Die 19-jährige Chris lebt im Erziehungsheim. Nach einem Besuch bei ihrer Frauenärztin erfährt sie, dass sie schwanger ist. Sie packt ihre Sachen und macht sich Hals über Kopf auf nach Berlin, um ihre Mutter zu finden.

Als Chris die alte Wohnung ihrer Familie betritt, trifft sie nicht etwa auf ihre Mutter, sondern auf sich selbst – als Kind. Die werdende Mutter trifft sich selbst als 6-Jährige und durchlebt den Schmerz und die Einsamkeit ihrer Kindheit erneut.

Rabenmutter fordert den Zuschauer heraus. Die komplexe Verknüpfung verschiedener Realitätsebenen wirkt zu Anfang irritierend und wird erst gegen Ende aufgelöst.

In bedrückend grauen und kalten Bildern schildert die Regisseurin Alex Schmidt das Scheitern von Menschen am Rande der Gesellschaft und wirft die Frage auf: Kann der Kreislauf des Scheiterns und der Vernachlässigung in einer Familie durchbrochen werden?

Der Gedanke, ebenso zu versagen wie die eigene Mutter, lässt Chris nicht mehr los. Die junge Frau ist hungrig nach Veränderung und will ihre Zukunft anders gestalten als die Menschen in ihrer Umgebung.

Erst durch die schmerzhafte Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit findet sie schließlich zu sich selbst. Sie lernt, sich und ihre Vergangenheit zu akzeptieren.

Rabenmutter lief weltweit auf über zehn Festivals. Im Jahr 2007 war er in der Kategorie Kurzfilm des Max Ophüls Preises nominiert und wurde im selben Jahr zum besten Film der Wendland-Shorts gekürt.


Zum Film

Länge: 23 Minuten 5 Sekunden. Mit Heike Warmuth, Celina Bienert, Daniel Zillmann, Rosa Enskat und Evelyn Meyka. Buch: Sylka Kramer (Böhme). Regie: Alex Schmidt. Kamera: Tom Bergsteiner. Produktion: Florian Gees zusammen mit der Hamburg Media School