Burghart Klaußner erhält die Lola für den besten Hauptdarsteller © Sean Gallup/Getty Images

Der Oscar blieb Michael Haneke verweigert, aber dafür kann er sich jetzt mit zehn Lolas trösten: Mit dem Deutschen Filmpreis in Gold für den besten Film sowie Lolas in neun weiteren Kategorien wurde Hanekes Das weiße Band am Freitagabend in Berlin geehrt. Damit wurde der Film in der von vielen Emotionen getragenen Gala seiner Favoritenrolle gerecht. 

"Danke für den Preisregen, den Sie auf unseren Film herunterregnen lassen", sagte der Österreicher Haneke an die 1200 Mitglieder der Filmakademie gewandt, die über die Vergabe der Lolas bestimmten. In dreizehn Kategorien war das in Schwarz-Weiß gedrehte fiktive Drama über ein norddeutsches Dorf im Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs nominiert. Neben den Verantwortlichen für die beeindruckende und bedrückende Stimmung des Films – dort gab es die Lolas in den Kategorien Regie, Drehbuch, Tongestaltung, Kamera, Szenenbild, Maskenbild, Kostümbild - stachen besonders zwei Schauspieler heraus.

Burghart Klaußner erhielt die Lola als bester männlicher Hauptdarsteller. Er spielt in Das weiße Band einen protestantischen Pfarrer, der mit seiner Strenge und Kälte seine Frau und Kinder quält. Einen erstaunlichen Realitätsmoment habe seine Rolle durch die aktuellen Missbrauchskandale bekommen, sagte Klaußner in seiner Dankesrede.

Eine weitere Lola aus dem Das weiße Band-Team ging an die erst 15-jährige Maria-Victoria Dragus für die beste weibliche Nebenrolle. Die von ihrer Freude überwältigte Schülerin sagte, sie wisse nun, dass sie Schauspielerin werden wolle. Das weiße Band hatte bereits die "Goldene Palme" des Filmfestivals von Cannes gewonnen, bei der "Oscar"-Verleihung war er als bester ausländischer Film aber leer ausgegangen.