Michael Moore"Ich liebe mein Amerika über alles!" Seite 4/4

ZEIT ONLINE: Sind Sie der Meinung, dass sich die Lage seit Ihren letzten Filmen verbessert hat?

Moore: Wenn ich während meiner Tour zu Fahrenheit 9/11 etwas von einem schwarzen demokratischen Präsidenten gefaselt hätte, wäre ich für verrückt erklärt worden. Und heute? Ich bin kein Zyniker, sondern habe einfach nur die große Hoffnung, dass sich die Lage weiter verbessern wird. Die Leute müssen nur endlich aufwachen!

ZEIT ONLINE: Von Ihren Kritikern werden Sie als gottloser Amerikahasser hingestellt. Wer sind Sie wirklich?

Moore: Ich liebe mein Amerika über alles! Ich gehe immer noch sonntags in die Kirche und bin mit der gleichen Frau verheiratet, in die ich mich im Alter von 17 Jahren verliebt habe. Im Grunde genommen lebe ich ein sehr konservatives Leben.

ZEIT ONLINE: Stört Sie Ihr Image in den amerikanischen Medien?

Moore: Eine Zeit lang habe ich über das Image, das Sender wie Fox News von mir geschaffen haben, einfach nur gelacht. Doch dann habe ich mich dazu entschlossen, den Leuten mehr von mir zu erzählen. Ich habe zum Beispiel meinen religiösen Vater der Öffentlichkeit präsentiert, weil so viel von ihm in mir steckt. Ich lebe ganz offensichtlich mit genug Morddrohungen, um mein Privatleben eigentlich lieber aus der Öffentlichkeit zu halten, aber ich gehe Konflikten lieber mit der vollen Bandbreite entgegen.

Das Gespräch führte Sven Schumann
 

 
Leserkommentare
    • zd
    • 12.11.2009 um 14:27 Uhr

    es kann sein, dass moore, wie er selbst behauptet ueber 100ige fakten spricht. das problem ist aber, dass er andere fakten auszulaesst. und das ist schlimer als luege. denn eine luege wird irgendwann auffliegen, aber ausgelassene fakten ist es viel schwere herauszufinden.

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    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

    ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

    ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

  1. 2. @zd

    Gerade die Kritiker von Moore in den US-Medien legen keinen Wert auf Fakten. Polemik und persönliche Angriffe gegen Moore sind geradezu Volsport der Konservativen. Eine Sachdebatte die um Ausgeglichenheit bemüht ist wird man bei FOX news vergeblich suchen.

    In diesem Licht betrachtet, wählt Moore das einzige Format mit dem in USA eine vom herrschenden Establishment abweichende Meinung zu transportieren ist.

    Wer Fakten dikutieren will bekommt in US-Medien keinen Platz. Diese Form der Zensur findet vor allem Links von den herrschenden Parteien statt. Einer der diese Zensur in besonderem Maße verspürt und auch intelligent kritisiert hat ist z.B. Noam Chomsky, dieser aber ist im US Fernsehen nicht zu sehen.

    Mir persönlich ist ein Chomsky lieber als ein Moore. Aber die Themen die Moore anspricht finden ohne ihn so gut wie keinen Weg in die öffentliche Debatte. Die USA hat ein linkes potential von ca 20%. Durch die zwei Parteien Demokratie findet diese Minderheit jedoch keinerlei Repräsentation. Weder politisch noch medial.

    Was den Medien in den USA und vielleicht der USA überhaupt fehlt ist eine Kultur der Debatte. Während die zivilisierte Debatte geradezu einer der grundlegenden Wesenzüge Britischer Kultur ist, ist diese Kultur in USA vollkommen verkommen.

    Man mag Moore also Berechnung und Einseitigkeit unterstellen. Die Frage stellt sich nur welche Alternative hat er in der US Medienkultur?

    Ich fürchte keine.

  2. 3. Fakten

    "Moore: Das, was ich auf den Tisch lege, ist zu hundert Prozent korrekt. Dafür halte ich jederzeit meine Hand ins Feuer."

    Ich hoffe Mr. Moore hat eine gute Versicherung, die schwere Verbrennungen bezahlt. Moores "Dokumentationen" sollte man mit Vorsicht genießen. Erst recht aber, die "Dokumentationen", die gegen Moore schießen.

  3. ...ist das Stichwort. Wenn es in seinem Film darum nicht geht, dann taugt der Film nur wenig. Denn erst, wenn man versteht, daß jede Bank für 100 Euro, die ich ihr gebe 900 weitere Euro aus dem hut ZAUBERN darf und als Kredit vergeben kann - erst dann versteht man, welch ein krankes System das ist. NUR 10% unseres Geldes existieren...90% GIBT ES NICHT!!!!!

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    • rudi07
    • 13.11.2009 um 0:49 Uhr

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

    • rudi07
    • 13.11.2009 um 0:49 Uhr

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

  4. ...sonst sind Ihre Behauptungen auch nicht besser als das was Sie Michael Moore vorwerfen!

    • rudi07
    • 13.11.2009 um 0:49 Uhr
    6.

    Ironie ON/ So isses. Weisst Bescheid. \Ironie OFF

    Antwort auf "GIRALGELD..."
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    Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

    Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

  5. Ich glaube, der Zeithabende hat schon recht. Wenn eine Bank Geld bei der Zentralbank hinterlegt, hat sie das Recht ein Vielfaches dessen als Kredit auszugeben.

    Dieses Geld existiert, solang der Kredit im Umlauf ist. Wenn der Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder weg, aber die Bank hat Zinsen bekommen.

    Volkswirtschaftlich gesehen, kommen diese Zinsen aber wieder aus anderen Krediten, die andere Leute in der Zwischenzeit aufgenommen haben.

    Das klingt so, als würde das nicht auf Dauer gutgehen. So ist es auch.
    Der Interessierte kann eine Lesereise hier beginnen:
    http://www.bundesbank.de/...

    oder sich bei Youtube den Cartoon "Money as Debt" ansehen. Wer keine Polemik-Dokus mag, liest aber lieber ein VWL Buch.

    Pekuniäre Grüße,
    Sphinxfutter

    Antwort auf "Kommentar Nr. 6"

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