Gespräch mit Emma Thompson "'Eine zauberhafte Nanny' ist ein Western"

Beruf und Familie zu vereinbaren ist auch für die Schauspielerin Emma Thompson herausfordernd. ZEIT ONLINE erklärt sie, wie sie das – ganz ohne Magie – meistert. Und warum sie sich für Clint Eastwood hält

Kaum eine andere Schauspielerin kann so hübsch und selbstironisch lächeln wie Emma Thompson

Kaum eine andere Schauspielerin kann so hübsch und selbstironisch lächeln wie Emma Thompson

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ZEIT ONLINE: Waren Sie denn ein Parade-Sprössling?

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Emma Thompson

Vielleicht wurde ihr das Talent ja in die Wiege gelegt. Zumindest wuchs die 1959 in London geborene Emma Thompson in inspirierenden Familienverhältnissen auf. Ihr Vater Eric war Regisseur, Schauspieler und Theaterleiter, Mutter Phyllida Law war – genau wie später auch Emma Thompsons jüngere Schwester – ebenfalls Schauspielerin. Dennoch absolvierte Emma Thompson zunächst ihr Anglistikstudium am renommierten Cambridge College, wo sie erste Bühnenerfahrungen sammelte. 1989 gab sie in Das Lange Elend neben Rowan Atkinson und Jeff Goldblum ihr Filmdebüt. Noch im selben Jahr stand sie für die oscarprämierte Shakespeare-Verfilmung Heinrich V. vor der Kamera. Mit der James Ivory-Adaption von Wiedersehen in Howards End gewann sie 1992 sowohl ihren ersten Golden Globe als auch den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Es folgten Rollen in Filmen wie Viel Lärm um nichts (1993), Mit aller Macht (1998) neben John Travolta, Tatsächlich...Liebe (2003) oder I Am Legend (2007). Die zweifache Oscarpreisträgerin gilt als eine von Englands besten Charakterdarstellerinnen.

Thompson: Zumindest ein sehr gehorsames Kind. Ich war die älteste Tochter und hatte ein überaus ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Mein Vater war schwer krank, seinen ersten Herzanfall hatte er mit 37, mit 51 ist er dann gestorben. Meine Mutter versuchte immer, alle ruhig zu halten, damit kein Stress aufkam, der meinem Vater hätte schaden können. Ich durfte daher nie meine Wut zum Ausdruck bringen. Auch heute noch fällt es mir schwer, meine Gefühle herauszulassen, weil ich es immer sofort mit dem Ende der Welt gleichsetze.

ZEIT ONLINE: Sie gelten heute als furchtlose Selbst-Satirikerin. Wie bitte ist es dazu gekommen?

Thompson: Selbstironie ist ein ultimativer Schutzschild. Ich schütze mich, indem ich selbst über mich herziehe, bevor es jemand anderes tun kann. Manches Mal befriedigt es aber auch mein Grundbedürfnis zu lachen.

ZEIT ONLINE: Wie schafft man es heutzutage als Frau, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen?

Thompson: Heutzutage ist es selbstverständlich, dass auch Frauen zur Arbeit gehen. Doch es hat sich davor keiner überlegt, was dann mit der Familie und den Kindern passiert. Und wir haben noch immer keine Lösung für das Problem gefunden. Wir müssen die Arbeit neu organisieren, nicht uns selbst. Sie liegt schließlich nicht schuldbewusst im Bett, weil sie mit der Erziehung nicht fertig wird.

ZEIT ONLINE: Sie sind selbst Mutter zweier Kinder. Wie meistern Sie den Spagat?

Leser-Kommentare
  1. Der Film ist für mich absolut sehenswert. Zusammen mit meinen beiden Kindern (9 12) angeschaut. Wir haben ziemlich gelacht. Vielleicht liegt es an der Mischung aus englisch-französischer Produktion.

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