Kino Deutscher Film verliert viele Besucher
Kurz vor der Berlinale meldet die Filmförderungsanstalt schlechte Zahlen: Im vergangenen Jahr verlor der deutsche Film die Hälfte seines Publikums.
© dpa - Bildfunk

Die Schauspieler Matthias Schweighöfer als Tom (l.) und Friedrich Mücke als Veit in "Friendship!". Die Komödie war der erfolgreichste deutsche Film 2010
Die Zahl der Kinobesucher in Deutschland ist deutlich gesunken, ebenso der Marktanteil des deutschen Films. Im Jahr 2010 wurden 126,6 Millionen Kinokarten verkauft. Das sei ein Rückgang von 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin mitteilte.
Der deutsche Film verlor mit 20,9 Millionen Besuchern die Hälfte seines Publikums. Auch die Zahl der Leinwände und der Städte mit Kinos ging zurück. Der gesamte Umsatzverlust wurde durch die neue 3D-Technik etwas aufgefangen.
Zu den erfolgreichsten Filmen im letzten Jahr zählten die Komödie Friendship! mit 1.597.193 Besuchern, gefolgt von dem Animationsfilm Konferenz der Tiere mit 1.409.397 Zuschauern und dem Horrorfilm Resident Evil: Afterlife mit 1.138.014.
Das Jahr 2011 soll für den deutschen Film wieder besser werden. Erster "Besuchermillionär" ist Til Schweigers Kokowääh.
- Datum 09.02.2011 - 12:24 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 9
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"Die Zahl der Kinobesucher in Deutschland ist deutlich gesunken."
1) Nur noch schlechte Filme?
kann sein, im letzten Jahr kam kein Film ins Kino, den ich unbedingt sehen wollte.
2) Kino ist viel zu teuer?
Immer! Ich zahl doch nicht 8 - 10 Euro für nen Film und darf mir dann erstmal ne halbe Stunde Werbung angucken.
z.B. ein Grund, warum ich mich zumeist gegen die Idee einen deutschen Film zu sehen entscheide.
Meist handelt es sich um aufgeblasenes RTL Niveau. Schon beim Ansehen vergessen.
Letztes Beispiel "Drei". Unabhängig davon, dass übelst bei z.B. Magnolia geklaut wurde und es zum Ende hin so zäh wurde, dass man hätte rausgehen können ohne etwas zu verpassen. Trotzdem hatte man das Gefühl Rois und Striesow die Stange halten zu müssen und cineastisch geduldig wenigstens ein Drittel des Abspanns an sich vorbei laufen zu lassen.
Gute Nacht, deutscher Film. Schlaf schön weiter kommerziell mit Bohm und co. und CocaCola.
Ich bin nicht überrascht.
Es gibt genug wirklich wichtige und interessante Themen in der Gesellschaft aber wie sie thematisiert werden (wenn überhaupt) dann entweder mit dem Zeigefinger oder gar nicht.
Amerikanische Filme werden wie Kunst produziert und wie Ware verkauft. Bei deutschen ist es genau umgekehrt.
Für mich ist das Label "Deutscher Film" mittlerweile fast ein Warnhinweis. Ein Hinweis, dass der Film mit großer Wahrscheinlichkeit langweilig ist und auch auf eher technische/ästhetische Dingen wie Kameraführung, Schnitt und Beleuchtung kein besonderer Wert gelegt wurde.
Das gute Filme auch ausserhalb von Hollywood gemacht werden können zeigen z.B. viele erstklassige Britische Filme.
Hin und wieder geb ich deutschen Filmen auch noch eine Chance aber meistens bin ich danach enttäuscht.
Einen weiteren Grund für geringere Kinokartenverkäufe ist meiner Meinung nach der, dass in kleineren/mittelgroßen Städten viele Filme gar nicht erst gezeigt werden.
Ich wollte letztes Jahr beispielsweise "Machete" sehen aber in meinem Kino lief er nicht. Schade eigentlich
Was wir brauchen ist mehr von den guten deutschen Problemfilmen. Der Sido-Film ist ein guter Anfang, nein nicht Sido, ihr wisst schon, wen ich meine, den anderen Sido ;)
nein, Spaß bei Seite, es gibt immer wieder gute deutsche Filme, nur muss man sie aus der Masse heraussuchen.
Das halten einige Leute schon für normal und jammern dann wenn der deutsche Film nicht funktioniert!
Sicherlich werden bei genauer Untersuchung viele Gründe für die Baisse des deutschen Filmes aufgespürt, aber ob man gleich von einer Krise oder einem Niedergang sprechen kann, erscheint doch sehr fraglich. Der deutsche Film ist viel besser als seine öffentliche Reputation, leider scheinen die Deutschen in puncto Tiefgang überall Kunst zu meiden, die politische, künstlerische oder gesellschaftskritische Themen aufgreifen. Im Gegenteil, was die Qualität vieler deutscher Filme, die von Absolventen der Filmhochschulen realisiert wurden, betrifft, ist erstaunlich viel Positives zu beobachten, aber die Kinobetreiber setzen aus oft verständlichen Gründen auf Kasse statt auf Klasse. Wenn sie die Wahl haben, entscheiden sie sich für seichte Filmchen a la Kokowääh oder Kleinohrhasen, für Otto, Wixxer, Sido oder Herbigs Machwerke. Gutes deutsches Filmschaffen findet doch fast nur in finanziell wackligen Filmkunstkinos ihre Zuschauer, weil Film bei uns immer noch nicht den künstlerischen Stellenwert besitzt wie das Theater oder die Oper, die mit Millionenunterstützung vom Staat und von den Kommunen künstlich am Leben gehalten werden. Chris Kraus zeigt mit Poll einen wunderbar epischen Film mit Substanz, der es weltweit mit allen anderen Filmen aufnehmen kann, man kann hoffen, dass er ein Erfolg wird. Wir müssen unsere Regietalente höher bewerten und so feiern und schätzen wie unsere Künstler Richter, Rauch oder Baselitz.
Vielleicht brauchen wir auch eine Qualitätsquote.
W. Neisser
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