Filmfest Westsahara Festival gegen das VergessenSeite 2/2

"Mit dem Festival möchten wir den Saharauis das Gefühl geben, dass sie in ihrem Kampf nicht alleine sind“, sagt der Festivaldirektor Guillermo Toledo. Der spanische Schauspieler erinnert an die historische Verantwortung Spaniens, das diesen Konflikt einst ausgelöst hatte. So sind es vor allem spanische Künstler und Kulturschaffende, die dem Festival seine Internationalität geben. Pedro Almodovar und Penelope Cruz waren schon da. Im vergangenen Jahr besuchten der Oscar-Preisträger Javier Bardem und der Sänger Manu Chao die Festspiele. In diesem Mai setzte sich Pedro Almodovars Muse Victoria Abril für die Saharauis ein.

"Für viele von uns eröffnet das Festival auch berufliche Perspektiven“, sagt Mailmnin Mohamed Fadel. Sie nimmt an einem der Workshops teil, die während des Festivals von spanischen Filmprofis angeboten werden. Neben Schnitt und Kameraführung lernen die Teilnehmer Tontechniken und Drehbuchschreiben. Mailmnin hofft, durch die Workshops einen Platz in der neu eingeweihten Filmschule zu bekommen. Sie steht im Nachbarlager und ist weltweit wohl die einzige Filmschule, die in einem Flüchtlingscamp liegt.

Im September sollen die Kurse beginnen. Danach hoffe man, die Schüler an Filmschulen in anderen Ländern vermitteln zu können, sagt der Studienleiter Roberto Lázaro. Am Erfolg des Projekts hegt er keine Zweifel: Wenn es hier eine Sache im Überfluss gebe, sei dies Talent. „Bei uns in Spanien legen die Schüler viel zu viel wert auf Technik und Karriere. Hier jedoch wollen die Schüler nur eines: gute Geschichte erzählen", sagt Lázaro. "Dabei scheint gerade ihr schweres Leben im Flüchtlingslager ihre enorme Kreativität zu fördern."

Einen Eindruck vom Einfallsreichtum der künftigen Filmschüler konnten die Besucher bereits am Abschlusswochenende erhalten. Da präsentierten sie einen während des Festivals gedrehten Kurzfilm. Die Geschichte ist einfach, aber von großer Symbolkraft: Ein Junge verliebt sich während der letztjährigen Festspiele in ein spanisches Mädchen. Es kommt zu einer kurzen Beziehung. Der Junge hofft, dass seine Geliebte auch in diesem Jahr auf das Festival gekommen sei. Er sucht sie verzweifelt in Filmvorführungen, auf dem Konzert, in den Dünen, während eines Kamelrennens, doch sie ist nicht da. Er fühlt sich allein und vergessen. Gerade so wie sein Volk der Saharauis.
 

 
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