Schauspieler Tahar Rahim "Ich habe sogar in der Zelle geschlafen"
Der junge Franzose Tahar Rahim hat für seine Hauptrolle in "Ein Prophet" gleich zwei Césars erhalten, den französischen Filmpreis. Wer ist dieses unbekannte Talent?
© Francois Durand/Getty Images

Der junge Tahar Rahim wurde als erster Schasupieler sowohl als Nachwuchstalent als auch als bester Hauptdarsteller mit einem César geehrt. Es freute ihn sichtlich
Aus dem Nichts katapultierte sich der Franzose Tahar Rahim mit seiner Hauptrolle in dem Gefängnis-Film Ein Prophet in das Bewusstsein der Branche. In dem am Sonnabend in Cannes mit dem César ausgezeichneten Werk von dem Regisseur Jacques Audiard spielt der 28-Jährige einen jungen Mann, der während einer Haftstrafe von einem korsischen Mafiaboss erpresst wird und lernen muss, sich in der brutalen Hierarchie der Knastanstalt zurechtzufinden.
ZEIT ONLINE: Sie liefern in Ein Prophet eine sensationelle schauspielerische Leistung. Wie kommt es, dass man bislang noch nichts von Ihnen gehört und gesehen hat? Haben Sie sich versteckt?
Tahar Rahim: Ich stamme aus Belfort, das ist eine kleine Stadt im Osten Frankreichs. Filme haben mich schon fast immer fasziniert, daher habe ich das Fach in Montpellier studiert. Danach habe ich mit einem Freund einen Dokumentarfilm gedreht und bin anschließend nach Paris gegangen, um Theater zu studieren. Dort wurde ich dann für die Fernsehserie La commune engagiert und bekam die Hauptrolle in dem Theaterstück Libres sont les papillons. International hat das alles nicht für Aufsehen gesorgt, aber versteckt habe ich mich auch nicht.
ZEIT ONLINE: Wie bekamen Sie die Rolle in Ein Prophet?
Rahim: Es ging alles sehr schnell. Jacques Audiard hat zwar sehr viele Probeaufnahmen mit mir gemacht. Aber gleich danach begannen wir zu drehen.
ZEIT ONLINE: Haben Sie zur Vorbereitung echte Gefängnisse besucht oder sich mit Insassen unterhalten?
Rahim: Nein. Weder noch. Meine Figur wird ja zum ersten Mal inhaftiert, deshalb wäre es eher ein Nachteil gewesen, wenn ich zu viel über das Leben im Knast gewusst hätte. Ich wollte genauso unerfahren an das Ganze herangehen wie meine Rolle.
ZEIT ONLINE: Wie sind Sie dann an diesen intensiven Part herangegangen?
Rahim: Ich habe viel Recherche betrieben und einige Bücher über Gefängnisse gelesen. Ich hatte auch mehrere Diskussionen mit Jacques und es gab unzählige Proben. Wir beschäftigten uns damit, wie die Figur agiert, wie sie sich in ihrer neuen Umgebung bewegt und wie sie gegen die Langeweile ankämpft. Das alles hat mir sehr dabei geholfen, den Charakter zu formen. Ich habe sogar eine ganze Nacht in der Zelle am Set geschlafen, um zu sehen, wie sich das anfühlt.
ZEIT ONLINE: Und?
Rahim: Ich will ehrlich sein: Obwohl es bestimmt nicht annähernd so grausam war, wie in einem echten Gefängnis, hat es sich schrecklich angefühlt. Wenn man mitten in der Nacht die Augen öffnet, bekommt man regelrecht einen Schock.
ZEIT ONLINE:Mafia- und Gangster-Filme haben eine lange Tradition. Was sind Ihre persönlichen Favoriten?
Rahim: Da gibt es einige! Ich liebe James Cagney-Filme. Auch Francis Ford Coppola und Martin Scorsese sind Meister ihres Fachs und führen die Tradition dieses Genres gekonnt fort. Diese Filme bringen die Menschen noch zum Träumen. Zur Vorbereitung habe ich mir allerdings den brasilianischen Film Asphalt-Haie von Hector Babanco angesehen. Der bewegt sich nämlich viel näher am echten Geschehen in einem Gefängnis als viele andere.
ZEIT ONLINE: Ihr Film hat bereits den Großen Preis der Jury in Cannes gewonnen und wurde für den Oscar in der Kategorie "Bester Ausländischer Film" nominiert. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?
Rahim: Die Tatsache, dass er den Leuten so gut gefällt, macht mich natürlich sehr glücklich. Es ist ein befriedigendes Gefühl, dass wir unsere Freude an der Entstehung dieses Films mit anderen teilen dürfen. Was den Wettbewerbs-Aspekt angeht: Ich finde es immer gut, mit sich selbst zu konkurrieren, sich immer weiter zu verbessern und seine Leistung zu steigern. Um die ganzen Preise und den Wettstreit an sich kümmere ich mich aber herzlich wenig.
ZEIT ONLINE: Aber Sie sind sich doch bewusst, dass Ihnen diese Rolle viele Tore öffnen wird?
Rahim: Falls ich durch diesen Film mehr Angebote bekomme, wäre das natürlich großartig. Ich will arbeiten, mehr nicht. Auch wenn ein Film niemals in die Kinos kommt, lohnt sich alleine schon die Erfahrung, ihn gedreht zu haben.
ZEIT ONLINE: Würden Sie auch gerne einmal außerhalb Ihrer Heimat Frankreich arbeiten? Was wäre, wenn Hollywood ruft?
Rahim: Natürlich würde ich mir gerne einmal ansehen, wie man in anderen Ländern arbeitet. Es wäre bestimmt eine sehr interessante Erfahrung. Und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich noch nie davon geträumt habe.
Das Gespräch führte Johannes Bonke
- Datum 01.03.2010 - 15:00 Uhr
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manchmal kommt es mir so vor als gäbe es soviele Filmpreise wie Filme jedes Jahr erscheinen... Vom "César" hab ich noch nie was gehört....klingt wichtig
Jedenfalls ein seltsamer Name für einen Franzosen.
Entweder der Kommentar ist unbedacht oder dumm. Viel mehr fällt mir dazu nicht ein, bloß ein kleines, veranschaulichendes Beispiel, zwei Worte: Zinedine Zidane... ?????
Entweder der Kommentar ist unbedacht oder dumm. Viel mehr fällt mir dazu nicht ein, bloß ein kleines, veranschaulichendes Beispiel, zwei Worte: Zinedine Zidane... ?????
Entweder der Kommentar ist unbedacht oder dumm. Viel mehr fällt mir dazu nicht ein, bloß ein kleines, veranschaulichendes Beispiel, zwei Worte: Zinedine Zidane... ?????
wichtig ist dass der film großartig ist und es sich lohnt ihn anzuschauen!
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