Michael Moore"Ich liebe mein Amerika über alles!" Seite 2/4

ZEIT ONLINE: Was machen Sie denn dann mit Ihrem Geld? Schließlich sind Sie ein äußerst vermögender Mann.

Moore: Ein Teil liegt ganz klassisch auf einem Sparkonto mit einem Zinssatz zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Außerdem besitze ich ein eigenes Haus. Meine Großeltern haben mir nämlich beigebracht, dass die beste Investition ein Eigenheim ist. Es war schon immer Tradition in meiner Familie, lieber selbst etwas zu leisten, anstatt das Geld für sich arbeiten zu lassen.

ZEIT ONLINE: Ist die Börse Ihrer Meinung nach also schlecht für unsere Gesellschaft?

Moore: Nein, nicht zwangsläufig. Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir uns so schnell weiterentwickelt hätten, wenn Menschen wie Henry Ford oder Thomas Edison nur nach einem Weg gesucht hätten, wie sie mehr Geld verdienen können. Es geht mir eher um die Radikalität, mit der dort Geschäfte betrieben werden.

ZEIT ONLINE: Wir befinden uns in einer globalen Wirtschaftskrise. Warum liegt Ihr Fokus nur auf Amerika?

Moore: Weil ich Amerikaner bin und in Amerika lebe.

ZEIT ONLINE: Wieso ist der Film dann für den Rest der Welt interessant?

Moore: Was Amerika macht, beeinflusst den Rest der ganzen Welt. Es würde mich doch auch keiner ernst nehmen, wenn ich über die Probleme in anderen Ländern reden würde, obwohl Amerika voll davon ist.

ZEIT ONLINE: Befürchten Sie, dass die Menschen sich nach dem Ende der Krise wieder zurücklehnen und den Kapitalismus preisen?

Moore: Nein, der Dow Jones bestimmt nicht das Leben der amerikanischen Mittelschicht! Obwohl es unserer Wirtschaft in den letzten Monaten ein wenig besser ging, ist die Arbeitslosenrate weiter gestiegen. Die normalen Amerikaner beeinflussen solche Meldungen mehr als eventuelle Rekord-Profite von Goldman Sachs.

Leserkommentare
    • zd
    • 12. November 2009 14:27 Uhr

    es kann sein, dass moore, wie er selbst behauptet ueber 100ige fakten spricht. das problem ist aber, dass er andere fakten auszulaesst. und das ist schlimer als luege. denn eine luege wird irgendwann auffliegen, aber ausgelassene fakten ist es viel schwere herauszufinden.

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    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

    ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

  1. 2. @zd

    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

  2. 3. Fakten

    "Moore: Das, was ich auf den Tisch lege, ist zu hundert Prozent korrekt. Dafür halte ich jederzeit meine Hand ins Feuer."

    Ich hoffe Mr. Moore hat eine gute Versicherung, die schwere Verbrennungen bezahlt. Moores "Dokumentationen" sollte man mit Vorsicht genießen. Erst recht aber, die "Dokumentationen", die gegen Moore schießen.

  3. ...ist das Stichwort. Wenn es in seinem Film darum nicht geht, dann taugt der Film nur wenig. Denn erst, wenn man versteht, daß jede Bank für 100 Euro, die ich ihr gebe 900 weitere Euro aus dem hut ZAUBERN darf und als Kredit vergeben kann - erst dann versteht man, welch ein krankes System das ist. NUR 10% unseres Geldes existieren...90% GIBT ES NICHT!!!!!

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    • rudi07
    • 13. November 2009 0:49 Uhr

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

  4. ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

    • rudi07
    • 13. November 2009 0:49 Uhr
    6.

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

    Antwort auf "GIRALGELD..."
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    Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

  5. Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

    Antwort auf "Kommentar Nr. 6"

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  • Schlagworte Michael Moore | USA | Dow Jones | Film | Fox | General Motors
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