"Monsters" In uns nagt die Angst vor dem Fremden
Gareth Edwards hat in seinem Low-Budget-Film "Monsters" sehr poetische Bilder gefunden, um von fremdem Leben zu erzählen – und von unserer Angst davor.
© Capelight

Sam (Whitney Able) muss durch die infizierte Zone, in der die Menschen mit allen Mitteln gegen das ihnen fremde Leben kämpfen
Monsters gekostet und natürlich kann man ein solches Super-Low-Budget-Projekt nur stemmen, wenn man die Zukunft möglichst nah an die Gegenwart heranbaut.
Gerade einmal 200.000 Dollar hat Gareth Edwards Science-Fiction-Film
Eine Raumsonde der Nasa ist sechs Jahre vor Einsetzen der Handlung von einem Jupitermond zurückgekehrt und mit Proben von extraterrestrisch Lebensformen über Mittelamerika abgestürzt. Mittlerweile ist ein breiter Streifen zwischen den USA und Südamerika zur infizierten Zone erklärt worden, in der krakenartige Riesenmonster sich unkontrolliert duplizieren. Der Fotojournalist Andrew (Scoot McNaiiry), der im südamerikanischen Grenzgebiet recherchiert, wird von seinem Chef beauftragt dessen Tochter Sam (Whitney Able) zurück in die USA zu bringen. Aber der Zug durch die infizierte Zone wird an der Grenze angehalten. Auch die letzte Fähre läuft nach durchzechter Nacht ohne die beiden aus. Und so machen sich die Gringos mit Hilfe einiger mittelamerikanischer Fluchthelfer auf den Weg durch das Niemandsland.
Der Titel Monsters führt gezielt in die Irre. Denn Edwards Genrevariation setzt sich von jenen Hightech-Spektakeln ab, die ihre Kreaturen computereffektvoll eitel ins Bild setzen. Die Spannung des Films entsteht durch die unsichtbare Gewissheit der Gefahr. Nur punktuell kommt einmal ein Krakenarm ins Bild, sind die sehnsuchtsvollen Rufe der Ungeheuer zu hören oder jene bunt leuchtenden Baumpilze zu sehen, aus deren Sporen die fremden Wesen erwachsen.
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Monsters ist ein poetischer Science-Fiction-Film, der seine Protagonisten lange durch den mittelamerikanischen Dschungel treiben lässt, nur vereinzelt Elemente der Verfremdung und Relikte des Monster-Krieges in die Naturkulisse implantiert und ungewöhnlich unsentimental von der Annäherung des Paares erzählt. Im Subtext entwickelt sich Edwards Infektionsszenario zu einer deutlichen Metapher für die Angst vor illegaler Einwanderung in den Vereinigten Staaten.
Am Ende kommen die Reisenden zu einer gigantischen Mauer, die die derzeitigen US-Grenzanlagen ins Futuristische weiterdenkt, auch wenn sie ihre Schutzfunktion schon längst wieder verloren hat. Denn schließlich bekommt man die Kreaturen doch noch zu sehen – in einem somnambulen Moment von bizarrer Schönheit, wie man ihn in einem Monster-Movie noch nie erlebt hat.
- Datum 07.12.2010 - 14:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Genialer Film, unglaublich effektiv, ganz ohne Effektgewitter. Es ist die zurückgenommene, dramatische Variante zum eher action-betonten, melodramatischen "District 9". Dennoch sollten auch jene, denen "District 9" nur wegen des Popcorn-Vibes gefallen hat, "Monsters" sehen, eine Art ernsthafter Science-Fiction-Roadmovie, eine Immigrationsallegorie, bei der auch die US-Seite nicht ausgespart wird – z.B. in Form der unverständliches Zeug brabbelnden Amerikanerin im Grenzgebiet –, und weiterhin eine tieftragische Liebesgeschichte mit (fast zu) realistisch agierenden Schauspielern – postpostmoderner, globaler Welt(untergangs)schmerz, in fatalistisch-schönen SciFi gegossen, die Bittersweet-Variante, die lange widerhallt. Sieht man nicht alle Tage. Allein wegen der (für mich) zentralen Szene, dem Gang durch das Kerzenmeer, lohnt sich der Kinobesuch. Aber auch die außerirdische "Liebesszene", die Schwickert oben erwähnt, bleibt hängen, v.a. wegen der kontrastreichen Folgeszene, die den Zuschauer zwingt, den gesamten Film im Schnelldurchlauf emotional neu zu bewerten, und einen dadurch direkt in die Magengrube schlägt.
Es ist halt schlimm wenn man vom Titel völlig falsches vermittelt bekommt. Man erwartet etwas, bekommt was völlig anderes. Und die Kosten die ich als Zuschauer bezahlen muss, sind die gleichen, ob der Film nun 10.000 oder 10 Mio gekostet hat. Dafür bekomme ich einen durchgehend langweiligen Film zu sehen, Nein Danke, nur sehenswert für bestenfalls Twilight Fans.
und in einem kann ich zustimmen - der film hallt nach
hat man vorher keine kritiken gelesen (wie wir), geht man in den film und erwartet etwas in der richtung von district 9...
der film weiß eine fesselnde stimmung aufzubauen - mit höchst unaufgeregt aufregenden bildern...und man lässt sich ein, auf diese unaufgeregte stimmung, die der film verbreitet - stets mit dem gefühl umgeben, dass jetzt etwas außergewöhnliches passieren könnte
und das tut es dann auch
denn während man darauf wartet, dass jetzt der besondere moment kommt - ist der film plötzlich zu ende
und man verlässt das kino ungläubig und verwirrt
so verwirrt, dass ich nicht mal einen tag später sagen kann, ob ich einem meiner freunde diesen film nun empfehlen soll, oder nicht :)
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