Streaming von FilmenProgrammkino auf einen Klick

Das Angebot an guten, auch alten Filmen im Internet wächst. Dabei ist es dank Streaming nicht mehr nötig, sie lange herunterzuladen. Ein Überblick über das Angebot von 

Michel Gondrys Film Abgedreht von 2008 erzählte noch von einer kleinen Videothek, die dicht machen musste, weil in der Nachbarschaft die Videothek einer großen Kette einzog. Nun steht das filmische Vorbild, der Verleih-Gigant Blockbuster selbst vor dem Aus. Vergangene Woche vermeldete das Unternehmen seine Insolvenz .

Grund dafür ist wohl auch die Streaming-Technologie . Sie erlaubt es, Filme ohne Zeitverzögerung im Internet anzuschauen. Das große Geschäft damit machen Online-Videotheken wie Netflix , die Film-Streams gegen Gebühr anbieten. Der Gang in die Videothek wird damit immer öfter überflüssig.

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Streaming

Beim Streaming werden Film- und Audio-Dateien in der Regel kurzfristig im Arbeitsspeicher zwischengespeichert und noch während der Übertragung wiedergegeben. Zumeist ist eine kleine Wartezeit nötig, um den so genannten Buffer (Puffer) aufzubauen, der eine flüssige Wiedergabe möglich macht. Die Technik stammt aus der Mitte der Neunziger Jahre und wurde seither ständig verbessert. Oft kommt sie, zum Beispiel während der vergangenen Fußball-WM, auch für Live-Übertragungen zum Einsatz, so genannte Live-Streams.

Anbieter Im Netz

Streaming-Angebote von Netflix, Amazon und Hulu können bisher legal nur in den USA empfangen werden. Zweifellos legal ist in Deutschland augenblicklich nur das Streaming auf den Webseiten der Sender und die Nutzung zweier Streaming-Dienste: dem von der ProSiebenSat.1 Media AG betriebene Portal Maxdome und Apples iTunes-Store.

Diese Entwicklung könnte bald auch gut sortierte Programmvideotheken erreichen. Denn anders als beim Herunterladen sind per Streaming auch weniger populäre Titel abrufbar. Allerdings werden die in Deutschland bislang vor allem von illegalen Streaming-Seiten angeboten. Deren Netzwerk wächst.

Schon auf der Video-Seite von Google findet sich so mancher cineastische Leckerbissen. Wer etwa Fritz Langs M von 1931, Freaks von 1932, den Horror-Klassiker Tanz der toten Seelen von 1962, oder Andrei Tarkovskis Spiegel von 1975 sehen möchte, braucht dort nur Titel, Drehjahr und Regisseur einzugeben.

Obwohl man sich die Filme von dort aus direkt ansehen kann, muss die Suchmaschine bislang keinerlei Konsequenzen tragen. Und da beim Streaming nur während des Sehens vorübergehende Kopien im eigenen Arbeitsspeicher entstehen, können auch die Nutzer illegaler Seiten strafrechtlich kaum verfolgt werden.

Aufgrund der komplizierten Rechtslage entstand ein weit verzweigtes Netzwerk von Streaming-Seiten, das kaum zu durchschauen ist und manchen Klassiker im Programm hat.

Typisch für das Dickicht ist der Klickpfad zum Gangster-Streifen Der öffentliche Feind von 1931. Lange Zeit war er schlicht auf YouTube zu finden. Doch – um im Film zu bleiben – die Prohibition hat ihn erwischt. Jetzt kann er nur noch über ein Blog abgerufen werden. Das Blog verweist wiederum auf eine Adresse auf megavideo.com. Dies ist zwar eine der umfassendsten Stream-Datenbanken, bietet aber keinerlei Suchfunktionen für ihren durch das Urheberrecht geschützten Inhalt. Man wahrt dort bis heute erfolgreich den Anschein der Legalität.

Leserkommentare
    • LFreund
    • 30. September 2010 12:11 Uhr

    "Und von Kurosawa gibt es ausgerechnet nur den mit Abstand schlechtesten – Kagemusha, der Schatten des Kriegers von 1980."

    Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
    Aber es gibt auch eine Menge rationale Gründe die gerade die besondere Qualität dieses Kurosawa-Films bestätigen. Ich würde mir wünschen in der Zeit nicht so oft solche – wie in diesem Fall unbegründeten – Pauschalurteile zu lesen.

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    • gonkox
    • 30. September 2010 14:51 Uhr

    Das habe ich auch als erstes gedacht, als ich Kagemusha, schlechtester Film Kurosawas..? hat der überhaupt schlechte Filme gemacht..?!

  1. Da kann man hierzulande nur aus dem deutschen Laden kaufen. Hat eine Sendung aber im dt. Store den O-Ton auf EN nicht, darf man aus den USA nicht kaufen. Dabei kann die virtuelle Version genauso viel kosten wie die DVD, wo neben DE auch EN, FR, ES, usw. drauf sind.

    Die Firmen schiessen sich ins eigene Bein, denn man kann absurderweise legal nicht an die Sachen ran kommen, die man haben möchte. Der Gipfel der Absurdität: Ich darf mein eigenes Buch als e-book nicht kaufen: http://notesfromotherside.blogspot.com/2010/07/cant-buy-my-own-book.html

  2. Ich werd nach wie vor meine Pages benutzen... nett wäre eine allgemeine Abgabe, damit die Filmschaffenden dennoch Geld verdienen sonst wird´s über kurz oder lang keine guten Filme mehr geben. Die Ganzen erwähnten deutschen Pay-sites haben normalerweise auch nur einsprachiges Angebot, somit ich mir nicht die Originalfassung ansehen kann also wieso sollte ich denen Geld geben für etwas was ich anderswo besser bekomme. Im Grunde hat man seine Schuldigkeit getan wenn man den Öffentlichen Geld überweist welche sowieso an die Produzenten Gebühren überweisen müssen wenn es im Programmkino läuft.
    Jeder Mensch der halbwegs bei Verstand ist weiss, dass auf einer Festplatte mit ein paar GByte einige Film Platz haben. Das heisst, dass ein Film ein paar Cent Speicherkosten verursacht, da die Wartung der Site praktisch keinen Aufwand verursacht im Verhältnis zur Anzahl der Benutzer sind 3€/Film reiner Wucher!
    Also meiner Meinung nach sollte es eine Flat-Rate geben und alle Filme, Doku´s und Serien sind danach frei verfügbar. einziger Hacken bei dieser Möglichkeit ist das wie im Artikel erwähnt gut und schlecht sortierte Anbieter vorhanden sind. Über den Provider eine allgemeine Kultur-Abgabe einzuführen wäre meiner Meinung nach die einzige halbwegs praktikable Lösung. Woher man die Filme dann hat bzw. stream ist dann zweitrangig und die Filmschaffenden bekommen auch zu deren Lohn und Brot.

    PS: Wie soll/kann man eigentlich Filme von anderen Kontineten bezahlen!? ...Techniker wo seid ihr!?

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    • eras
    • 30. September 2010 13:33 Uhr

    "Jeder Mensch der halbwegs bei Verstand ist weiß, dass auf einer Festplatte mit ein paar GByte einige Film Platz haben. Das heisst, dass ein Film ein paar Cent Speicherkosten verursacht, da die Wartung der Site praktisch keinen Aufwand verursacht im Verhältnis zur Anzahl der Benutzer sind 3€/Film reiner Wucher!"

    Nunja, jeder Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, weiß auch, dass die Kosten für die Speicherung bei der Kalkulation der drei Euro wohl eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Und die drei Euro sind halt der alte Videotheken-Preis.

    Wer sich Filme illegal runterlädt, der wird wohl kaum wegen einer Preisreduktion ins legale Lager zurückfinden. Die Filmbranche hat schlicht zu lange gepennt. Auch heute fehlt das attraktive Angebot, das diejenigen mit mehr Geld als Zeit, die Bequemen und die Technikfernen (das sind diejenigen, die man noch mit dem Komfortargument zu legalen Angeboten locken kann) überzeugt.

    • eras
    • 30. September 2010 13:33 Uhr

    "Jeder Mensch der halbwegs bei Verstand ist weiß, dass auf einer Festplatte mit ein paar GByte einige Film Platz haben. Das heisst, dass ein Film ein paar Cent Speicherkosten verursacht, da die Wartung der Site praktisch keinen Aufwand verursacht im Verhältnis zur Anzahl der Benutzer sind 3€/Film reiner Wucher!"

    Nunja, jeder Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, weiß auch, dass die Kosten für die Speicherung bei der Kalkulation der drei Euro wohl eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Und die drei Euro sind halt der alte Videotheken-Preis.

    Wer sich Filme illegal runterlädt, der wird wohl kaum wegen einer Preisreduktion ins legale Lager zurückfinden. Die Filmbranche hat schlicht zu lange gepennt. Auch heute fehlt das attraktive Angebot, das diejenigen mit mehr Geld als Zeit, die Bequemen und die Technikfernen (das sind diejenigen, die man noch mit dem Komfortargument zu legalen Angeboten locken kann) überzeugt.

  3. ...komm ich gern wenn ich durch einen Stream erst mal was illegales getan hätte. Sorry für den etwas polemischen Teil aber ein passenderes Wort für diese Viedeothekenpreise als Wucher, für derartige Internetangebot, ist mir einfach nicht eingefallen.
    Ich bin wie gesagt gern bereit meinen Obulus abzugeben aber ich hab keine Lust 5 Verträge mit 3 verschiedenen Sites einzugehen wenn es anders viel einfacher wär. Ich weiss zwar nicht genau welche Leute dannn dieses Geld bekommen würden aber die Filmschaffenden sind da eher mit den Indios,... vergleichbar welche am Ende der Kette stehen.
    Soll sich jemand was einfallen lassen (Film-Fair-Trade ; ) wie man das Ganze allgemein löst und ich werd ein paar Euros mit freuden bezahlen... das Leben sollte doch einfach und nicht komplizierter werden oder!?

    Außerdem: Wer bezahlt... schafft auch an!

    • gonkox
    • 30. September 2010 14:51 Uhr

    Das habe ich auch als erstes gedacht, als ich Kagemusha, schlechtester Film Kurosawas..? hat der überhaupt schlechte Filme gemacht..?!

  4. Was hier fehlt ist MUBI, das ehemalige theauteurs.com. Auch wenn man aus Rechtegründen von Deutschland aus nur ein Teil davon sehen kann, findet man hier eine wirklich grossartige Filmauswahl und das für drei Euro pro Film.

    www.mubi.com

  5. Dummerweise stimmt es halt, dass man im Bereich Film wie auch Musik ausschließlich aktuelle und kommerziell erfolgreiche Produkte findet. (Mein eigenes Erlebnis dieser Art: Ein von mir gesuchtes Lied gab es nur auf einer Compilation, die ausschließlich in den USA für sage und schreibe 40 $ erhältlich war zuzüglich Versand und Import-Kosten! Ich habe es immer noch nicht und werde es wohl auch nie bekommen...)
    Wirtschaftlich gesehen lohnt sich es für die Unternehmer aber wohl kaum, auch exotischere Filme / Musik anzubieten. Der Konsument / Filmliebhaber steht nun vor der Wahl: Bleibe ich legal und verzichte oder begebe ich mich in die juristische "Grauzone" des Streamens. Da die wenigsten in asketischem Mönchstum geübt sind: Verbote werden hier kaum das Problem lösen, da alternative Anbieter wie Pilze aus dem Boden schießen werden (Angebot und Nachfrage). Vielleicht sollten das Angebot überdacht und wirklich "Flatrates" o.ä. angeboten werden.

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  • Schlagworte Google | Amazon | Film | Blockbuster | Blog | Woody Allen
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