Gespräch mit Lancelot von Naso Krieg, so realistisch wie möglichSeite 3/3

ZEIT ONLINE: Worin unterscheidet sich Waffenstillstand denn von einer Dokumentation?

Von Naso: Ein Spielfilm muss mehr verdichten als eine Dokumentation – die Frage ist nur, wie stark? Uns ging es immer darum, so realistisch wie möglich zu bleiben.

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ZEIT ONLINE: Die Straßenzüge und Gebäude wirken tatsächlich sehr authentisch, sie sehen nicht nach Studiokulisse aus. Im Irak konnten Sie wegen der Sicherheitssituation nicht arbeiten. Wo haben Sie ihre Drehorte gefunden?

Von Naso: Wir sind sechs oder acht Wochen durch Marokko gefahren und haben nach den passenden Orten gesucht. Am Ende entstand ein großes Puzzle aus unzähligen kaputten und zerstörten Gebäuden in Marokko. Das Land bot uns neben den authentisch wirkenden Drehorten noch einen weiteren Vorteil: Die Menschen sprechen französisch. So war die Verständigung leichter als in einem arabischen Staat.

ZEIT ONLINE: Und wie haben Sie Schauspieler für Nebenrollen und Statisten gefunden? In Marokko dürfte die Filmindustrie weniger professionell sein als in Europa oder Amerika.

Von Naso: Das stimmt. In Marokko gibt es keine großen Casting-Agenturen. Man kommt auf der Suche nach Schauspielern in eine Stadt und dann werden über Kontakte alle Leute zusammengerufen, die irgendwann mal vor einer Kamera standen. Wir haben viele kleine Rollen mit Marokkanern besetzt, Schauspieler, die vorher Tankstellenpächter waren, Menschen, die nicht einmal einen Fernseher besitzen.

Das Gespräch führte Hauke Friederichs

 
Leser-Kommentare
  1. ...und der Schnee" eine hohe Messlatte vorgibt.

    Schade eigentlich, dass der damals nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen hat: http://de.wikipedia.org/w...

    ps: Es freut mich sehr, dass junge Regisseure sich an solch ein Projekt wagen - meinen größten Respekt.

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