verdienen können. Es geht mir eher um die Radikalität, mit der dort Geschäfte betrieben werden.

ZEIT ONLINE: Wir befinden uns in einer globalen Wirtschaftskrise. Warum liegt Ihr Fokus nur auf Amerika?

Moore: Weil ich Amerikaner bin und in Amerika lebe.

ZEIT ONLINE: Wieso ist der Film dann für den Rest der Welt interessant?

Moore: Was Amerika macht, beeinflusst den Rest der ganzen Welt. Es würde mich doch auch keiner ernst nehmen, wenn ich über die Probleme in anderen Ländern reden würde, obwohl Amerika voll davon ist.

ZEIT ONLINE: Befürchten Sie, dass die Menschen sich nach dem Ende der Krise wieder zurücklehnen und den Kapitalismus preisen?

Moore: Nein, der Dow Jones bestimmt nicht das Leben der amerikanischen Mittelschicht! Obwohl es unserer Wirtschaft in den letzten Monaten ein wenig besser ging, ist die Arbeitslosenrate weiter gestiegen. Die normalen Amerikaner beeinflussen solche Meldungen mehr als eventuelle Rekord-Profite von Goldman Sachs.