Aruba-Filmfest "Richard Gere? Man bezichtigte mich, ein Double engagiert zu haben"Seite 2/2
ZEIT ONLINE: Und wie haben Sie das Ganze finanziert?
Cioccarelli: Alle großen Einrichtungen Arubas haben zusammengelegt. Da niemand so richtig wusste, wie man sich ein Filmfestival vorzustellen hat oder was das überhaupt genau ist, hat man uns auch immenses Vertrauen geschenkt. Langfristig lastet natürlich entsprechender Druck auf uns, den Anforderungen auch gerecht zu werden.
ZEIT ONLINE: Wie gefällt Ihnen nun die Stimmung, knapp zur Halbzeit Ihres ersten Festivals?
Cioccarelli: Ach, man erlebt so viel Witziges. Zuerst hat mir niemand in Aruba geglaubt, dass Richard Gere wirklich auftauchen würde. Und dann, als er da war, bezichtigte man mich, ein Double engagiert zu haben. (lacht) Wir merken auch, dass viele Inselbewohner noch sehr zurückhaltend auf das Programm reagieren. Es kommen eher Touristen. Jonathan, der hier aufgewachsen ist, hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, allen hier zu erklären, was genau ein Filmfestival ist.
ZEIT ONLINE: Wie macht er das?
Cioccarelli: Er geht ins lokale Fernsehen, spricht über die Filme und zeigt, wie Filmfestivals in anderen Städten aussehen. Wir haben auch einen ganzen Tag des Festivals lokalen Produktionen gewidmet: Kurzfilme, Dokumentationen und Spielfilme aus Aruba, Curacao, Barbados und anderen Inseln der Gegend. Es ist verblüffend, wie hochwertig manche dieser Filme produziert sind.
ZEIT ONLINE: Was wünschen Sie sich, welcher Eindruck nach dem ersten Festival bleibt?
Cioccarelli: Unter den Einheimischen eine Begeisterung für die Sache an sich. Und von unseren internationalen Festivalgästen, dass sie die Schönheit und den Charme dieser Insel genauso lieben lernen wie ich.
Das Gespräch führte Johannes Bonke
- Datum 10.06.2010 - 13:45 Uhr
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Dieses Festival habe ich mir 7 Tage mal genau angeschaut. Also, für ein INTERNATIONALES Festival müssen die Organisatoren noch sehr viel tun. Grundsätzlich ist dieses Event professionell umgesetzt - dies wäre auch erschreckend wenn es nicht so wäre - da es sich ja um das Team vom Filmfestival Rom/Venedig handelt. Ich schätze, das Team rund um Dieter Kosslick könnte auch ein Festival in Timbuktu hervorragend umsetzen. Aber darum geht es nicht. Wo waren die ganzen Verleiher, Produzenten etc. die ein solches Festival ausmachen? Nicht da! Da hilft auch ein Richard Gere nicht weiter. " A converstaion with...Richard Gere" am zweiten Tag war ein Desaster. Nur amerikanische Hausfrauen und Schulkinder aus Aruba. Absolut uninformativ und überfüssig. "A conversation with...Griffin Dunne" hingegen hatte, ein paar Tage später, endlich mal Festivalcharakter. Ich wünsche den Organsisatoren für 2011 mehr Internationalität. Ich fliege auf jeden Fall wieder hin - die Insel ist ein Traum...
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