Dokumentarfilm "Der innere Krieg" "Die meisten, die zurückkommen, sind kaputt"Seite 2/2
© "Der innere Krieg"

Das Ehepaar Jackson – kurz nach dem Interview wurde Timothy in den Irak einberufen
ZEIT ONLINE: Hatten Sie das Gefühl, dass sich Ihre Interviewpartner nach einiger Zeit vor der Kamera öffnen konnten?
Schult: Ich glaube, es war gut, dass jemand von außen kam und einen ganz anderen Hintergrund hatte. Einige waren froh, dass sie mal ihr Herz ausschütten konnten. Aber nur bis zu einem gewissen Grad. Einer der Soldaten sagte, mit den Bildern in seinem Kopf könne er nur alleine klarkommen.
ZEIT ONLINE: Sie haben für Ihren Film auch einige Paare interviewt. Welche Auswirkungen hat ein Kriegseinsatz für die Familie?
Schult: Die deutsche Frau eines amerikanischen Soldaten erzählte mir letztes Jahr, sie seien als einziges Paar in ihrem Umfeld noch zusammen. Die Scheidungsrate ist sehr hoch. Die Männer kommen zurück und können mit Frau und Kindern häufig nichts mehr anfangen. Sie brauchen das Adrenalin, mit alltäglichen Problemen können sie nicht mehr umgehen. Einige werden paranoid. Im Krieg konnte jeder ein potenzieller Feind sein. Viele finden den Weg zurück in die Gesellschaft nicht mehr.
ZEIT ONLINE: Eigentlich sollte man meinen, dass das Bewusstsein für posttraumatische Belastungsstörungen gestiegen ist.
Schult: Ja, aber es gibt immer noch ganz viel Schamgefühl. Häufig merken die Betroffenen auch erst nach ein, zwei Jahren, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Ein großes Problem, das im Krankenhaus von Landstuhl auch thematisiert wurde, sind die Schäden durch TBI, Traumatic Brain Injury. Diese sind oftmals ganz gering und werden daher auch nicht erkannt. Wenn sie aber nicht gleich behandelt werden, kann es zu langfristigen Schäden wie Ausfallerscheinungen, Gedächtnisverlust oder Aggressionen kommen.
ZEIT ONLINE: Der Glaube scheint bei vielen Soldaten und ihren Angehörigen eine sehr große Rolle zu spielen.
Schult: Alle, die ich getroffen habe, waren sehr religiös. Wenn man in so einer Situation ist wie sie, dann gibt es nicht mehr viel, an dem man sich festhalten kann. Da bleibt oft nur der Glaube. Wobei der natürlich auch instrumentalisiert werden kann.
ZEIT ONLINE: Inwiefern?
Schult: Ich habe einen Gottesdienst gefilmt, bei dem das Lied Stomp on the devil's head gesungen wird, also "Tritt auf den Kopf des Teufels". Man darf das vielleicht nicht so wörtlich sehen, aber die Botschaft "Besiege den Feind" schwingt schon mit. Und der Feind ist dann der, der einem im Krieg gegenüber steht.
ZEIT ONLINE: Die Probleme amerikanischer Soldaten, die Sie in Ihrem Film schildern, betreffen zunehmend auch die Bundeswehr.
Schult: Ich finde es absurd, dass es immer nur um Begrifflichkeiten geht, die auf dem Rücken der Soldaten ausgetragen werden. Die haben ganz andere Probleme als die Frage, ob es sich nun um einen Krieg oder einen nicht-internationalen, bewaffneten Einsatz handelt.
Ich glaube aber, in Deutschland setzt gerade ein Umdenken ein. Die Bundeswehr bekommt zunehmend Probleme mit ehemaligen Soldaten, die ausgeschieden sind und mit Folgeschäden zu kämpfen haben. Wer ist für diese Menschen verantwortlich, wo erhalten sie Betreuung? Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass das Interesse der Deutschen am Bundeswehreinsatz gar nicht so groß ist oder dass er verdrängt wird. Man wirft gerne einem anderen Land vor, wie es mit seinen Soldaten umgeht, anstatt sich zu fragen: Wie machen wir das eigentlich?
Die Fragen stellte Carolin Ströbele
"Der innere Krieg" ist ab dem 17. April im Rahmen des Achtung-Festivals in Berlin zu sehen
- Datum 15.04.2010 - 13:19 Uhr
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...und nach den neusten Plänen unserer Regierung, sollen Reservistenverbände im Inneren der Bundesrepublik bei Krisen und im Katastrophenfall eingesetzt werden.
Sie bekommen beratende Funktionen im Stab des HVB (Hauptverwaltungbeamten - Katastrophenschutzleitung).
Das heißt (ein wenig überspitzt) bei Krisen und im Katastrophenfall helfen traumatisierte Menschen, die an der Waffe ausgebildet wurden, diese Krisen zu bewältigen ?!
http://www.frankenpost.de...
in aller Deutlichkeit,daß nicht nur die gefallenen Soldaten auf der eigenen Seite am Kriegsschauplatz die Opfer sind,sondern auch die traumatisierten Heimkehrenden.Mit oft fatalen Folgen für die eigene Familie,die nicht nur darunter leidet ,sondern auch oft genug auseinanderbricht.Viele werden obwohl noch jung,zu Dauerpflegefällen.Aus den USA ist bekannt,daß nach dem Vietnamkrieg,an dem ca.2 Mill. US-Soldaten teilgenommen haben,über 300 000 später straffällig wurden und im Gefängnis landeten.Tausende haben Selbstmord begangen, heute nach über 35 Jahren vagabundieren noch immer über 60 000 Vietnam -Veteranen durchs Land.Alles für einen Krieg der lt.McNamara unnötig war. Als würde das nicht schon reichen,kommem nun noch die traumatisierten Irak-Afgh.Kämpfer hinzu.Das Gleiche wird auch auf Deutschland zukommen,wenn sich das Afgh.-Abenteuer noch länger hinzieht.Die heuchlerischen Politiker,die bei jeden gefallenen Soldaten-bestürzt und tief betroffen-reagieren,werden sich in Zukunft mit einer anderen Ausdrucksweise kaum noch steigern können.
das es im Film um Amerikaner geht, bei denen man auf Truppengründen die Aufenthaltszeiten im Kriegsgebiten über das normale Mass hinaus verlängert hat um mehr truppen im Einsatz zu haben. SO weit ich weis werden deutsche Soldaten wsntlich eher wieder ersetzt und haben dann auch mehr Zeit die EReignisse zu verarbeiten befor sie wieder als Abwechslung eingesetzt werden.
Den USA hatte mna schon im 2. Irak Krieg gesagt das ihre Politik auf lange Sicht die eingenen Soldaten zerstören wird da sie übberbelastet sind, aber es fehlt den usa halt weiterhin an Truppen.
So weis ich nicht ob man die Ergebnisse 1:1 auf deutsche Soldaten übertragen kann.
füllten ehemalige Soldaten bei uns die Nervenheilanstalten und mussten mit Gutachten zahlungsunwilligen Behörden beweisen, dass sie Rechtsansprüche gegen den Staat hatten. Der Dank des Vaterlandes ....
Die deutschen Soldaten des II. Weltkrieges waren unvergleichbaren Belastungen ausgesetzt. Der Artikel von Carolin Ströbele wirft die Frage auf, wie es den damaligen Kriegsheimkehrern, die meist noch eine jahrelange Gefangenschaft ertragen mußten und von denen etliche, die ihren Wehrdienst und Arbeitsdienst in den dreißiger Jahren abgeleistet hatten und deshalb zunächst keinen Berufsabschluß vorweisen konnten, gelungen ist, die legendäre Aufbauleistung Deutschlands maßgeblich zu gestalten.
Die Ursache ist in der Struktur westlicher Gesellschaften zu suchen. In den Kriegen der Vereinigten Staaten von Amerika kämpfen nur die Armen, für die es im zivilen Leben keine Möglichkeit zum Aufstieg gibt. In Deutschland zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Im Mutterland des Wohlstandspazifismus propagiert die linksliberale Führungsschicht militärische Einsätze, die angeblich aus Menschenfreundlichkeit geführt werden, und sie überläßt den Kampf der neuen Unterschicht und den verbliebenen Konservativen, die sie offen verachtet.
Wer der Auffassung ist, im Krieg zu sterben sei halt das „Berufsrisiko“ des Soldaten, der soll sich schämen.
deutsche sind nach Stalingrad gegangen, weil sie es wollten (jetzt bitte die deutschen nicht als opfer von zwang darstellen).
wenn sie das bereut haben, weil sie den krieg verloren haben, dann ist das nicht bemitleidenswert. jedoch ist es sehr traurig welches leid die deutschen auf die welt damals brachten.
mitleid kommt da (wie bei ihnen) meistens nur von rechts.
verwechseln sie nicht humanitäre hilfe mit einem ad hoc beistandsangebot (CDU an die USA). dank Schröder sind WIR damals nicht in den Irak gezogen.
deutsche sind nach Stalingrad gegangen, weil sie es wollten (jetzt bitte die deutschen nicht als opfer von zwang darstellen).
wenn sie das bereut haben, weil sie den krieg verloren haben, dann ist das nicht bemitleidenswert. jedoch ist es sehr traurig welches leid die deutschen auf die welt damals brachten.
mitleid kommt da (wie bei ihnen) meistens nur von rechts.
verwechseln sie nicht humanitäre hilfe mit einem ad hoc beistandsangebot (CDU an die USA). dank Schröder sind WIR damals nicht in den Irak gezogen.
deutsche sind nach Stalingrad gegangen, weil sie es wollten (jetzt bitte die deutschen nicht als opfer von zwang darstellen).
wenn sie das bereut haben, weil sie den krieg verloren haben, dann ist das nicht bemitleidenswert. jedoch ist es sehr traurig welches leid die deutschen auf die welt damals brachten.
mitleid kommt da (wie bei ihnen) meistens nur von rechts.
verwechseln sie nicht humanitäre hilfe mit einem ad hoc beistandsangebot (CDU an die USA). dank Schröder sind WIR damals nicht in den Irak gezogen.
an den Regierungen, die Soldaten in Kriege schicken, muss allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass Soldaten sich des Risikos bewusst sein müssen, das sie eingehen.
Nur schöne Bilder mit dicken Ballermännern im Arm und der geilen Sonnenbrille auf der Nase darf man als Soldat nicht im Kopf haben. Zerfetzte Körper, traumatisierte, gebrochene Überlebende kennen wir aus zwei Weltkriegen. Bilder davon sind heute jedem Interessierten zugänglich und Literatur zu diesem Thema, z.B. Erich-Maria Remarque, Heinrich Böll u.a. gibt es auch genug.
Was erwarten die Soldaten, die freiwillig in den Krieg ziehen?
Diese Frage beschäftigt mich schon sehr.
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