Kurzfilm "Zwischen Mauern" Leben im Baucontainer
Der Kurzfilm "Zwischen Mauern“ der moldawischen Regisseurin Ana-Felicia Scutelnicu beschreibt die beklemmende Ausweglosigkeit für illegale Arbeiter in Deutschland.
Mit ihrem Kurzfilm Intre Ziduri – Zwischen Mauern gewährt Ana-Felicia Scutelnicu einen Einblick in die Welt illegaler Arbeiter aus Moldawien, die auf einer Baustelle in Berlin für geringen Lohn harte Arbeit verrichten. Mit vier weiteren Männern haust der zurückhaltende Igor auf engstem Raum in einem Wohnwagen. Jede Bewegung des Nebenmanns hält ihn vom Schlafen ab. Es gibt keine Intimsphäre, jeder ist vom Verhalten seines Nächsten abhängig.
Auf der Baustelle herrscht ein rüder Umgang. Die körperlich schweren Abrissarbeiten werden von der ständigen Angst vor den deutschen Behörden überschattet. Als Igor dringend Geld benötigt, lässt er sich mit dem großspurigen Vorarbeiter Serioja auf eine lebensgefährliche Wette ein.
Ana-Felicia Scutelnicu wurde selbst in der Republik Moldau geboren und setzt sich in ihrer Arbeit als Filmemacherin mit ihrer Heimat auseinander. In Zwischen Mauern zeichnet sie die klaren Hierarchieebenen in der kleinen Gruppe illegaler Arbeiter nach. Obwohl alle das gleiche Schicksal teilen, bilden sie keine verschworene Gemeinschaft. Der als Einziger deutsch sprechende Vorarbeiter nutzt die Abhängigkeit seiner Landsleute schamlos aus. Die Spannung zwischen Unterdrücker und Unterdrückten entlädt sich schließlich in dem unfairen Pakt, den Igor und Serioja besiegeln.
- Das Wendland Shorts Filmfestival
Seit Ende 2010 hat ZEIT ONLINE 30 Kurzfilme junger Regisseure vorgestellt, die das Festival Wendland Shorts in den vergangenen Jahren gezeigt und ausgezeichnet hat. Mit dem Beginn des diesjährigen Festivals im norddeutschen Lüchow-Dannenberg vom 17. bis 19. Juni 2011 endet diese Zusammenarbeit. Doch auch in Zukunft werden wir auf unserer Filmseite interessante und innovative Kurzfilme vorstellen.
Eindrücklich schildert die Regisseurin in „Zwischen Mauern“ die beklemmende Ausweglosigkeit illegaler Arbeiter in Deutschland, die zwischen zwei Welten gefangen sind. Dies gelingt ihr durch eine sehr subjektive Kameraführung, die eine unmittelbare Nähe zum Hauptdarsteller schafft: Wenn Igor in den schwindelerregenden Abgrund schaut, zwingt Scutelnicu den Zuschauer, diesem Blick zu folgen.
Zum Film
Intre Ziduri – Zwischen Mauern, 2007, 16 Min., Regie: Ana-Felicia Scutelnicu, Buch: Ana-Felicia Scutelnicu und Pavel Braila, Kamera: Tom Akinleminu, Producer: Barbara Mutschler; Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin. Mit Valeriu Andriuta, Igor Chistol, Vladimir Weigl, Hans-Jürgen Pabst, Dragos Scutelnicu.
- Datum 10.01.2011 - 17:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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