Walken: Eben! Während ich in einem Musical mit Liza Minelli spielte – da war Liza 16 Jahre alt, und ich zwei Jahre älter als sie – hatte ihre Mutter, also Judy Garland, eine Geburtstagsparty für sie gegeben und alle aus der Show eingeladen. Das waren alles Kinder, es war ein Musical über eine Schule, das Best foot forward hieß. Und auf dieser Party habe ich mit Judy getanzt. Sie sah wunderschön aus, sehr sexy!
ZEIT ONLINE: Waren Sie interessiert?
Walken: Das war ich.
Walken: Ich würde Churchill, Shakespeare und John Henry Lewis einladen.
ZEIT ONLINE: Und Judy Garland?
Walken: Und immer Judy Garland!
ZEIT ONLINE: Ist das nicht seltsam, dass Sie am Set viele Stunden warten, um dann in nur zwei Minuten das Beste zu zeigen?
Walken: Das ist wahr. Ich denke, ein Schauspieler ist ein bisschen wie ein Athlet. Man verbringt seine ganze Zeit damit, sich bereit zu machen, um etwas dann für zwei Minuten zu tun. All das, was meine Karriere in Filmen ausmachte, geschah in Minuten. Ein langer Take ist zwei oder drei Minuten lang, und in dieser Zeit geschieht etwas, für das du bekannt wirst. Das ist wie ein Rennen bei der Olympiade. Es braucht ein paar Minuten, und du bist berühmt für den Rest deines Lebens.
ZEIT ONLINE: Sie haben selten Rollen abgelehnt. Warum?
ZEIT ONLINE: Gab es denn überhaupt eine Rolle, in der Sie das spielen konnten, was sie unbedingt wollten?
Walken: Nur einmal. Als ich in The Deer Hunter spielte (Die durch die Hölle gehen, Walken bekam für seine Rolle den Oscar als bester Nebendarsteller). Ich wollte eigentlich den Part von John Gazale. Ich sagte, dass ich diese Rolle spielen kann und, dass das sehr nett wäre. Aber sie gaben mir eine andere. Das war das einzige Mal in meinem Leben, dass ich die bessere Rolle bekam.
Das Gespräch führte Andrea Hünniger
- Datum 17.12.2009 - 15:58 Uhr
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Christopher Walken ist einer der ganz großen, amerikanischen Charakterschauspieler, dessen Inszenierungenn stets - unabhängig von der Glaubwürdigkeit der Figur - authentisch wirken. Leider, eben auch, weil er selten Rollen ablehnt, ist er kaum als Hauptdarsteller in Filmen zu sehen. Sonst, so meine Meinung, hätte er sicher längst auch schon den Oscar für die beste männliche Hauptrolle erhalten. Aber das ist Walken völlig gleich und so tanzt er seinen fantastischen Tanz in der zweiten Reihe weiter...
Das war, neben dem schönen Tom Waits-Interview, das zweite Weihnachtsgeschenk der "Zeit".
Vielleicht sollten wir übrigens froh sein, das Walken oft in der zweiten Reihe auftrat. Wäre er eine Art Harrison Ford geworden, hätte uns nie so ein schönes Tänzchen wie in z.B. in Weapon of Choice vorgeführt, sondern allenfalls scheußliche Werbung in Japan produziert.
Nichts gegen die Fragen, aber bei den Antworten sollte es doch selbstverständlich sein die Namen der erwähnten Personen richtig zu schreiben. Nachsehen hilft.
MFG
Bernd Alt
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