"Avatar"-Produzent Jon Landau "Wir sind Pioniere der Kinogeschichte"Seite 3/3

Landau: Früher habe ich mir überlegt, wie wir an realen Orten einen Dreh möglich machen können. Heute muss ich mir überlegen, wie wir in einem leeren Studio eine völlig neue Welt erschaffen.

ZEIT ONLINE: Also ist die Herausforderung gestiegen?

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"Science Fiction und Fantasy-Filme bieten das größte Kassenpotenzial"

Landau: In gewisser Weise schon. Für Avatar mussten wir zum Teil für bestimmte Instrumente neue Namen entwickeln, weil es sie vorher noch nicht gab, wir sie aber ja irgendwie bezeichnen mussten. Das hat unsere Art zu denken in den letzten Jahren völlig verändert. Die Technik ermöglicht es mir als Produzent noch stärker als früher, bislang unbetretenes Terrain zu erkunden.

ZEIT ONLINE: Dazu hat die Kinogeschichte bewiesen, dass Science-Fiction- und Fantasy-Filme das größte Kassenpotenzial bieten. Pioniergeist und Unternehmertum geben sich in diesem Genre also die Hand.

Landau: Vollkommen richtig: wenn Sie sich den Chart der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ansehen, sind etwa 16 von 20 Filmen diesem Genre zuzuordnen. Der Herr der Ringe, Star Wars, Fluch der Karibik oder Avatar – sie alle belegen, dass Menschen in erster Linie ins Kino gehen, um der Realität zu entfliehen. Sie wollen neue Welten erforschen, und genau diese Möglichkeit bieten ihnen Science-Fiction- und Fantasy-Filme. Der technische Fortschritt eröffnet dafür immer wieder neue Möglichkeiten.

ZEIT ONLINE: Gleichzeitig haben die neuen Medien aber auch der Raubpiraterie Tür und Tor geöffnet. Vermag 3-D die Leute zurück ins Kino zu bringen?

Landau: Ach, die Kinobranche wird sich immer wieder neu erfinden. Das Medium hat nun schon über achtzig Jahre überlebt, obwohl schon oft der Untergang vorhergesagt wurde. Zum ersten Mal wurde bei der Einführung des Fernsehens gejammert, später war es dann die drohende Gefahr der VHS-Kassette, von der DVD und dem Kabelfernsehen gar nicht zu sprechen. Und wo stehen wir heute? Avatar macht zwei Milliarden innerhalb weniger Wochen. Insofern werden all diese Ängste auch in Zukunft an mir abprallen.

Das Gespräch führte Johannes Bonke

 
Leser-Kommentare
  1. Persönlich gefällt mir an dem Film das Ende nicht, denn es gibt irgendwie Hoffnung in unserer Welt könnte sich was ändern und Natur und Indigene, noch in den Wäldern lebende, könnten sich tatsächlich gegen große Unternehmen wehren. Tatsächlich fehlt die "Message" am Ende des Films: und jetzt änder dein Verhalten!
    Bei all den Milliarden könnten auch die Macher davon was stiften!
    Weiteres nachzulesen unter:
    http://www.facebook.com/?sk=messages&ref=mb#!/group.php?gid=264955246052&ref=ts

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