ZEIT ONLINE:

ZEIT ONLINE: Waren Sie denn ein Parade-Sprössling?

Thompson: Zumindest ein sehr gehorsames Kind. Ich war die älteste Tochter und hatte ein überaus ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Mein Vater war schwer krank, seinen ersten Herzanfall hatte er mit 37, mit 51 ist er dann gestorben. Meine Mutter versuchte immer, alle ruhig zu halten, damit kein Stress aufkam, der meinem Vater hätte schaden können. Ich durfte daher nie meine Wut zum Ausdruck bringen. Auch heute noch fällt es mir schwer, meine Gefühle herauszulassen, weil ich es immer sofort mit dem Ende der Welt gleichsetze.

ZEIT ONLINE: Sie gelten heute als furchtlose Selbst-Satirikerin. Wie bitte ist es dazu gekommen?

Thompson: Selbstironie ist ein ultimativer Schutzschild. Ich schütze mich, indem ich selbst über mich herziehe, bevor es jemand anderes tun kann. Manches Mal befriedigt es aber auch mein Grundbedürfnis zu lachen.

ZEIT ONLINE: Wie schafft man es heutzutage als Frau, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen?

Thompson: Heutzutage ist es selbstverständlich, dass auch Frauen zur Arbeit gehen. Doch es hat sich davor keiner überlegt, was dann mit der Familie und den Kindern passiert. Und wir haben noch immer keine Lösung für das Problem gefunden. Wir müssen die Arbeit neu organisieren, nicht uns selbst. Sie liegt schließlich nicht schuldbewusst im Bett, weil sie mit der Erziehung nicht fertig wird.

ZEIT ONLINE: Sie sind selbst Mutter zweier Kinder. Wie meistern Sie den Spagat?