"Wall Street" Der Dollarsüchtige ist zurückSeite 2/2
Gerade das macht die Figur des Gordon Gekko neu spannend, und der in Hollywood schon abgeschriebene Michael Douglas füllt sie faszinierend geschmeidig aus. Vor vier Jahren sei die Initiative zur Wall Street -Fortsetzung von Douglas ausgegangen, sagt Oliver Stone in Cannes, und nun scheint es plötzlich, als sei dieser scheinbar kühl kalkulierende Dynamiker in der Bestform seines Lebens. Den Dollarsüchtigen gibt er ebenso überzeugend wie den Vater, der seine Tochter um Verzeihung bittet. Aus dieser Dualität vor allem, weniger aus der Zeichnung des Broker-Alltagswahnsinns oder der rückhaltlosen Analyse der allerneuesten Börsenkräche, gewinnt das clevere Drehbuch von Allan Loeb und Stephen Schiff seine Wendungen. Wobei die anrührenden Szenen keineswegs, wie so oft in Hollywood, den bösen unterlegen sind.
Nun könnte man Oliver Stone (63) und Michael Douglas (65) vorwerfen, sie gäben einem offenbar unbezwingbaren Bedürfnis nach Altersmilde am falschen Gegenstand nach. Wozu Family Values, die einem ohnehin in jedem amerikanischen B-Picture hinterhergeworfen werden, wenn doch der Untergang des geldgeilen Abendlandes gegeißelt werden soll? Wozu die immer wieder in den Vordergrund drängende Story eines – verdammt ausgezeichnet besetzten – Paars, dessen Schicksal einem noch dazu ans Herz geht? Vielleicht, würde Oliver Stone jetzt sagen, weil der Mensch eine warme Hütte braucht. Gerade wenn der Sturm kommt.
- Datum 18.05.2010 - 11:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich mag Michael Douglas, daher werde ich mir den Film sicher ansehen. Trotzdem werden immer altbekannte Themen neu aufgewärmt und aufbereitet.Aber der "Schein"trügt. Ganze Familien fallen heute diversen Wirtschaftsverbrechern zum Opfer und keiner redet darüber.Das ist skandalös!helene-berger.de
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