Gespräch mit Clint Eastwood "Bis mich jemand aus dem Verkehr zieht"
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Clint Eastwood über die beste Art zu drehen

Eastwood: In den fünfziger Jahren habe ich für Universal gearbeitet. Ich habe damals auf verschiedenen Sets herumgelungert und Regisseure beobachtet. Teil meines Jobs war aber auch, ab und zu in einem dieser Filme eine Leiche zu spielen. Etwa 13 Tote habe ich in der Zeit dargestellt. Manchmal werden diese Filme noch im Fernsehen gezeigt. Wenn meine Leiche zu sehen ist, verlasse ich immer das Zimmer. Ich bereue es nicht, aber noch mal sehen muss ich es auch nicht.

ZEIT ONLINE: Sie sind bekannt dafür, so wenige Takes wie möglich zu drehen. Warum?

Eastwood: Mein Ziel ist es, eine Szene in einem Anlauf drehen zu können. Meistens muss ich zwar öfter drehen, schon weil ich verschiedene Kameraeinstellungen ausprobieren will, ich entscheide aber immer sofort, ob ein Take gut genug ist oder nicht. Wenn man eine Szene 30 oder 40 Mal dreht, ist man schließlich total verloren und weiß nicht genau, was man sucht. Und ich würde gerne von mir behaupten, dass ich weiß, was ich in einer Szene suche.

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ZEIT ONLINE: Viele Schauspieler mögen Ihre Arbeitsweise sehr.

Eastwood: Es gibt wohl zwei Gründe, warum ein Regisseur so viele Takes dreht. Entweder weiß er nicht, was genau er in der Szene haben will, oder er weiß nicht genau, wie die nächste Einstellung aussehen wird. Das heißt, der Regisseur schlägt einfach Zeit tot, bis ihm eine Idee kommt, und die Schauspieler schlagen dann eben auch Zeit tot. Das ist ein Problem. Man missbraucht dabei die Schauspieler nicht wirklich, weil sie ja dafür da sind, aber man missbraucht ihr Vertrauen. Ich habe mit Regisseuren gearbeitet, die so arbeiten, und das macht einen als Schauspieler sehr unsicher.

ZEIT ONLINE: Sie haben in Ihrer Karriere vier Oscars gewonnen. Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Eastwood: Früher hieß es immer: "Und der Gewinner ist ..." Jetzt haben sie das zum Glück geändert, und es heißt: "Die Statue geht an ..." Man muss sich vor Augen halten, dass es Auszeichnungen sind, die auf einer Wahl beruhen. Es ist nicht wie bei einem Profisportler, der ein Rennen gewinnen muss. Es ist einfach nur Geschmackssache. Natürlich genieße ich es, wenn ich eine Auszeichnung erhalte. Es ist, wie wenn einem jemand anerkennend auf die Schulter klopft. Doch ich sage mir immer wieder: "Denk dran, sie könnten alle falsch liegen.“

Das Gespräch führte Sarah Elena Schwerzmann.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich würde sagen der Herr Mandela ließ seine Handlungen eher von Klugheit als von Milde und Nachsicht leiten. Was hätte ihm eine Abrechnung gebracht? Die Weißen bestrafen? Oder gleich vertreiben?

    Im besten Fall wären sie alle ausgewandert, im schlimmsten hätten sie sich verbissen gewehrt. Keine schöne Perspektive, immerhin muß ja irgendwer die Steuern zahlen um den schwarzen das schöne Leben zu garantieren, dass der ANC ihnen versprochen hat.

    Vergeben und vergessen ist da aber sicher nichts, der ANC singt immer noch sein "Wir werden frei sein, wenn wir die Buren getötet haben" Lied. Irgendwann wird man die Weißen nicht mehr brauchen....

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    Also ich weiss nicht wie sie erzogen wurden, aber mir wurde immer gesagt, dass es klug sei nachgiebig und milde zu handeln. Für mich ist das ein und das selbe.

    mfg

    Also ich weiss nicht wie sie erzogen wurden, aber mir wurde immer gesagt, dass es klug sei nachgiebig und milde zu handeln. Für mich ist das ein und das selbe.

    mfg

    • oooo
    • 17.03.2010 um 15:27 Uhr

    "Ich bin ja bereits 38"

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wahrscheinlich als Ironie, so fühlt er sich und klingt auch so...

    wahrscheinlich ironisch, so fühlt er sich...und so klingt er auch.

    Eastwood hat Humor. Ich glaube das war ein Gag

    wahrscheinlich als Ironie, so fühlt er sich und klingt auch so...

    wahrscheinlich ironisch, so fühlt er sich...und so klingt er auch.

    Eastwood hat Humor. Ich glaube das war ein Gag

  2. wahrscheinlich als Ironie, so fühlt er sich und klingt auch so...

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  3. wahrscheinlich ironisch, so fühlt er sich...und so klingt er auch.

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  4. Eastwood hat Humor. Ich glaube das war ein Gag

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  5. Also ich weiss nicht wie sie erzogen wurden, aber mir wurde immer gesagt, dass es klug sei nachgiebig und milde zu handeln. Für mich ist das ein und das selbe.

    mfg

    Antwort auf "Vergebung?"

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